Square-Dance
1Square-Dance
Diese äußerst lebendige Form von Gruppentanz, der aus einem Volkstanz in den USA entstanden ist, ist prädesteniert für die Arbeit in der Schule. Ob als spontane Tanzsituation, als mehrstündige Sequenz oder im Rahmen von Projekttagen bietet der Square-Dance, der auf traditionellen Volkstänzen der verschiedenen Einwanderer der USA basiert, sehr motivierende Aspekte, mit denen sich auch in der Sek1 gute Ergebnisse erzielen lassen.
In der Regel mit vier Paaren, die sich in einem Quadrat (Square) gegenüberstehen werden Bewegungen bzw. Tanzfiguren ausgeführt, die von einem Ansager (Caller) während der Musik gesungen oder auch gesprochen werden. Diese Calls werden in englischer Sprache genormt gerufen, so dass Square-Dance international gleich getanzt wird.
Einen großen Fundus an verschiedenen Figuren findet man auf der Seite opensquares. Anhand dieser flash-animierten Filme lassen sich nahezu 100 Tanzschritte einfach über Bild und Text nachvollziehen.
Darüber hinaus ist u.a. die Publikation Come On – Let’s Dance empfehlenswert, die mit CD und Anleitungsheft alles bietet, was man zum Einüben der Tänze braubraucht: Aufstellungs- und Tanzanweisungen mit klaren Figurenzeichnungen, die Gesangstexte, Noten sowie die Calls.
Onomatopoesie
0Onomatopoesie
Was oft auch als Laut- oder Tonmalerei bezeichnet wird, ist die Nachahmung von Naturlauten oder sonstiger außersprachlicher akustischer Phänomene durch klanglich als ähnlich empfundene Lautgestalt eines sprachlichen Ausdrucks.
Im Musikunterricht kann hier in zwei Ebenen gearbeitet werden: Unter dem Aspekt des Umgangs oder Spielens mit der Stimme und unter dem der mit Instrumenten untermalenden Erzählung, welche insofern von Interesse ist, als die musikalische Ebene hierbei nie imitierend sondern in erster Linie adaptierend gestaltet wird.
In diesem Fall löst sich der Begriff “Klanggeschichte” von seinem negativen Image und bietet nahezu unendlich viele Möglichkeiten, Geräusch, Klang und Sprache miteinander zu verbinden.
Zum ersten Arbeiten bzw. Experimentieren in diesem Bereich bietet sich beispielsweise Christian Morgensterns Gruselett an:
Gruselett
Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Golz.
Dieses Gedicht ist in seiner genialen Einfachheit zum Spiel mit der Stimme, mit mehreren Stimmen, zum Begleiten, zum Instrumentieren, Arrangieren oder Komponieren sowie zum Analogschreiben.
Die hieran orientierte Erzählung “Im Schlumperwald” bietet einen umfangreicheren Prosatext, der sich in ähnlicher Art und Weise im Musikunterricht bearbeiten lässt. Eine vom Autor erstellte Aufnahme bietet beispielsweise die Möglichkeit, eine von den Schülern erstellte Version mit dem Original zu vergleichen; weiterhin kann die Aufnahme verwendet werden, um sie in Gruppenarbeit, am Computer oder live zu vertonen.
Wesentlich umfangreicher (und vielleicht noch prädestinierter für den Musikunterricht) ist Neil Gamians Bilderbuch Die Wölfe in den Wänden. Diese Geschichte strotzt nur so von in Worten gebundenen Geräuschen und Musik. Da wird gehuschelt und getuschelt, geklackt und geknackt, man hört schleichende, krabbelnde und kratzende Geräusche, heulende Wölfe und einen Tuba spielenden Vater.
Auch wenn die Arbeit mit dieser Erzählung mehr als eine Schulstunde benötigt, ist die Arbeit mit diesem fast lautem, eindringlichem und dennoch gefühlvollen, lebendigem und beeindruckendem Buch mehr als empfehlenswert. Auch hier gibt es eine äußerst gelungene CD, die ergänzend verwendet werden kann.
Darüber hinaus wurde das Kinderbuch vom Nationaltheater Schottland dramatisiert, was auch in der Grundschule durchaus geleistet werden kann, sei es in Form eines Theaterstückes, einer erzählenden Pantomime, durch Schattentheater oder mit Figuren.
