Stimmspiele
Harry Potter Rhythmical
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Harry Potter Rhythmical
Das Internet bringt bekannter Weise gewisse Trägheitseffekte mit sich und so ist es nicht verwunderlich, dass manche Dinge nach Jahren wieder zurückkehren – wie in diesem Falle.
Das Rhythmical des “Mysterious Ticking Noise” der Potter Puppet Pals, einer Gruppe, die Geschichten um und mit Harry Potter mit Handpuppen darstellt und diese u.a. bei youtube veröffentlicht, hat sich in den letzten Monaten (wieder einmal) zu einem äußerst beliebt Film etabliert: Ein Rhyhtmical, wie man sie zahlreich (und oft auch sehr schlecht) in Musikbüchern findet – hier allerdings witzig.
Vielleicht ist es gerade deshalb prädestiniert für den Musikunterricht und kann wahrscheinlich von Klasse 3 an in nahezu allen Stufen eingesetzt werden. Ob es nun mit- oder nachgespielt, gesprochen oder nur dargestellt, erweitert, ergänzt, übersetzt oder in ähnlicher Weise (mit anderen Film- oder Romanfiguren, Fußballthemen, Lehrern aus der Schule, Politikern, Persönlichkeiten der Geschichte usw.) adaptiert wird – das Grundmaterial (es erinnert sehr stark an Ottos legendäres “Dupscheck“) ist in jedem Falle inspirierend genug:
Über die Technik des LiveLoopings habe ich an dieser Stelle bereist ausgiebig geschrieben bzw. darauf verwiesen, wie so etwas bzw. etwas ähnliches auch mit technischen Hilfsmitteln bewerkstelligt werden kann.
Wer das Stück so wie es im Video zu sehen und zu hören ist, aufführen (oder es adaptieren und sich am Notenbild des Originals orientieren) möchte, kann hier die Partitur einsehen und laden.
Die Stimmgabel als Hilfsmittel beim Solmisieren
0Die Stimmgabel als Hilfsmittel beim Solmisieren
Beim Umzug bin ich auf meine alte Stimmgabel aus Studienzeiten gestoßen und mir fiel ein, wie eine Anwärterin vor einiger Zeit damit ihren Musikunterricht bereicherte – ich berichtete hier davon.
In meinen Klassen, in denen ich seit mehr als neun Monaten solmisiere – wir sind mittlerweile im Fünftonraum angelangt – habe ich damit in diesen Tagen gespielt und äußerst interessante Erfahrungen gemacht.
Die Stimmgabel zum Einstimmen
Die Stimmgabel wurde herumgereicht und es wurde experimentiert (hier empfiehlt es sich, mit fünf bis zehn Gabeln zu arbeiten; eine Investition von ca. 25 Euro, die sich – strebt man stehende Übungen an – rentieren kann) und herausgefunden, was da wie schwingt und in welchem Zusammenhang steht. Beim genauen Hinschauen wurde “440 Hz” entdeckt, worauf die Erklärung (440 Schwingungen in der Sekunde) erwartungsgemäß Erstaunen auslöste. Weiterhin wurde experimentiert, auf welchen Flächen (bzw. in der Erklärung: über welchen Hohlräumen) der Klang besonders gut klingt.
Es wurde sich auf eine Anschlagsweise (Handrücken) geeinigt, um Nebengeräusche zu vermeiden. Nun sollte jeder Schüler die Gabel ans Ohr halten und den Ton hören und sich merken, ohne ihn zu summen.
Alle haben dann gemeinsam den Ton gesungen. Ein äußerst (und in verschiedenen Klassen entsprechend unterschiedliches) interessantes Ergebnis, mit dem sich dann auch facettenreich (nur Jungen, nur Mädchen, die linke Gruppe, die rechte Gruppe, laut, leise, gesummt, auf Tonsilben, auf Worte, um den Ton herumsingen und schließlich auf ihm landen usw.) spielen lässt.
