Stimmbildung
Relative Solmisation in der Liederarbeitung
0Relative Solmisation in der Liederarbeitung
Über relative Solmisation habe ich bereits hier kurz berichtet. Natürlich ist es schön, wenn man in Klassen, die ins Solmisieren eingearbeitet sind, einmal an den Punkt kommt, an welchem man ein Lied quasi “von der Hand” absingen lassen kann; allerdings lässt sich bereits nach zwei oder drei Stunden ein Lied zumindest teilweise auch mittels relativer Solmisation erarbeiten.
Ich gehe i.d. Regel nach dem Handbuch der relativen Solmisation vor, das leider derzeit vergriffen ist, wobei ich oft erst im dritten Schuljahr damit beginnen kann und dementsprechend schneller voranschreite. So singe und spiele ich schon in der ersten Stunde mit “so-mi-la”.
Prädestiniert ist dann (im Idealfall in der dritten Stunde) das Lied “Wir fahren über’s weite Meer”, welches auch unter “Hallay Baloo Balay” (in allmöglichen Schreibweisen) bekannt und eine Übersetzung des Shanties ”Me Father kept a boarding house” ist. Hier lassen sich nämlich bereits im Vorfeld über kleinere Patterns mit “la-so-mi”, “la-so-la-so-mi”, “la-la-la-la-so-mi” etc. Teile des Refrains vorwegnehmen, um somit spielerisch aus den Solfèges (die im Idealfall sogar noch aus einer Stimmbildungsübung erwachsen) in ein Lied einzusteigen und somit über die Gesten, bzw. das Nachahmen von Gesten und Tonsilben zu erarbeiten.
Ein entsprechendes Notenbild mit Handzeichen habe ich hier hinterlegt.
Weitere bekannte Strophen sind u.a.
2. Vom Maste weht ein schwarzes tuch,
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
Wir sind der christlichen Seefahrt Fluch
Hallay Baloo Balay!
3. Das wilde Wasser rauscht und schäumt,
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
Manch einer von der Liebsten träumt
Hallay Baloo Balay!
4. Es heult der Sturm, es pfeift der Wind
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
und unter Deck ein Lied erklingt
Hallay Baloo Balay!
Da diese Strophen zwar geschichtlich interessant aber nur bedingt für Drittklässler geeignet sind, gehen wir dazu über, die erste und die vierte Strophe zu singen und hiernach eigene Strophe zu schreiben. Hier einige Beispiele:
Wir treiben hier auf uns’rem Boot
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
und sehnen uns nach etwas Brot
Hallay Baloo Balay!
Doch lieber hier auf See allein
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
als wieder in der Schule sein
Hallay Baloo Balay!
Der Kapitän, er leidet sehr,
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
denn er verlor seinen Teddybär
Hallay Baloo Balay!
Das Schiff fährt, bis der Mast zerbricht
Hallay Baloo Balay! Hallay Baloo Baloo Balay!
doch Hausaufgaben gibt es nicht
Hallay Baloo Balay!
Unsere Stimme – Ein Phänomen und seine Erforschung
0Unsere Stimme – Ein Phänomen und seine Erforschung
Sie ist so individuell und unverwechselbar wie ein Gesicht. Sie bietet uns ein faszinierendes Spektrum von Möglichkeiten sprechend oder singend zu kommunizieren. Doch wie funktioniert eigentlich unsere Stimme?
Wir benutzen sie jeden Tag mit großer Selbstverständlichkeit. Dennoch wissen wir nicht viel über unsere Stimme. Die Möglichkeit, immer vielfältiger mit Lauten zu kommunizieren, hat unsere geistige und soziale Entwicklung im Laufe der Evolution wesentlich vorangebracht. Mittlerweile sind in Deutschland ein Drittel aller Berufstätigen sogenannte Sprecharbeiter. Menschen wie Erzieher, Anwälte, Verkäufer, Lehrer oder Schauspieler sind jeden Tag auf ihre Stimme angewiesen.