Hol’ die gold’nen Gabeln oder: Verhörer in der Musik
2Hol’ die gold’nen Gabeln oder: Verhörer in der Musik
Theo ist ein vielbeschäftigter Mann – vor allem hat er einen merkwürdigen Beruf: Immer, wenn der Wind Regen über’s Land bringt, muss er den Magen anspannen, um hinterher die goldenen Gabeln zu holen. Welchen Beruf er genau ausübt ist unklar, wahrscheinlich ist er in der Vorkosterbranche tätig …
Verhörer in der Musik sind nicht ungewöhnlich, manche Autoren gehen sogar so weit, dass sie behaupten, dass sie eher die Regel sind. Von daher sollte man sich immer mal wieder die Mühe machen, nachzuharken, ob denn auch wirklich jedes Wort im Sinne des Erfinders gesungen wird. (Die Geschichte von Theo mit den Gabeln und dem Magen entstammt übrigens aus verschiedenen Verhörern meiner Schüler …)
Spätestens seit Axel Hackes Handbuch des Verhörens Der weiße Neger Wumbaba, (auch als Hörbuch
erhältlich), dem sich Der weisse Neger Wumbaba kehrt zurück
(ebenfalls als Live-Lesung
erschienen) und Wumbabas Vermächtnis
anschlossen, wurde das Bekanntmachen eigener Verhörer oder dem von Bekannten, meist Kinder, zu einer kleinen Bewegung, die ihre Anekdoten in zahlreichen Radiosendungen und Foren wie Songverhörer (hier sind über 1000 aufgelistet) sammelte.
Einen kleinen Einblick bietet ein Artikel bei SpiegelOnline.
Terry Riley – in C
2Terry Riley – in C
In C ist ein aleatorisches Musikstück, 1964 von Terry Riley für eine beliebige Zahl unspezifizierter Aufführender komponiert. Es wird oftmals als erstes Werk der Minimal Music bezeichnet. Von daher ist es für die Schule prädestiniert, da das Stück mit nahezu jeder Gruppengröße jedweder Besetzung gespielt werden kann.
Das Instrumentalstück besteht aus 53 kurzen, nummerierten musikalischen Phrasen mit einer Spielanweisung des Komponisten, derzufolge jede Phrase beliebig oft wiederholt werden und jeder Musiker selbst entscheiden kann, wann er zur nächsten Phrase übergeht.
Etwaige rhythmische Verschiebungen sind genau wie die Überlagerung benachbarter Phrasen erwünscht, wobei das Ensemble nicht weiter als 2 bis 3 Phrasen „auseinanderfallen“ und ein gemeinsames Metrum einhalten, das auch von einem Instrument gespielt werden kann, einhalten muss.
Oktavtransposition von Phrasen sowie die Auslassung sind erlaubt ebenso wie rhythmische Augmentationen.
Auf youtube finden sich zahlreiche Interpretationen, an denen man sich orientieren, kann; die Partitur mit Anmerkungen des Komponisten lässt sich hier einsehen und laden. Eine MIDI-Umsetzung findet man hier.
Besonders interessant ist hierbei die Adaption “In Bb 2.0“, eine Online-Kompositionsplattform, die nach dem gleichen Prinzip der Aleatorik aufgebaut ist. Der User wählt hier aus einer Anzahl von 20 flashbasierten Musikvideopattern und erstellt dementsprechend die Komposition gleichzeitig als Komponist und in gewisser Weise als Ausführender und arrangiert live.
Geräuschemacher – Foley Artist
1Geräuschemacher – Foley Artist
Eine der interessantesten Arbeiten in Film und Hörspielarbeit ist die des Geräuschemachers oder auch Foley Artist. Mittlerweile aufgrund der leichten Arbeitsweise im digitalen Studio zwar immer öfter mit dem Computer gearbeitet, das echte Erzeugen aber ist nach wie vor eine äußerst gern genutzte Technik, da sie doch immer ein wenig lebendiger wirkt.
Einen guten Einblick in die Arbeit dieses Gewerbe bietet eine Recherche bei youtube (Stichwort “Geräuschemacher” oder “Foley Artist“), der dann in der Regel viele weitere Links folgen.
Im Unterricht bietet es sich an, die Arbeit zu analysieren, mit verschiedenen Geräuschen zu experimentieren, ein Sammelsurium an Geräuschquellen zusammenzustellen und versuchen, Filmsequenzen zu untermalen. Hierfür lassen sich sowohl bekannte Szenen (sehr dankbar ist immer “Fluch der Karibik” u.ä.) als auch alte Schwarzweißfilme wie etwa “King Kong” oder Edgar-Wallace-Filme verwenden, die sich im InternetArchive laden lassen.
Die Arbeitsweise kann nur mit Geräuschen, mit Geräuschen und Dialog und im Zusammenhang mit Musik (live oder von CD) gestaltet werden.
Ein sehr interessantes Beispiel findet sich in den Live-DVDs der drei ??? Die drei ??? und der Super-Papagei, Die drei ??? – Master of Chess
und Die drei ??? und der seltsame Wecker
, bei denen nicht nur die Sprecher und Musiker sondern auch ein Geräuschemacher live agieren.
Einige Techniken der Geräuschemacher lassen sich hier nachlesen, weiterhin sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Wer digital arbeiten möchte, dem seien noch die Geräuscharchive im Internet ans Herz gelegt, die mit AmazingSounds, soundsnap, findsounds, flashkitSoundFX, thefreesoundproject oder der Hörspielbox Geräusche in Hülle und Fülle bieten.
Als verbindendes oder einleitendes Element bietet sich letztlich an, den alten Schlager “Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche” zu verwenden, welches sehr gerne gesungen wird.

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