Szene
Pappbecher – Spiel und Performance
0Pappbecher – Spiel und Performance
Diese oder ähnliche Spielereien haben ihren Ursprung meist in Mensen, in Jugendherbergen oder Freizeiten. Ein Becher wird nach einem bestimmten Muster hin- und herbewegt und nach Klatschen, Drehen, Aufstetzen und Trommeln weitergegeben.
In einem Tutorial lässt sich eine bestimmte Bewegungsfolge recht gut lernen, welche im Musikunterricht gut eingebaut, vertieft, adaptiert oder erweitert werden kann:
Die Choreographie liest sich zunächst schwerer als sie ist, in Kombination mit dem Film lässt sie sich allerdings gut nachvollziehen. Sie kann hier als pdf-Datei angesehen und geladen werden.
(Anm.: Auf die Zählzahl „zwei“ spielt die Dame im Film zwei Sechzehntel und eine Achtel; in der folgenden Sequenz werden an dieser Stelle zwei Achtel gespielt.)
Erweitert man obiges Pattern um ein paar weitere und fügt man weiterhin einige wenige szenische Elemente hinzu, so erhält man eine stomporientierte Performance, welche zwar für den ausgefeilteren Musikunterricht geeignet ist, die es allerdings verdient hat, aufgeführt zu werden – solche Beiträge bereichern jedes Schulfest.
Das Intro (es kann hier als pdf-Datei angeschaut und geladen werden) wird zunächst ohne Becher gepielt, dem sich ein hilfesuchender Blick nach rechts anschließt. Wird die letzte Spielerin angeschaut, nimmt sie für jeden Spieler einen Becher hervor und gibt ihm nach dem Muster CupGroove I weiter.
Hat die letzte Spielerin ihren Becher erhalten, legt sie ihn auf den Schoß und beginnt mit dem nächsten Pattern (die entsprechende pdf-Datei kann hier angeschaut und geladen werden), welches auf die Zählzahl „2“ vom CupGroove I einsetzt.
Nacheinander legt jede Spielerin ihren Becher auf den Schoß und übernimmt das zweite Pattern, bis es unisono von der ganzen Gruppe gespielt wird, dem sich ein Break (die dazugehörige pdf-Datei liegt hier) anschießt, der von allen Spielern ausgeführt wird:
Nun wird das Ensemble in zwei Gruppen geteilt, die zunächst im Call-and-Response-Spiel gegeneinander, anschließend miteinander spielen. Da die Datei zu groß ist, um hier abgebildet zu werden, habe ich diese ausschließlich als pdf (sie kann hier eingesehen und geladen werden) abgelegt.
Den Schluss der Performance bildet ein erneutes Aufheben eines Bechers der ersten Spielerin, der sich ein zweimaliges Spiel des ersten Patterns anschließt, das mit einem Zusammenfall auf dem Tisch endet.
Die Patterns sind durchaus erlern- und spielbar, ein besonderer Reiz liegt allerdings auch hier im Anpassen auf bzw. im Adaptieren, Weiterkomponieren und -entwickeln durch die jeweilige Lerngruppe.
Letzten Endes lässt sich das oben notierte Pattern nutzen, um es zur Liedbegleitung einzusetzen:
Der Liedtext lässt sich hier nachlesen; der Song scheint von Lulu and the Lamshades zu stammen, deren Live-Auftritte man hier bewundern kann.
Luftgitarre
0Luftgitarre
Prägnante Riffs haben eine fast magische Anziehungskraft auf Schüler und gerade „Smoke on the Water“ von Deep Purple gehört (wenn auch meist in e- statt g-moll gespielt und dann in der Regel nur einstimmig) zu den beliebtesten überhaupt. Und spätestens ab dem Moment, wo das erste kleine Pattern aufführungswürdig erscheint, kommt noch das dazu, was das Stromgitarrenspiel zusätzlich auszeichnet: spezielle Haltungen, Gangarten, Verrenkungen, Gesten, Mimiken und Sprünge – kurz: das Posing.