Die Stimmgabel zum Liedbeginn
Hier lassen sich verschieden Varianten gestalten:
- Die Schüler halten die Stimmgabel ans Ohr und summen nach und nach den Ton mit
- Die Schüler halten die Stimmgabel ans Ohr und hören den Ton, ohne ihn zu summen und benutzen ihn als Anfangston
- Die Schüler halten die Stimmgabel ans Ohr und benutzen den Ton als Grundton, den sie mitsummen
- Die Schüler suchen vom Grundton ausgehend den Anfangston der Melodie
- usw.
Die Stimmgabel in solmisierenden Klassen
Je nach Stand der Schüler kann man hier stellenweise verblüffende Ergebnisse erzielen:
- Stimmgabelton ist “so” – das “mi” (“re”, “la”) muss gesungen werden
- Stimmgabelton ist “so” – das “mi” (“re”, “la”)muss gesungen werden, ohne “so” zu singen
- Stimmgabelton ist “mi” – das “so” muss gesungen werden
- Stimmgabelton ist “mi” – das “so” (“re”, “la”)muss gesungen werden, ohne “mi” zu singen
- Stimmgabelton ist “la” – das “so” (“mi”, “re”)muss gesungen werden, ohne “so” zu singen
- usw.
Diese Spiele sind anstrengend und man sollte sie nur anfangs nur behutsam spielen und dabei sehr viel führen und mitsingen. Im Laufe der Zeit, wenn man sie als stehende Übung in jeder Musikstunde zu Beginn der Solfèges spielt, wird es für viele Schüler immer leichter, den entsprechenden Ton zu finden.
BeatBoxing im Musikunterricht
0BeatBoxing im Musikunterricht
BeatBoxing (auch Human Beat Box) wird oft als das fünfte Element im HipHop (neben MCing, DJing, Breakdance und Graffiti) bezeichnet. Hierbei werden schlagzeug- bzw. drumcomputerartige Sounds mit dem Mund und unter Zuhilfenahme von einem Mikrofon erzeugt und oft durch nahezu akrobatische Stimmleistungen wie Scratching, Percussion, Gesang, Bass- bzw. Synth-Lines und sonstige Geräusche ergänzt.
Was ursprünglich in Ermanglung eines Drumcomputers imitiert wurde, etablierte sich sehr rasch als eine Kunstform: Beatboxer wie Killa Kela, Rahzel oder Kenny Muhammad, den man auch einmal vor klassischem Sinfonieorchester hört, gelten als Meister ihres Faches und die Video von ihnen haben sehr hohen künstlerischen wie auch unterhaltenden Charakter.
Eine der Grunddisziplinen für Beatboxer scheint u.a. “If your mother only knew” zu sein,ein Song bei dem die Beatboxer die Melodie singen und sie “gleichzeitig” mit Drumsounds unterlegen bzw. bei der Drumgeräusche an Textsilben geheftet werden. Hierzu findet man auf YouTube Tutorials.
Das Notenbild kann helfen, die Komplexität zu erfassen; nach mehrmaligem Üben stellt man fest, dass das Pattern nicht so schwer ist, wie es anfangs den Anschein nimmt.
Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Videos und mp3 zum legalen Download, um die Technik zu üben bzw. abzuschauen, die auf den Seiten humanbeatbox.com, einem Wiki und weiteren Seiten mit Tutorials und Hilfen nachgelesen bzw. -gehört werden können.
Beatboxing wurde in erster Linie über Imitation gelernt; Publikationen gab es anfangs so gut wie gar nicht – mittlerweile wurde aber aucher dieser Markt bedient und so findet man mit
Groove Karaoke, Vocal Percussion
und Rap Rhythm & Rhyme
Bücher, die vor allem für Schüler und Jugendliche gedacht und somit für die Schule geeignet sind.
Mittlerweile trennt sich das BeatBoxing immer mehr vom HipHop und etabliert sich auch im klassischen Chorwesen, wo sie – im Stil von Take 6 – zum Begleiten von rhythmischen Acapella-Songs eingesetzt wird.