Schon bei Kindern klingen die Stimmen sehr unterschiedlich. Wodurch entstehen die Unterschiede? Und wie kommt es, dass wir eine Stimme sympathisch oder unsympathisch finden? Und warum berühren uns manche Stimmen mehr als jedes andere Musikinstrument?
Ein sehr spannender und interessanter Artikel, der auf 3sat hitec gelesen werden kann. Der passende Film dazu kann u.a. hier angeschaut werden.
Konkret
0Konkret
… Singen ist mehr als das Vortragen von Liedern …
Bei vielen Kolleginnen und Kollegen herrscht die Meinung vor, dass Schüler nicht gerne mit der Stimme arbeiten und somit jedes stimmliche Üben die Restlust am Singen reduziere.
Der Lernbereich „Stimme“ wird somit lediglich auf Erlernen von Liedern bzw. Sprechstücken reduziert.
Dass Stimmbildungsübungen dennoch einen hohen Stellenwert im Musikunterricht haben können, zeigen zahlreiche Publikationen von Lehrern, deren Schüler „ein Lied davon singen können“.
Wichtig ist – wie immer – die Verpackung! Die angebotenen Übungen müssen Freude wecken, dürfen weder zu theoretisch noch zu langwierig sein, sollen aber dennoch transparent sein und müssen vor allem die Prämisse „Freude an der Stimme“ erfüllen.
Die Steigerung der Sprechstimmqualität, das Üben des Sprachgeschickes, die gute Artikulation und das Spiel und Variieren von und mit Stimme sind Nebeneffekte, die sich wiederum fächerübergreifend auswirken.
Ziel ist demnach, Stimmbildungsübungen zu konzipieren, welche die Schüler in ihrer Gesamtheit ansprechen und sich nicht nur auf den Stimmapparat sondern auch ganzheitlich positiv auf die Person auswirken.
Singen darf aber auf der anderen Seite nicht allein als perfekter Dressurakt verstanden werden, bei dem es darum geht, bestimmte Normen zu erfüllen:
… Singen ist ein eigenständiger, wertvoller Bestandteil des persönlichen Ausdrucks …
Integrationshelfer – Handpuppe
Grundsätzlich sollte jede Gelegenheit, sich gänzlich aus dem unterrichtlichen Geschehen zurückzuziehen, beim Schopfe gepackt werden.
Dort, wo der Lehrer – oft auch zwingend – dazu neigt, zuviel zu reden und somit die Kinder überfordert (neudeutsch: „zutextet“), bietet die Handpuppe einen Partner, welcher gewisse Aspekte im Unterrichtsgespräch übernehmen kann.
Die Lehrdarstellung wird somit von einem imaginären Gast übernommen und der Lehrer verschwindet – scheinbar – gänzlich aus der Szene.
Handpuppen mit gestaltbaren Gesichtszügen leben von ganz alleine; die Finger des Spielers bestimmen Mimik und Gestik, die Stimme beeinflusst maßgeblich den Charakter.
Eine solche Figur kann „vorsprechen“ bzw. „vorsingen“, sie kann „richtig“ oder „falsch“ atmen, sie kann die Haltung demonstrieren, Artikulations- und Resonanzübungen vormachen, nachahmen, singen, sprechen usw.
Wen auch immer man einlädt, ob den Frechdachs (der bewusst alles falsch macht) oder die schüchterne Lina (der man alles nochmals genau erklären kann) , ob den Besserwisser, den Dummkopf, irgendwelche Tiere oder sprechende Gegenstände – jeder Gast bestimmt maßgeblich die Unterrichtsstimmung und lädt dazu ein, Lehrstoff zum Erlebnis zu machen.
Ein solcher Partner kann gezielt durch Stimmbildungsübungen führen. Er kann vormachen, Fehler machen, etwas nicht wissen (und brauch die Schüler als Helfer) oder sich nochmals alles erklären lassen.
