Ohren

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Die Ohren und somit das Gehör dienen in erster Linie der Orientierung; Hörgeschädigte scheinen auffällig durch übertrieben wirkendes Umherblicken den Orientierungsverlust auszugleichen.

Dass man auch über die Ohren auch sehen kann, lässt sich anhand eines einfachen Versuchs verdeutlichen: Man hält die Hände vor die Ohren ohne diese zu berühren. Je nach Abstand wird man sofort einen Unterschied feststellen und die Einengung hören, auch bei geschlossenen Augen. Der Grund liegt darin, dass der Schall gefiltert wird: Es klingt alles anders.

Die Funktionsweise unserer beiden Ohren spielt sich derart ab, dass schräg eintreffende Schallwellen das eine Ohr etwas später als das andere erreichen. Eine Schallverspätung von 1/100.000 Sekunde kann man gerade noch erfassen, was einer Richtungsabweichung von etwa vier Grad entspricht.

Taucher können unter Wasser nicht mehr genau sagen, von wo der Schall kommt, was sich auf die erhöhte Schallgeschwindigkeit zurückführen lässt.

Töne, die exakt von vorne oder hinten kommen, sind nicht bzw. nur sehr schwer zu lokalisieren. Dies lässt sich im Unterricht sehr schön spielen, indem alle Schüler einen gleichen Ton (etwa mit Stabspielen oder Boomwhackers), während ein Schüler einen „falschen“ Ton von sich gibt. Ein in der Mitte stehender Schüler soll ihn mit verbundenen Augen erraten, wobei man darauf achten muss, dass der „falsche“ Ton direkt von vorne bzw. hinten gespielt wird. Weiterhin lässt sich mit hohen und tiefen Tönen experimentieren, denn tiefe Töne sind schwieriger zu orten waren als hohe.

Die Ohrmuschel ist so gebaut, dass einer ins Ohr einlaufenden akustischen Welle eine zweite und mitunter sogar eine dritte folgt, hervorgerufen durch unterschiedliche Laufwege in der Ohrmuschel. Demnach hören die Ohren alles doppelt und dreifach, ohne dass man es merkt. Aus Größe und zeitlichem Abstand der zweiten und dritten Welle kann unser Gehirn offenbar die Richtung ermitteln, aus der der Schall kommt.

„Das Auge bringt den Menschen in die Welt, das Ohr die Welt in den Menschen.“ Die Empfindlichkeit des menschlichen Ohres ist so hoch, dass nur noch wenig fehlt, um fast das „Gras wachsen hören“ zu können. Eine geringe Steigerung der Empfindlichkeit würde genügen, um selbst den Aufprall der Luftmoleküle auf dem Trommelfell als Rauschen wahrzunehmen.

Die Schallwellen erreichen das Ohr über die schallsammelnde Ohrmuschel.

Anschließend gelangen sie in den Gehörgang und erreichen hierauf das winzige Trommelfell. Diese Membran gerät in Schwingungen.

Hinter dem Trommelfell sitzen die Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss und Steigbügel.

Der Hammer tastet die Schwingungen ab, der Amboss leitet sie weiter der Steigbügel überträgt sie ins Innenohr.

Das Innenohr ist im Wesentlichen ein mit einer wässrigen Flüssigkeit gefülltes Labyrinth, die so genannte Gehörschnecke. Der Steigbügel presst diese Flüssigkeit (Perilymphe) zusammen, so dass sich eine Wanderwelle in der Schnecke ausbreiten kann.

Diese Wanderwelle erregt die Basilarmembran und die mit ihr verbundenen Haarzellen, die – wenn einmal erregt – einen Nervenimpuls an den Gehörnerv weiterleiten. Gesammelt und weitergeleitet ins Hörzentrum des Gehirns erklingt dort das gehörte Geräusch.

Fischen, Haien und anderen Meeresbewohnern reichen zum Hören mit Flüssigkeit gefüllte Sensoren, die dem menschlichen Innenohr ähneln. Mittel- und Außenohr findet man bei Landbewohnern, vor allem bei Säugetieren.

Hunde und Katzen haben ein viel empfindlicheres Gehör als der Mensch, sie nehmen auch extrem hohe Töne wahr. Fledermäuse und Delfine sind wahre Hörexperten: Sie sich können per Ultraschallecho orientieren.

Auch Vögel können weitaus höhere Töne als der Mensch unterscheiden. Ein einzelner langer Knochen leitet den Schall direkt zu einer sehr empfindlichen Hörschnecke.

Schlangen können besonders gut Vibrationen des Bodens wahrnehmen. Insekten haben ein eingeschränktes Hörvermögen.
Zikaden hören mit Hörorganen an den Beinen, bei Heuschrecken sitzen sie am Hinterleib und bei Mücken am Ende der Fühler.