MIDI-Grundlagen

MIDI-Grundlagen

MIDI-Grundlagen
MIDI = Musical Instruments Digital Interface

Während bei einer normalen Audio-Aufnahme die elektrischen Schwingungen der einzelnen Töne übertragen werden, überträgt MIDI lediglich Steuerinformationen.

Was hier computerfachwissendabstrakt wirkt, lässt sich für einen Musiker relativ leicht nachvollziehen:

Die MIDI-Übertragung sendet und empfängt (zunächst einmal) folgende Daten:

– Soundnummer (also der Instrumententyp wie Piano, Kontrabass, Oboe usw.)
– MIDI-Kanal (vergleichbar mit einem Kanal am Mischpult; größere Programme ermöglichen es, mit nahezu unbegrenzt vielen Kanälen zu arbeiten)
– Taktangabe (hier „spricht“ MIDI die gleiche Sprache wie die Musiker)
– Note on (ein Ton wird gespielt) bzw. Note off (ein Ton wird nicht gespielt; Musiker nennen dies Pausen …)
– Tonhöhe (hierfür benutzen Musiker die Namen c. d, e usw.)
– Tonlänge (Musiker unterscheiden hier Halbe, Viertel, Ganze usw.)
– Lautstärke (mit der man etwas experimentieren sollte, damit das Ganze nicht zu arg nach Computermusik klingt …)

Da es sich hierbei um reine Datenübertragung handelt, ermöglichen es die Programme, hier sowohl „konventionell“ (also mit dem Notenbild) als auch grafisch oder rein „mathematisch“ (also in der Computersprache – mit Zahlen) zu arbeiten. Jede Möglichkeit hat ihren Reiz.

Weiterhin können via MIDI noch

– Effekte (wie Hall, Chorus, Echo etc.) beigemischt und
– Aftertouch (ein Effekt, der den Klang beim „Nachdrücken“ einer Keyboardtaste verändert; oft eine Art Vibrato) und
– Pitch-Bend (das ist das Rad am Keyboard, mit dem man die Tonhöhe als Glissando verändern kann, in dem man es nach oben oder unten dreht)

gesteuert werden.

MIDI in der Tonstudiopraxis bedeutet, dass eine ganze Reihe von Soundmodulen, Drumcomputern, Keyboards, Effektgeräten usw. lediglich über einen Computer angesteuert werden können; das lästige Drehen an tausend Knöpfchen und Reglern entfällt …

MIDI in der Schulpraxis bedeutet, dass die Schüler Zugriff auf ein eigenes kleines Tonstudio haben, in welchem sie direkten Zugriff auf (mindestens) 128 verschiedene Sounds haben, mit denen experimentiert, arrangiert, separiert, angewendet, geübt und handlungsorientiert gearbeitet werden kann.

Einen interessanten Artikel hierzu gibt es von Alexander Loitsch, der hier gelesen und geladen werden kann.