Wichtig ist allerdings, dass der Charakter „eindeutig“ ist. Eine Handpuppe, die heute alle Aspekte der Stimmbildung erklärt und sie morgen wieder vergessen hat, verliert ihren Reiz! Von daher: den Charakter unbedingt im Vorfeld festlegen und ihn konsequent (Kinder brauchen Wiederholung!) weiterführen – die Schüler freuen sich auf den erneuten Besuch!
Das Spiel mit der Handpuppe, sollte anfangs geübt werden:
Ein Hauptproblem stellt anfangs die Hand-Stimmen-Koordination dar. Achten Sie also unbedingt darauf, dass Sie den Mund nur dann bewegen, wenn Ihr Partner auch wirklich spricht!
Oder umgekehrt: Achten Sie darauf, dass Sie – wenn Ihr Partner spricht – Ihre Hand bewegen!
Hier ist (zumindest anfangs) Übung angesagt; aber lassen Sie sich nicht entmutigen, der Fortschritt ist sehr schnell erkennbar!
Weiterhin sollten Sie anfangs verschärft auf die Trennung zwischen Ihrer und der Stimme Ihres Partners achten.
Es ist normal, dass sich beide Stimmen zu Beginn überschneiden, überlappen oder alles kreuz und quer läuft. Diese Fehler zeigen Ihnen nur, dass Sie auf dem Weg sind, zu lernen! (In der Schule hat es sich gezeigt, dass es den Kindern gar nicht so arg auffällt, wenn man die Stimmen wechselt oder vergisst, die Hand an der richtigen Stelle zu bewegen; aber: wir wollen ja zumindest semi-professionell werden …)
Handpuppen sind mittlerweile recht einfach und vor allem günstig zu erwerben; allerdings sollten sie einen Aspekt erfüllen: Der Mund muss spielbar sein!
Gerade in der Arbeit mit Sprache und Stimme ist es nahezu unabdingbar, dass die Figur ihren Mund deutlich (!) bewegen kann.
Beim Kauf einer neuen Puppe muss man zunächst ausprobieren, was die sie alles kann, wie sie spricht, agiert und ob man überhaupt mit dieser Puppe kann. Schämen Sie Sich nicht vor dem Verkäufer, der ist so etwas gewohnt. Und – wenn er wirklich professionell ist – wird er mit Ihnen zusammen spielen und zeigen, was er so kann (was meistens sehr erstaunlich ist, aber, er ist ja Händler und will verkaufen).
Nur für die Hand des Lehrers?
In sehr kurzer Zeit wird sich die Spielfreude mit Sicherheit auf die Kinder übertragen. Sie freuen sich über den „Gast“ und werden mit ihm arbeiten wollen.
Hier hat sich ein „Tandem-Verfahren“ bewährt, indem sowohl die Puppe des Lehrers als auch die der Schüler helfend agieren.
Wie auf der Abbildung zu erkennen ist, lässt sich bereits mit einfachsten Mitteln eine (wirklich lebendige) Handpuppe herstellen.
Statt der eingeklemmten Brille, lassen sich auch Styroporkugeln mit aufgemalten Pupillen mithilfe von Klettklebeband anbringen.
Der Daumen bildet den Unter-, die übrigen Finger den Oberkiefer der Spielfigur, welche durch einen Gummiring voneinander getrennt werden. Ein weiterer Gummiring bildet den Hals.
Solche Figuren gewinnen an Faszination, wenn man sie vor den Augen der Kinder entstehen lässt..
Auf diese Art und Weise kann jeder Schüler seinen eigenen „Gesangsschüler“ bauen, dem er erklärt bzw. mit dessen Hilfe er seinen Mitschüler weitergibt.