Da Beatboxing eine stimmliche Musizierform ist, die sehr viel Übung voraussetzt, kann sie in einer Unterrichtseinheit nur tangiert werden – dennoch ist man oft überrascht, wie viel die Schüler hiervon schon wissen bzw. können.
Die Stimme imitiert beim Beatboxing in erster Linie die Hauptteile des Schlagzeugs, die Bassdrum, die Snare und die Hi-Hat. Professionelle BeatBoxer bauen noch andere Instrumente ein.
Da jedes Schlagzeug ein wenig anders klingt, wird auch beim BeatBoxing mit unterschiedlichen Sounds gearbeitet.
Bassdrum
Da jedes Schlagzeug ein wenig anders klingt, wird auch beim BeatBoxing mit unterschiedlichen Sounds gearbeitet.
1. Möglichkeit “Bb”
Ein möglichst hartes “B” aussprechen, das in Richtung “Bww” geht; die Snare wird durch das “Ps” gesprochen.
2. Möglichkeit “Bu”
Das “Bu” wird ausgesprochen wie Bus ohne “s”. Das “B” dabei hart und kraftvoll mit geschlossenen Lippen sprechen und das “u” mit tiefster Stimme ganz kurz sprechen
3. Möglichkeit “Ng”
Diesen erzeugt man, indem man ein “Würge-Schluck-Geräusch” macht, ohne zu schlucken
Die Bassdrum wird also hinten im Hals gesprochen
Snare
Auch hierbei gibt es verschiedene Sounds:
1. Möglichkeit “Pf”
Ein “Pfff” sprechen und ganz viel Luft durch den Lippenspalt pressen (wie beim Imitieren es Reifens, dem Luft entweicht)
2. Möglichkeit “Ps”
Wie oben klingt es mit “s” ein wenig “nasser”
3. Möglichkeit “Kl”
Die Zunge gegen den Gaumen pressen und hierbei “kl”sprechen, so dass die Luft seitlich entweicht.
4. Möglichkeit “ts”
Hierbei einfach ein “t” knapp und kurz aussprechen und die Zunge nach unten ziehen; die Snare-Drum klingt hiermit “funky”
5. Möglichkeit “ksch”
Sprich ein “sch” ganz kurz aus und setze ein wenig Luft davor, so dass der Sound wie ein “k-sch” klingt.
Bassdrum und Snare
Nun kann man beide Sounds kombinieren, so dass sich erste Pattern ergeben, die schon ziemlich gut nach HumanBeatBox klingen.
Durch die Zuhilfenahme eines Mikrofons klingen die Sequenzen wesentlich authentischer. Dennoch muss die Technik nicht zwingend eingesetzt werden – echte Beatboxer können auch ohne.
HiHat geschlossen
Bassdrum, Snare und HiHat dienen als Basis der meisten Beats. Die geschlossene Hi-Hat imitiert man, indem man ein “t” bei geschlossenen Zähnen spricht.
Schwieriger wird es, wenn die HiHat sehr schnell gespielt werden soll. Hier hilft manchmal der Trick, dass man “T” und “K” im Wechsel spricht; man wird damit schneller.
HiHat offen
Die offen HiHat imitiert man am besten, indem man ein “tsss” bzw. nur ein “sss” spricht. Ein HiHat-Groove wird dann lebendig, wenn sich geschlossenen und offene HiHat abwechseln:
Wenn alle Sounds durchprobiert sind, kann man versuchen, eigene Grooves zu beatboxen:
Beatboxing hört sich nicht nur interessant an, es hat auch auf der Bühne stets einen gewissen Reiz, der das Publikum fasziniert – von daher ist diese Technik auch prädestiniert, um sie in Szene zu setzen und somit Feiern, Revuen und kleine Auftritte zu bereichern.