Deshalb erscheint es kaum verwunderlich, dass es auch hierfür spezielle Wettbewerbe gibt, allerdings mit dem Unterschied, dass das Gitarrenspiel nicht erforderlich, ja, sogar unerwünscht ist: das Luftgitarrenspiel.
Imitatorisches Spiel ist im Musikunterricht nichts Neues; Ähnliches findet sich in nahezu jedem Unterrichtswerk, sei es, um beispielsweise Orchesterinstrumente und deren Spielweise kennen zu lernen, um Gehörtes zu verdeutlichen bzw. umzusetzen oder einfach, um Freude an der Bewegung zur Musik zu haben. Somit ist diese Art des Spielens fest verankert in die gängige Musikunterrichtspraxis und findet nach wie vor dort ihre Berechtigung.
Das Luftgitarrenspiel hingegen unterscheidet sich hier insofern von der bisherigen Praxis des pantomimischen Musizierens, als es auf der einen Seite zwar gewisse Regeln hinsichtlich Körperhaltung, Griffweise und Spieltechnik vorgibt, auf der anderen Seite allerdings ein hohes Maß an Improvisation und Eigenkreation verlangt.
Der Legende nach, war es Joe Cocker, dessen Verrenkungen und Gebärden mit “invisible guitar” 1969 beim Festival in Woodstock als erste Live-Performance des Luftgitarrenspiels betrachtet werden.
Seit 1996 wird in Finnland die Weltmeisterschaft im Luftgitarrenspiel ausgetragen; seit 2004 gibt es einen deutschen Verband, die German Air Guitar Federation, die seither die deutsche Meisterschaft ausrichtet. Die Auftritte dürfen nicht mehr als 60 Sekunden dauern und gliedern sich in Pflicht und Kür. Die Bewertung (4.0 bis 6.0 Punkte) orientiert sich an der Originalität, der Ausdrucksfähigkeit, dem Charisma, der Technik und dem Gesamteindruck.
Pantomimisches Spiel wird gerade bei Kindern und Jugendlichen um ein Vielfaches erleichtert, wenn sie mit entsprechenden Requisiten arbeiten können. Deshalb bietet es sich gerade beim Luftgitarrenspiel an, eine aufblasbare Gitarre (gibt es in der Regel für ungefähr einen Euro und oft als Werbegeschenk) zu Hilfe zu nehmen. Somit haben die Schüler tatsächlich etwas in der Hand und können die erlernten Spieltechniken besser anwenden.
Koordination
Hierbei empfiehlt es sich, zunächst kurz die Funktionsweise kurz zu demonstrieren (die Saite muss mit der linken Hand gegriffen und der rechten – am besten mit imaginärem Plektrum – gezupft werden. Höhere Töne bedeuten ein Wandern der Greifhand nach rechts bzw. nach oben, tiefere entsprechend umgekehrt). Das Pattern des Riffs in seiner rhythmischen Struktur kurz erarbeiten und anschließend an Luft- bzw. Aufblasgitarre üben.
Gitarrenhaltung
In der Regel lässt sich an der Körperhaltung eins Rockgitarristen erkennen, wes Geistes Kind er ist: Während der durchschnittliche Gitarrist sein Instrument so hält, dass es am besten zu spielen ist, hält man im Hard Rock die Gitarre gerne tief in der Lendengegend, während die Black Metaller sie noch ein Stückchen tiefer und mit leicht gekrümmten Knien halten. Letzten Endes ist ein gewisses Maß an Headbanging (mit dem Kopf den Rhythmus schlagen und dabei im Idealfall mit den langen Haaren um sich werfen) immer richtig.
Ein Online-Kurs findet sich hier, wer es schneller und vor allem für den Unterricht passend möchte, kann hier ein Arbeitsblatt laden, welches in Verbindung mit einem Beobachtungsbogen im Unterricht eingesetzt werden kann. Hierbei sollte neben der Originalität und der Abwechslung auch ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass das Spiel bei aller Liebe zum Detail dennoch realistisch bleiben muss und den Eindruck vermittelt, dass ein guter Gitarrist so agieren könnte. Besonders interessant gestalten sich solche Wettbewerbe, wenn zur Pflicht nur eine Kür kommt, ein Musikstück also, welches sich die Luftgitarristen selbst ausgesucht haben.