Für die Schildkröte benutzt man eine Socke und einen Gummiring, auf welchem zwei bemalte Tisch-tennisbälle angebracht sind. Die Hand wird mit der Socke durch ein Loch am Hut geführt. Fertig ist die Schildkröte – aber Vorsicht! Sie ist seeehr langsam!
Sie eignet sich hervorragend, um alles noch mal „gaaanz genau“ zu erklären, kann bei Übungen der Halsgymnastik behilflich sein und steht generell für konzentriertes, entspanntes Arbeiten.
Die nächste Zeichnung erklärt sich fast von selbst: Der Kopf wird wie bei der Schildkröte gebaut; wir erlauben uns allerdings einen Kunstgriff am Zwickel; somit wird die Schlange wesentlich länger.
Das Ganze lässt sich noch mit Zauber- oder Füllwatte stopfen, so dass die Schlange fülliger wird.
Achtung! Schlangen sollten zischeln und lispeln und eignen sich hervorragend, um stimmhaftes und stimmloses „S“ zu trainieren!
Weiterhin kann man am Gummiring, welcher die Augen hält, eine Zunge anbringen.
Eine Schlange, die eine Geschichte zu erzählen hat, die atmen, intonieren, singen und deutlich sprechen lässt, leistet wesentlich bessere Stimmbildungsarbeit als der beste Gesangspädagoge!
(Abbildungen aus „James Hodges: Bauchreden“; the magic hands Edition 1990)
Artikulation
0Artikulation
Unter Artikulation versteht man die Bildung einzelner Laute und Lautkombinationen. Ohne exakte Lautbildung ist letztlich kein guter Gesang möglich, da der Zuhörer ja verstehen soll.
Hierzu zählt das deutliche und klare Bilden von Vokalen, Konsonantenverbindungen, Endsilben und Endbuchstaben.
Um Stimmbildung gezielt durchzuführen, ist es sinnvoll, die Schüler anfangs alle Möglichkeiten der Artikulation wieder „entdecken“ zu lassen (es „geschieht“ meist alles und ist ganz „natürlich“…) um sie hierdurch für das „Bilden von Sprache“ verschärft zu sensibilisieren:
Die Zunge
Sie ist das wichtigste Artikulationsorgan, da sie an der Bildung von fast allen Vokalen und Konsonanten beteiligt ist. Schon eine geringe Veränderung ihrer natürlichen Lage hat große Auswirkungen auf den Gesang! So bewirken sowohl eine zurückgeschobene als auch eine im vorderen Teil aufgestellte und verspannte Zunge den „Knödelgesang“.
Wie bei allen Stimmbildungsübungen zielen auch diese zunächst darauf, ein Bewusstsein herzustellen:
Zunächst einmal mit der Zunge „wandern“ (mit der Zunge über die Zähne oder den Gaumen streichen, Zunge aufblähen, rollen, drehen, herausstrecken, schnalzen, flattern lassen („Zungen-R“), wackeln), um sie dann locker und entspannt in den Unterkiefer zu legen usw.
Der Gaumen
Auch dieser Teil des Arikulationsapparates soll genau erkundet werden:
Mit der Zunge den Unterschied zwischen hartem und weichem Gaumen ertasten, über das Singen oder Sprechen von „ng“ die Funktion des Gaumen erkennen, ein „Zäpfchen-R“ sprechen („Gurgeln“), „Näseln“ und dabei die Nase zuhalten usw.
Die Lippen
Die Bildung von Vokalen und Konsonanten geschieht maßgeblich durch die Beteiligung der Lippen.
Auch deren Funktion muss zunächst einmal bewusst gemacht werden:
Die Lippen „schwingen“ lassen (Pferdeschnauben), tonloses Flüstern (auf „harte“ Artikulation achten), mit „eingezogenen Lippen“ (Oma ohne Gebiss) sprechen, flüstern, singen, einen Bleistift zwischen Lippe und Nase festhalten (und versuchen zu sprechen oder zu singen), bewusst langsam und tonlos sprechen und genau auf die Lippenstellung (mit Spiegel oder in Partnerarbeit – wer erkennt die Wörter des anderen?) beobachten, „P-T-K“ so schnell wie möglich sprechen usw.