Und für diejenigen, die gerne ein wenig mehr üben möchten, hier ein Beispiel, quasi aus der Championsleague (ein Mensch, keine Sampler, keine zweite Stimme)
Aleatorik – ein Bild als Partitur
0Aleatorik – ein Bild als Partitur
Jarbas Agnelli ein Filmemacher und Musiker aus Sao Paulo sah beim Zeitungslesen ein Foto von Vögeln, die auf einer Stromleitung saßen. Aus der Anordnung des Bildes kam ihm die Idee, Stromleitungen als Partiturlinien und die Vögel als Noten zu verwenden.
I knew it wasn’t the most original idea in the universe. I was just curious to hear what melody the birds were creating.
Eine Idee, die sich sehen und hören lassen und die im Musikunterricht adaptiert werden kann.
Birds on the Wires from Jarbas Agnelli on Vimeo.
Über eine Bildersuche bei google oder flickr finden sich zahlreiche ähnliche Bilder, die als Partitur dienen können. Welche Konventionen dann hinsichtlich der Linien (es müssen nicht unbedingt fünf sein), der Anordnung, der Höhe etc. getroffen werden, kann dem Künstler (bzw. Schüler) überlassen oder gemeinsam entwickelt werden.
Diese Partituren lassen sich sowohl mit herkömmlichem Instrumentarium live spielen, als auch singen. Darüber hinaus lassen sich diese oder ähnlicher Bilder im Matrixeditor eines MIDI-Programmes nachzeichnen.
LiveLooping im Unterricht
3LiveLooping im Unterricht
RicoLoop wirkt auf den ersten Blick wie ein Beatboxer; erst beim genaueren Hinsehen (und -hören) merkt man, dass er ein gerade erzeugtes Pattern irgendwie aufgenommen hat, denn es wiederholt sich nun ständig, während der Künstler ein weiteres Pattern dazu einfließen lässt. Die beiden Rhythmen laufen in einer Endlosschleife weiter, während nun ein Basslauf, ein Gitarrenpattern und weitere Begleitinstrumente eingespielt werden, die ebenfalls immer wieder wiederholt werden. Plötzlich klingt eine Art Turnaround einer kompletten Rhythmussektion, die live von einem Mann erzeugt nun als Begleitband für ihn selbst bzw. sein Melodicaspiel dienen. RicoLoop ist “One Man Jam”.
Er arbeitet live als Multiinstrumentalist, baut seine Arrangements sukzessive nacheinander auf und lässt so polyrhythmische, patternbasierte Kunstwerke entstehen, die improvisiert und somit auf Zeit und Raum abgestimmt zu sein scheinen. Hierfür setzt er – genau so einfach wie genial – eine BOSS LoopStation ein, mit deren Hilfe er Stück für Stück Drumpattern (meist als HumanBeatBoxer), Percussionselemente, Bassläufe, nacheinander eingesungene Chorstimmen, Synthezsizerklänge oder Gitarren- aber auch Melodica- bzw. Mundharmonikapattern einspielt, welche overdubbt werden, um somit ein repetitives Arrangement aufzubauen, welches die live erstellte Begleitfunktion für seine Live-Performance darstellt.
Ein Loop war ursprünglich ein an beiden Enden zusammengeklebtes Tonband, welches als Endlosschleife abgespielt wurde. Dieses wurde oft und gerne im Sounddesign für Hintergrundgeräusche eingesetzt. Deshalb stimmt die Wikipedia-Definition wohl am ehesten, wonach ein Loop ein zeitlich begrenztes Klangereignis (etwa ein eintaktiges Drumpattern) ist, welches mit technischen Hilfsmitteln (am Computer oder mit Hardwaregeräten) wiederholt wiedergegeben wird.
Looporientiertes (und somit patternbasiertes) Arrangieren ist die gebräuchlichste Arbeitsweise bei Musikprogrammen wie „Fruity Loops“, „Magix Music Maker“ oder „GarageBand“ und stellt somit in den letzten Jahren den Hauptaspekt in der Produktion von Popmusik (vor allem Techno und HipHop) dar, wobei hier in der Regel vorher aufgenommene Sequenzen eingesetzt, verarbeitet und miteinander arrangiert werden.