Pausenfüller
Pausen füllen Gitarristen sehr gerne mit gewissen Gesten: sei es die ausgestreckte Dieter-Bohlen-Faust, die bei Luftgitarristen besonders beliebte Windmühle, das gezielte ins-Publikum-Zeigen oder schlichtweg das vor Powerrock glühende Zusammenkneifen aller Gesichtszüge.
Gangarten
Nichts ist langweiliger als am Bühnenrand stehende Musiker. Hier hat sich eine ganze Reihe ernst zu nehmender Pflichtgangarten entwickelt, die immer wieder für Begeisterung sorgen. An erster Stelle muss dort der so genannte „Duckwalk“, in den frühen 70ern von Chuck Berry entwickelt und später von Agnus Young perfektioniert, genannt werden. Hierzu wird das linke Bein im 45-Grad-Winkel zum rechten in die Luft gestreckt. Nun geht man mit dem rechten Bein quasi springend nach vorne. Während des Sprungs wird das linke Bein wieder nach unten gezogen, so dass beide Beine wieder auf dem Boden sind. Der Duckwalk kann rückwärts aber auch drehend auf der Stelle durchgeführt werden. Zu den Gangarten zählen weiterhin alle Arten von Tritten und Sprüngen, die bis zum Stagediving (Sprung in die Menschenmenge, die den Springenden auffangen) reichen.
Solo
Im Solo zeigt der Luftgitarrist dann seine eigene wirkliche Performance. Hier stellt jeder sein eigenes Programm zusammen, kombiniert aus dem oben erwähnten Repertoire und ergänzt es darüber hinaus um Spezialitäten wie Hendrix’ Spiel mit der Zunge, das Spiel mit der Gitarre hinter dem Kopf, der Fall in die Knie, das auf dem Rücken liegende und sich dabei drehende Spiel Agnus Youngs, das Halten der Gitarre zwischen den Beinen oder das weite Herausstrecken der Zunge.
Diese „Pflicht“ kann dann mithilfe eines Bewertungsbogens und den obligatorische Bewertungszahlen von einer Jury beurteilt werden.
Empfehlenswerte Songs
Walk this way
You Ain’t Seen Nothing Yet
Fight For Your Right
All Right Now
Voodoo Child
American Woman
Smells Like Teen Spirit
Song 2
Kids Wanna Rock
Darüber hinaus ist es immer wieder interessant, Coverversionen von Orchestermusik einzsetzen, wie
Sabre Dance
Bird and Peter oder
Canon Rock
da die Schüler hierbei nebenbei eine Hörrepertoireerweiterung erfahren können, die in gewisser Weise Lust auf mehr weckt.
Weiterhin gibt es einen iMix gibt es für iTunes-Nutzer. Letzten Endes gab es beim Kiddy Contest eine interessante Adaption des Songs “Zeit für Optimisten” (Silbermond). Der Song Gitarristen bietet sich für den Musikunterricht an – den Text gibt es hier.
BeatBoxing im Musikunterricht
0BeatBoxing im Musikunterricht
BeatBoxing (auch Human Beat Box) wird oft als das fünfte Element im HipHop (neben MCing, DJing, Breakdance und Graffiti) bezeichnet. Hierbei werden schlagzeug- bzw. drumcomputerartige Sounds mit dem Mund und unter Zuhilfenahme von einem Mikrofon erzeugt und oft durch nahezu akrobatische Stimmleistungen wie Scratching, Percussion, Gesang, Bass- bzw. Synth-Lines und sonstige Geräusche ergänzt.
Was ursprünglich in Ermanglung eines Drumcomputers imitiert wurde, etablierte sich sehr rasch als eine Kunstform: Beatboxer wie Killa Kela, Rahzel oder Kenny Muhammad, den man auch einmal vor klassischem Sinfonieorchester hört, gelten als Meister ihres Faches und die Video von ihnen haben sehr hohen künstlerischen wie auch unterhaltenden Charakter.