Der Unterkiefer
Den Unterkiefer locker fallen lassen, mit ihm wackeln („Geistergesicht“), Theatergebrummel spielen („wawawa“), erschrockenes Gesicht machen (der Unterkiefer fällt), alle Vokale in der „A-Stellung“ ausprobieren, in der „E-Stellung“ usw. Darauf achten, dass der Kopf gerade bleibt und der Kiefer locker fällt. Der Mund darf nicht zu weit aufgerissen werden und es dürfen keinerlei Verspannungen auftreten!
Der Kehlkopf
Die Hand an den Kehlkopf setzen und sprechen bzw. singen; beobachten, wann der Kehlkopf „vibriert“, „Gähnen“, auf „hm“ singen und fühlen, in Partnerarbeit vorsichtig beim Nachbarn fühlen usw.
Die Dinge, die für den ausgebildeten oder zumindest interessierten Sänger klar, selbstverständlich und einleuchtend sind, müssen erst einmal in den Horizont der Schüler geweckt werden. Solche „biologischen Musikstunden“ (wieder ein fächerübergreifender Aspekt!) wecken in sehr vielen Schülern das Interesse, noch mehr darüber zu erfahren.
Vokalformen
Beim „A“ hat die Mundhöhle ihre größte Ausdehnung; ist die Mundweite allerdings zu groß, besteht die Gefahr eines flachen, metallischen Klanges, der an „Plärren“ erinnert. Der Unterkiefer sollte so weit geöffnet werden, bis der Widerstand zum Weiteröffnen spürbar ist.
Beim „E“ sollte sich der Zungenrücken leicht gegen den harten Gaumen wölben und die Zähne sollten etwa daumenbreit geöffnet sein. (Vorsicht: wird der Mund zu breit gezogen, klingt der Vokal zu aufdringlich!) Hilfreich bei der Bildung des „E“ kann es sein, den Kiefer fallen zu lassen, die Zungenspitze zu entspannen und es anschließend von „U“ ausgehend zu formen.
Das „I“ sollte derart geformt werden, dass sich der Zungenrücken etwas stärker als beim „E“ gegen den harten Gaumen wölbt, so dass es sich – weil dem „I“ sehr ähnlich – eindeutiger abgrenzt.. Auch hier sollten die Zähne etwa daumenbreit geöffnet sein. Hilfreich bei der Bildung ist oft, den Kiefer locker fallen zu lassen, das „I“ in der Weite eines „a“ zu bilden und möglichst keine Kraft einzusetzen.
Das „O“ ist eine Art Zwischenstufe zwischen „U“ und A“; der Unterkiefer senkt sich hierbei etwas mehr als beim „U“, während die Lippen etwas weniger spitz sind. Hilfreich bei der Bildung des „O“ ist oft, es vom „U“ (u-o) oder vom „A“ (u-a) ausgehend zu formen.
Beim „U“ sollte die Lippenstellung in etwa so sein, als wenn eine Kirsche mit den Lippen gehalten werden sollte.
Die Umlaute
Das „Ä“ ist ein Vokal von breiter Resonanz. Die Mundöffnung ist etwas weiter als beim „E“. (Darauf achten, dass es nicht zu „schafig“ klingt …)
Beim „Ö“ ist die Lippenstellung dem „O“ sehr ähnlich, während die Zungenstellung der des „Es“ entspricht. (Es soll aber nicht zu arg an den „Seelefant“ aus „Urmel aus dem Eis“ erinnern …)
Das „Ü“ setzt sich aus der „U“-Stellung der Lippen und er „I“-Zungenhaltung zusammen.
