Sprachkompetenz
Generell sollte auch im Musikunterricht die Devise „Deutsch als Unterrichtsprinzip“ gelten. Dies heißt nicht, dass mit Argusaugen die Orthographie zum Mittelpunkt werden soll, sondern vielmehr, dass „Sprache trainiert“ werden muss.

Ein sprachlich trainierter Schüler ist in der Lage zu argumentieren, zu diskutieren, zu formulieren, zu verbalisieren, einen Standpunkt aufzubauen, zu widerlegen, zu beschreiben, zu erklären und:

zu fragen!

Dies setzt allerdings voraus, dass die Möglichkeit, dies zu üben, gegeben wird, was bedeutet, dass der Lehrer ihm überhaupt die Gelegenheit dazu gibt …

Sprachliche Förderung (sowie jede Förderung überhaupt) erreicht man zunächst durch

– Vormachen!

Anschließend muss dem Schüler allerdings Gelegenheit gegeben werden, das Gelernte anzuwenden, zu experimentieren, anzupassen, umzustellen und auch Fehler zu machen. Dies kann allerdings nur dadurch geschehen, dass der Lehrer

– Schweigen bzw. das Setzen stummer Impulse

beherzigt, lernt und anwendet. Siehe hierzu „Brain-Storming” und „Impulstechnik”.

Die Frage hinsichtlich der Bildung bzw. Förderung bestimmter Kompetenzen ist ein kleiner Zankapfel der Pädagogik: „Ein Mensch hat Kompetenzen!“ ist das Argument.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Allerdings gibt es gewisse Kompetenzen, welche verstärkt bzw. noch nicht stark ausgebildet sind.

Bevor ein Schüler sprachlich richtig argumentieren bzw. beschreiben kann (Sprachkompetenz), bevor er in der Lage ist, mit anderen adäquat zusammenzuarbeiten (Sozialkompetenz), bevor er Musik vorspielt oder stimmlich-richtig mitsingt (Sachkompetenz), muss er sich dies erst einmal „trauen“!

Hier gilt es – in allen Schulformen – zunächst einmal, die Selbstkompetenz.