Beim Live Looping werden die einzelnen Pattern während der Darbietung eingespielt, so dass die Produktion des Loops genau so zum musikalischen Prozess gehört wie das Musizieren zum bzw. mit der erstellten Sequenz.
Ein Looper (auch Loopmachine wie die LoopStation von BOSS bzw. eine Software) ermöglicht es, nacheinander eingespielte Patterns gleichzeitig erklingen zu lassen. Diese Arbeitstechnik nennt man Overdubbing.
Von Overdubbing spricht man, wenn die einzelnen Spuren eines Stückes nacheinander eingespielt bzw. eingesungen und dann miteinander abgespielt werden. Populärste Beispiele hierfür sind neben den Beatles ABBA (die einzelnen Stimmen wurden mehrfach aufgenommen), Queen (Freddy Mercury sang gerne den kompletten Chor) oder die Les Humpreys Singers, die nur mit vier Spuren arbeiteten und deren letzte Spur stets aus einer Improvisationsspur bestand, die dann den klassischen Sound ausmachte.
Die Arbeit mit LiveLooping bzw. mit Overdubbings ist auch in der Schule in vielerlei Hinsichtlich sinnvoll einsetzbar:
Bobby McFerrin bietet ein “Just Enough Game” an, mit dem man einzelne Stimmspuren des Künstlers mischen und somit neu arrangieren kann. Ein Notenfenster liefert weiterhin einen visuellen Überblick über die einzelnen Patterns.
Mit dem LividLooper gibt es eine Software, welche genau die gleichen Funktionen wie eine LoopStation liefert. Sie ist Freeware und somit gerade im Schulbetrieb ein dankbares und bereicherndes Element für den Musikunterricht. (Dank dem Tastengott für diesen Tipp)
Mit LiveLooping lässt sich im Unterricht vom improvisierten BeatBox- oder BodyPercussion-Arrangement bis zur gezielten Komposition (die sich mit nahezu allen Instrumenten des schulischen Alltags – von Boomwhackers über Xylophon bis hin zur Keyboardgruppe – spielen lässt) nahezu alles erstellen, was auf repetetiven Pattern basiert.
Der Break im wahrsten Sinne als „Bruch“ und macht die Darbietung interessanter. An dieser Stelle muss dann der Looper ausgeschaltet (gestoppt) werden.
Müll-Percussion-Loop
Hierbei handelt es sich um ein Arrangement, welches auf „Nichtinstrumenten“ (also in einer leichten Stomp-Adaption) gespielt werden soll. Es soll als „Matrix“ verstanden werden; weitere Instrument- und Patternideen bereichern es.
(Anm.: K = Karton, kann aber auch auf einem Mülleimer gespielt werden; T = Tüte, diese soll aneinander gerieben werden; BB = Brotbox, die mit Bleistiften gespielt wird, wobei der obere Ton auf dem Deckel, der untere am Rand gespielt werden soll; S = Schlüssel, der zunächst geschüttelt wird und im zweiten Takt in der Hand gehalten wird, derart, dass das Zusammenschlagen der Finger um den Schlüsselbund ein Geräusch erzeugt; F = Wasserflaschen (leer), welche entweder auf die Tischkante oder gegeneinander geschlagen werden; P = Papier) am besten großes Zeitungspapier, welches im ersten Takt laut geknüllt und im zweiten Takt aneinander gerieben werden soll.
Bolero-Kanon-Adaptionen
In ähnlicher Art und Weise lässt sich mit Hilfe eines Loopers ein Stück Orchestermusik vorbereiten. Folgender (vereinfachter) Satz kann die handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Ravels Bolero einleiten.
Das schwierige Pattern der Snaredrum kann man besonders effektvoll mit einer aneinander geriebenen Plastiktüte gestalten; der Satz lässt sich mit jedwedem Instrumentarium erarbeiten und verliert auch mit Boowmackers nichts von seiner Faszination.
Adäquat dazu kann Pachelbels Canon vor- bzw. nachbereitet werden (auch dieses Arrangement kann mit Boomwhackers gespielt werden), da auch dieses Stück im Grunde loopbasiert aufgebaut ist.
