Offene Formen

Offene Formen

Offene Formen
Offene Formen wollen sich in der Musikdidaktik der letzten zehn Jahre noch nicht recht etablieren. Zwar gibt es mittlerweile einen großen Fundus an Lernzirkeln und Stationenarbeiten zu gewissen Themen, der sich allerdings meist auf viele verschiedene Arbeitsblätter beschränkt.

Die Frage, inwiefern es sich hier um „Stationenarbeit im Sinne des Erfinders“ handelt, inwieweit diese Form überhaupt „offen“ ist, bleibt unbeantwortet.

Oft sind nämlich diese Materialien nichts anderes als schlechter Frontalunterricht auf möglichst vielen Kopiervorlagen. Hier gilt es, den Markt gründlich zu prüfen.

Musikunterricht kann durchaus mit in den Wochenplan und in die Freiarbeit mit einbezogen werden, was natürlich eine gewisse „räumliche Macht“ voraussetzt.

In einem Klassensaal, in dem einige Schüler rechnen kann nun mal nicht Afro-Percussion geübt werden. Haben die Schüler allerdings die Möglichkeit, einen Ausweichsaal zu benutzen (manchmal reicht schon der Flur aus), so ist es möglich, dass sie

– mithilfe von Audio-Medien (und evtl. Noten) Instrumentalstücke üben

– selbst Instrumentalmusik erfinden

– Musik „live“ aufnehmen

– sich einen Tanz ausdenken bzw. üben

– sich Szenen ausdenken bzw. üben

– Lieder mit Audio-Medien singen üben

– eigene Texte zu Musik schreiben

– am Computer komponieren, arrangieren oder aufnehmen

– Nutzen von Edutainment-Programmen

– usw.

Einziges Dilemma ist (und bleibt) die räumliche Situation. Offene Formen, Freiarbeit, Stationenarbeit, Partner- und Gruppenarbeiten können nur dann sinnvoll durchgeführt werden, wenn die anderen nicht gestört werden.

Musizieren hat aber mit Geräuschen und Lautstärke zu tun, so dass hierfür zwei Säle (besser noch mehr …) bzw. Flure oder andere Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stehen müssen.

Allerdings sollte man darauf achten, nicht in eine „Saallethargie“ zu verfallen. („Was soll ich da schon machen …?“) Not macht erfinderisch! Oft gibt es Räume, die wirklich leer stehen (weil nur der Hausmeister davon weiß) und hier ist dann Lehrer-Schulleiter-Hausmeister-Diplomatie gefragt.

Je mehr man zeigt, dass man den anderen ernst nimmt, dass man von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, dass man auf dessen Hilfe angewiesen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, helfende Hände zu finden …