Eine der Grunddisziplinen für Beatboxer scheint u.a. “If your mother only knew” zu sein,ein Song bei dem die Beatboxer die Melodie singen und sie “gleichzeitig” mit Drumsounds unterlegen bzw. bei der Drumgeräusche an Textsilben geheftet werden. Hierzu findet man auf YouTube Tutorials.
Das Notenbild kann helfen, die Komplexität zu erfassen; nach mehrmaligem Üben stellt man fest, dass das Pattern nicht so schwer ist, wie es anfangs den Anschein nimmt.
Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Videos und mp3 zum legalen Download, um die Technik zu üben bzw. abzuschauen, die auf den Seiten humanbeatbox.com, einem Wiki und weiteren Seiten mit Tutorials und Hilfen nachgelesen bzw. -gehört werden können.
Beatboxing wurde in erster Linie über Imitation gelernt; Publikationen gab es anfangs so gut wie gar nicht – mittlerweile wurde aber aucher dieser Markt bedient und so findet man mit
Groove Karaoke, Vocal Percussion
und Rap Rhythm & Rhyme
Bücher, die vor allem für Schüler und Jugendliche gedacht und somit für die Schule geeignet sind.
Mittlerweile trennt sich das BeatBoxing immer mehr vom HipHop und etabliert sich auch im klassischen Chorwesen, wo sie – im Stil von Take 6 – zum Begleiten von rhythmischen Acapella-Songs eingesetzt wird.
Da Beatboxing eine stimmliche Musizierform ist, die sehr viel Übung voraussetzt, kann sie in einer Unterrichtseinheit nur tangiert werden – dennoch ist man oft überrascht, wie viel die Schüler hiervon schon wissen bzw. können.
Die Stimme imitiert beim Beatboxing in erster Linie die Hauptteile des Schlagzeugs, die Bassdrum, die Snare und die Hi-Hat. Professionelle BeatBoxer bauen noch andere Instrumente ein.
Da jedes Schlagzeug ein wenig anders klingt, wird auch beim BeatBoxing mit unterschiedlichen Sounds gearbeitet.
Bassdrum
Da jedes Schlagzeug ein wenig anders klingt, wird auch beim BeatBoxing mit unterschiedlichen Sounds gearbeitet.
1. Möglichkeit “Bb”
Ein möglichst hartes “B” aussprechen, das in Richtung “Bww” geht; die Snare wird durch das “Ps” gesprochen.
2. Möglichkeit “Bu”
Das “Bu” wird ausgesprochen wie Bus ohne “s”. Das “B” dabei hart und kraftvoll mit geschlossenen Lippen sprechen und das “u” mit tiefster Stimme ganz kurz sprechen
3. Möglichkeit “Ng”
Diesen erzeugt man, indem man ein “Würge-Schluck-Geräusch” macht, ohne zu schlucken
Die Bassdrum wird also hinten im Hals gesprochen
Snare
Auch hierbei gibt es verschiedene Sounds:
1. Möglichkeit “Pf”
Ein “Pfff” sprechen und ganz viel Luft durch den Lippenspalt pressen (wie beim Imitieren es Reifens, dem Luft entweicht)
2. Möglichkeit “Ps”
Wie oben klingt es mit “s” ein wenig “nasser”
3. Möglichkeit “Kl”
Die Zunge gegen den Gaumen pressen und hierbei “kl”sprechen, so dass die Luft seitlich entweicht.
4. Möglichkeit “ts”
Hierbei einfach ein “t” knapp und kurz aussprechen und die Zunge nach unten ziehen; die Snare-Drum klingt hiermit “funky”
5. Möglichkeit “ksch”
Sprich ein “sch” ganz kurz aus und setze ein wenig Luft davor, so dass der Sound wie ein “k-sch” klingt.
Bassdrum und Snare
Nun kann man beide Sounds kombinieren, so dass sich erste Pattern ergeben, die schon ziemlich gut nach HumanBeatBox klingen.