Die Zwielaute
Hier wird beim Gesang „getrickst”, denn:
„ei/ai“ wird als „A“ mit darauf folgendem unbetonten „E“,
„au“ als „A“ mit darauf folgendem „O“ und
„eu/äu“ als „O“ mit folgendem „Ö“ gesungen.
Die Klinger
Beim „L“ soll die Zungenspitze mit geringem Abstand hinter der Innenseite der oberen Schneidezähne sitzen, während der vorderer Zungenbereich liegt locker am harten Gaumen liegt.
„M“ singt man mit der Zunge in Ruhestellung, die Lippen sind locker geschlossen und die Zähne einen kleinen Spalt weit geöffnet. Man sollte eine leichte Vibration auf den Lippen spüren.
Das „N“ wird gesungen, indem die Zungenspitze an der Innenseite der oberen Schneidezähne sitzt, während der vordere Zungenbereich locker am harten Gaumen liegt. Der Unterkiefer und Lippen sind leicht geöffnet. Die Vibration soll in der Zungenspitze und in der Nase spürbar sein!
Beim „ng“ liegt die Zunge im Ruhezustand, der hintere Zungebereich liegt locker am weichen Gaumen. Auch hier sollen die Vibrationen im Zungenrücken und am weichen Gaumen spürbar sein.
Beim „R“ sollte die Zungenspitze gegen den vorderen Teil des harten Gaumens flattern. Dies ist für viele Schüler sehr schwierig. Um dies zu üben, sollte man den Weg über leichter zugänglichen Nachbarlaute einschlagen, etwa über tdd-tdd-tdd-Rabe. Durch Übung und Beschleunigung kann das „R“ erreicht werden, was aber nicht zwingend im Musikunterricht Verwendung finden muss! Weiterhin ist ein „Schluss-R“ wie bei „Mutter“ kein „A“; man verbleibt vielmehr im Endvokal und löst geringfügig die Sprechspannung.
Reibelaute
Beim „F“ liegen die oberen Schneidezähne locker auf der Unterlippe auf und die Zunge bleibt in Ruhestellung.
Das „S“ singt man, indem die Zungenspitze in Ruhestellung ist. Am Wortanfang und zwischen zwei Vokalen soll es stimmhaft gesungen werden. Ein „scharfes S“ soll – wie auch das „Doppel-S“, das „Sch“ und „Ch“ bzw. die Endsilbe „ig“ stets stimmlos gesungen werden.
Stimmloses „S“, „scharfes S“ oder „Doppel-S“ werden gesungen, indem die Zungenspitze an de Innenseite der oberen Schneidezähne – ohne sie zu berühren – anliegt. Die Lippen sind hierbei leicht geöffnet.
Beim „Sch“ berührt die Zungenspitze nicht die Schneidezähne; vielmehr bildet der vordere Zungenbereich mit dem vorderen harten Gaumen eine Art Engstelle.
Das „V“ wird wie „F“ oder „W“ gebildet.
Beim „W“ liegen die oberen Schneidezähne locker auf der Unterlippe auf. Die Vibrationen sollen spürbar sein. Die Zunge ist entspannt und die Zungenspitze berührt die Innenseite der unteren Schneidezähne.
Explosivlaute
Sollen kurz aber prägnant gesungen werden. Übungen mit Explosivlauten sind gut für die Aktivierung des Zwerchfells geeignet. Wenn die Explosivlaute p, t, k am Schluss eines Wortes stehen folgt ein reflektorisches Einatmen.
Beim „B“ liegen die Lippen aufeinander; mit geringem Druck sollte der leicht-stimmhafter Laut gesprochen werden. (Ein richtig gesprochenes „B“ spürt man auf dem Handrücken)
Ein „D“ wird durch das Lösen der Zungenspitze von der Innenseite der oberen Schneidezähne gebildet. Hierbei muss der Unterkiefer nicht bewegt werden!