BandLoop
Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass die meisten Loop-Künstler gerne Funky-Rhythmen einspielen.
Der BandLoop ist für höhere Klassen (etwa ab 7. Schuljahr) geschrieben. Die speziellen Spieltechniken sind für diese kurzen Pattern sehr einfach zu erlernen. Das Schlagzeug kann durchaus in zwei oder drei Durchgängen (erst nur Bassdrum und Snare, im zweiten Durchgang die HiHat) eingespielt werden (im letzten Takt auf die „vier und“ ist die HiHat geöffnet).
Der E-Bass wird geslapt gespielt, d.h. der Daumen schlägt auf die tiefe E-Saite. Jeweils auf die „vier und“ eines jeden Taktes wird die D-Saite „Hammer-On“ gespielt, d.h. leicht angerissen (erste Sechzehntel) und gleich mit dem Zeigefinger der linken Hand im zweiten Bund niedergedrückt. Wenngleich sich das Pattern auf den ersten Blick schwierig liest, ist es dennoch recht einfach zu spielen – der Rhythmus wirkt „bekannt“.
Die E-Gitarre (d-Saite 2. Bund) spielt zu jeder Kreuznote eine so genannte „Dead-Note“, d.h. die Saite wird nicht niedergedrückt sondern vielmehr wird der Zeigefinger leicht über die Saite gelegt, so dass der Ton mehr ein Geräusch ist. Das g wird auf der leeren g-Saite gespielt.
Die Elektroakustische Gitarre (kann durchaus auch von einer E-Gitarre gespielt werden) spielt die oberen beiden Saiten (h- und e‘-Saite) im 12. Bund und hängt nach der letzten Note ein kleines Glissando (Runterrutschen auf den Saiten) an – ein Stilelement im Funk.
Die Stimme der Keyboards kann – wie die Schlagzeugstimme auch – Ton für Ton eingespielt werden.
Auch hier gilt: Das Arrangement soll als „Schablone“ verstanden werden, denn auch hier lassen sich weitere bzw. andere Patterns einsetzen und auch die Instrumentierung kann erweitert bzw. umgestellt (Alltagsinstrumente, Orffinstrumente, Percussion, HumanBeatBox etc) werden.
Low Rider
Letzten Endes kann eine LoopStation immer dort eingesetzt werden, wo schnell ein Begleitrhythmus gebraucht wird bzw. wo ein solcher mit den Schüler erarbeitet werden soll. Das Arrangement zu „Low Rider“ von „War“ (den Schüler aus „Robots“ bekannt), soll als Beispiel dienen, wie man mit den Schüler in kurzer Zeit ein einfaches Halbplayback selbst erstellen kann (wobei die Lehrkraft durchaus das ein oder andere Pattern selbst einspielen darf …)
Luftballon-Konzert
Wie man alleine mit einem Luftballon und einer LoopStation (bzw. der Software-Lösung) musizieren kann, zeigt unten stehendes Video. Auch hier gilt: Diese Idee lässt sich mit zahlreichen Ideen fortsetzen:
Hilfe beim Kanon
Kanons stellen den Musiklehrer gerade am Anfang immer wieder vor das gleiche Problem: Klassen, in denen die Mehrstimmigkeit noch nicht so arg geübt wurde, singen zwar die Melodie als solche richtig, verlieren diese allerdings meist, sobald die zweite (oder weitere) Stimme einsetzt.
Gerade hierbe kann eine LoopStation enorm hilfreich sein, indem die Klasse zunächst komplett die erste Stimme singt, diese aufnimmt und einen Loop erzeugt, um anschließend die zweite Stimme dazu zu singen, also derart, dass die Sänger quasi mit sich selbst einen Kanon singen.
Hiermit kann die Unabhängigkeit bzw. das Singen und vor allem die Orientierung und das Zurechtfinden in der Mehrstimmigkeit spielerisch geübt werden.


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