Durch die Zuhilfenahme eines Mikrofons klingen die Sequenzen wesentlich authentischer. Dennoch muss die Technik nicht zwingend eingesetzt werden – echte Beatboxer können auch ohne.
HiHat geschlossen
Bassdrum, Snare und HiHat dienen als Basis der meisten Beats. Die geschlossene Hi-Hat imitiert man, indem man ein “t” bei geschlossenen Zähnen spricht.
Schwieriger wird es, wenn die HiHat sehr schnell gespielt werden soll. Hier hilft manchmal der Trick, dass man “T” und “K” im Wechsel spricht; man wird damit schneller.
HiHat offen
Die offen HiHat imitiert man am besten, indem man ein “tsss” bzw. nur ein “sss” spricht. Ein HiHat-Groove wird dann lebendig, wenn sich geschlossenen und offene HiHat abwechseln:
Wenn alle Sounds durchprobiert sind, kann man versuchen, eigene Grooves zu beatboxen:
Beatboxing hört sich nicht nur interessant an, es hat auch auf der Bühne stets einen gewissen Reiz, der das Publikum fasziniert – von daher ist diese Technik auch prädestiniert, um sie in Szene zu setzen und somit Feiern, Revuen und kleine Auftritte zu bereichern.
Und für diejenigen, die gerne ein wenig mehr üben möchten, hier ein Beispiel, quasi aus der Championsleague (ein Mensch, keine Sampler, keine zweite Stimme)
Charles Ives – “The Fourth Of July”
0Charles Ives – “The Fourth Of July”
Der Independence Day ist in Amerika einer der wichtigsten Feiertage, erinnert er doch an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776.
Der amerikanische Komponist Charles Ives hat diesem Tag ein besonders bekennswertes Denkmal mit seinen Holidays Symphoniesdurch „The Fourth of July“ (neben „Washington‘s Birthday“, „Decoration Day“ und „Thanksgiving and Forefather‘s Day“), gesetzt, indem er eine Klangcollage der besonderen Art erstellt hat:
Er erzeugte ein Bild, in dem zwei musizierende Kapellen an einem Beobachter vorbei marschierten, versteckte kleine Sequenzen wie „Columbia, the Gem of the Ocean“, „Battle Hymn of the Republic“ (Glory Halleluja) oder „Yankee Doodle“, die er in einen zwar atonalen und arhythmischen aber dennoch äußerst interessanten und nachvollziehbaren Klangteppich einwob.
Das Stück lässt sich auf YouTube hören. Um die Musik aus einem solchen Link zu extrahieren, bietet die Seite kickyoutube.com die schnellste und effektivste Hilfe. Hierzu setzt man im Browser vor das Wort youtube (also direkt hinter www.) einfach den Begriff „kick“ (ohne Anführungszeichen), womit der Link zur entsprechenden Seite geöffnet wird, wo entsprechende Konvertierungsmöglichkeiten (von *.mp4 über +:flv bis *.mp3) geboten werden.
Die Seite keepingscore, ein äußerst interessantes Projekt des San Francisco Symphony Orchestra und eine unglaublich bereichernde Quelle für Musiklehrer, bietet neben einem erklärenden Video einen sehr gut animierten Einblick mit Hörbeispielen in die Partitur, was vor allem in höheren Klassen von Interesse sein kann.
Im Bereich „Fathers Experiments“ wird Ives Kompositionstechnik anhand einer animierten Grafik mit Musik erklärt, an der die Schüler das Klangexperiment nachvollziehen können.
Letztlich lässt sich ein ähnliches Sounddesign im Musikunterricht erstellen, indem zwei (oder mehrere) musizierende Gruppen an einer Beobachtergruppe vorbeimarschieren. Da diese Form des Spielens und Singens sehr viel Konzentration und Musikalität abverlangt (man darf sich nicht irritieren lassen, muss auf seine Gruppe achten, ohne Rhythmus oder Tonart der anderen Gruppe zu übernehmen), lässt sich die Grundidee einfacher weiterspinnen, indem man beispielsweise ein quodlibet (in diesem Fall eine aus I-vi-ii-V – Turnarounds bestehendes Quodlibet mit “Les anges dans nos compagnes”, “I like the flowers”, “Sur le pont d’Avignon” und “Zwei kleine Wölfe”, welches sich beliebig weiter- bzw. so ähnlich arrangieren lässt) aus verschiedenen Richtungen startet, die aneinander vorbeimarschieren.
