Integrationsfiguren

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Auch wenn es in den 80er Jahren Furore machte: ein Punk mit Geige macht im Sekundarbereich mehr daher als Gidon Kremer. Ob es Ann-Sophie Mutters nackte Schulter war (um die Geige zu spüren), den dann von Vanessa Maes T-Shirt übertroffen wurde, ob Friedrich Gulda, der mit den undenkbarsten Hemden und Hüten Klaviersonaten von Beethoven spielte, ob Peter Hofmann, Harley-Davidson fahrend und mit Lederjacke, Jose Carrerars, der mit Peter Maffay Tabaluga sang, stets gibt es Musiker, welche einen gewissen Reiz – oft, weil sie einfach anders sind – ausüben.

Leider scheint es gerade in Musiklehrerkreisen üblich zu sein, solche Zeitgeisterscheinungen abzutun, als unwürdig zu bezeichnen oder sie gänzlich zu ignorieren.

Dabei öffnen gerade solche schillernden Persönlichkeiten (Marius Müller-Westernhagen liest „Peter und der Wolf“, Phil Collins und Gary Moore schreiben und spielen darüber, Stoppok singt die Carmina Burana) Augen und Ohren der Schüler. (Wer hätte je geglaubt, dass ausgerechnet Dieter Bohlen dafür Sorge tragen wird, dass Schülerinnen eines achten Schuljahres gerne „Stimmbildung (!) machen“ wollten …)

Thomas Quasthoff ist ein wunderbarer Sänger. Allerdings wirkt er aufgrund seines Handycaps auf viele Schüler noch anziehender und sie sind bereit, sich auf Kunstlieder einzulassen.

Oft bietet es sich an sich dem Musikhören über das Musikschauen eines Videos zu nähern.