Dies lässt sich choreographieren und sogar im Rahmen einer Feierstunde äußerst wirksam aufführen, etwa derart, dass die unterschiedichen Gruppen aus verschiedenen Ecken des Raumes durch das Publikum marschieren und somit jeder Hörer seine eigene Bühne bietet.
Selbstverständlich lässt sich das Projekt auch in einem Audio-Editor nachstellen, bearbeiten bzw. kann man in ähnlicher Art experimentell vorgehen.
Begleitpattern mit Bodypercussion
2Begleitpatterns mit Bodypercussion
Peter Stavrum war Mitglied der ersten Besetzung im Stomp-Team, mit denen er lange Zeit auf Tournee war. Seine Kentnisse im Spiel und Tanz mit Körperinstrumenten gibt er mittlerweile in Workshops weiter.
Dankenswerter Weise hat er vier Folgen auf YouTube gestellt, in denen er einfache Begleitfiguren vorstellt, die sowohl zum einfachen Musizieren als auch zur Begleitung von Liedern bzw. Raps hervorragend geeignet sind, da sich didaktisch progressiv aufgebaut und somit für eine Lerngruppe ausreichend differenziert werden können.
Begleitpattern 1 + 2
Diese einfache Figur, aus dem Funk-Rock-Bereich stammend, dient als Ausgangsmaterial für die weiter folgenden Figuren.
Dient das Pattern lediglich als Begleitung im Unterricht, kann es so gestampft werden, wie es jeder am sinnvollsten empfindet. Wird es von einer Gruppe aufgeführt, bietet es sich an, die Schrittfolge (etwa rechts, klatsch, links-rechts, klatsch) zu choreographieren.
Der Groove kann leicht durch einen kleinen Schnipser auf die “eins und” ergänzt werden, die in diesem Fall die Funktion einer Hi-Hat übernimmt.
Die kompletten Abfolge sieht dann so aus:
Begleitpattern 3 + 4
Durch einen weiteren Schnipser wird die Figur abermals ein wenig lebendiger (und somit zwangsläufig auch ein wenig schwerer), da nun “snap” und “clap” (also der Klatscher und der Schnipser) quasi die Funktion einer offenen und der geschlossenen Hi-Hat übernehmen.
In der nächsten Stufe kommt eine Betonung auf die “drei und” hinzu.
Dies verleitet allerdings dazu, dass die Schüler mit der Betonung auch das Tempo anziehen bzw. der Groove verlieren, so dass gerade diese Figur besonders beobachtet und geübt werden muss.
Die Gesamtchoreographie sieht so aus:
Begleitpattern 5 + 6
Durch einen Vorschlag auf die “vier-und-e” wirkt der Bass nun noch rockiger, lebendiger und hat somit ein Mehr an Groove, wenngleich diese Figur von den Musikern auch ein wesentliches Mehr an Konzentration abverlangt; die Schrittfolge ähnelt in gewisser Weise einer Tanzschrittfolge.
Ergänzt wird dies durch einen weiteren Schnipser, der abermals Hi-Hat-Funktion übernimmt, so dass die Figur letztlich zu einem äußerst komplexen Groove führt.
Die gesamte Choreographie lässt sich hier noch einmal nachvollziehen:
Um aus den einzelnen Pattern eine komplexe Choreographie zu gestalten, bietet es sich an,
- nacheinander in den Groove einzusteigen,
- ein Crescendo aufzubauen,
- den Tritt beispielsweise gegen Wände oder Tonnen auszuführen,
- statt dem “Clap” auf Wände, Tische oder Stühle bzw. einander in die Hände (abklatschen) zu schlagen,
- die verschiedenen Figuren miteinander zu mischen und
- durch einen einfachen Break zu ergänzen.






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