Das „G“ bildet man durch Verschluss der Mundhöhle durch den Gaumen und die Zähne.
Das „K“ wird wie das „G“ gebildet, aber etwas härter angesprochen.
Das „P“ ist stimmlos und wird mit etwas größerem Druck als das „B“ gesprochen. Auch dieser Buchstabe ist auf dem Handrücken kontrollierbar.
„Qu“ setzt sich aus nicht zu weichem „K“ und „W“ zusammen.
Das „T“ wird stimmlos und wie das „D“ gebildet.
„X“ wird wie die Endsilbe „chs“ aus „K“ und „S“ zusammengesetzt.
Ein „Z“ ist ein Mischlaut aus „T“ und „S“.
Resonanz
0Resonanz
… Schwingungen eines tönenden Körpers werden auf andere zum Mitschwingen geeignete Körper übertragen …
Nicht großer körperlicher Druck aus den Lungen bringt die Stimme zum Vorschein, sondern die ungestörte optimale Schwingung der Stimmbänder und – davon ausgehend – eine weiterfolgende Resonanz der Luftsäule und des ganzen Körpers. Gute Resonanz bringt automatisch eine Tonverstärkung mit sich.
Die Schwingungen der menschlichen Stimme übertragen sich auf verschiedene Körperbereiche wie die Knochenwände des Schädels und des Brustkorbes und auf die dort vorhandene Luft. Man unterscheidet zwei Resonanzbezirke: Die Kopf- und Brustresonanz.
Unter Kopfresonanz versteht man die Bereiche der Schlund-, Mund-, Rachen- und Nasenhöhlen.
Die Brustresonanz umfasst die Bereiche vom Brustraum bis zum Kehlkopf und ist Fundament und Basis der Stimme und des Körperklangs.
Die bestmöglichste Körperresonanz bezieht sich auf alle Resonanzbereiche (vom Zwerchfell bis zur Schädeldecke). Hierdurch wird der Kehlkopf entlastet und die Tragfähigkeit der Stimme wird verbessert; sie wird dadurch klangvoller.
Jede Vorstellungen, die eine Einatmung in sich trägt (wie z.B. erfreutes Staunen, Schnuppern (und beim Ausatmen den Geruch in der Nase behalten), Gähnen (wobei beachtet werden muss, dass die Stimme hiermit leicht nach hinten rutschen kann), oder Seufzen bewirken (zur Einatmung dazugedacht und während des Singens beibehalten) eine Reduzierung der Ausatemluft und haben somit eine gewisse resonanzfördernde Wirkung.
Der Mund sollte nur mäßig geöffnet sein (kein Sänger-Löwenbrüll-Maul!).
Der Unterkiefer sollte nach Möglichkeit locker fallen (etwa wie beim Gähnen).
Die Zunge sollte flach, schlaff und unbeweglich liegen, um die für das Singen notwendige Weite, Breite und Offenheit zu erzielen.
Cats ’n’ Cows ’n’ Mom
Melodien oder Melodieverläufe bewusst mit „miau-miau“ (Erkennen und Finden der Maskenresonanz), „muh-muh“ (Erkennen und Finden der Kuppelresonanz) oder „ma-ma“ (Erkennen und Finden der Brustresonanz) singen
Hummelflug
Glissandi, Melodien oder Melodieverläufe (etwa im Quintraum abwärts) auf „n“ singen oder gemeinsam einen Ton auf „n“ bzw. „m“ (oder „n“ und „m“ im Wechsel) singen (Wichtig ist, dass die Zunge vorne liegt; hier hilft die Vorstellung, dass man die Töne „über den Hinterkopf zieht“)
Hexenlied
Glissandi, Melodien oder Melodieverläufe auf „Huhu“ singen, um weichen Einsatz auf das „U“ zu trainieren
Hochzeitstorte
Glissandi, Melodien oder Melodieverläufe mit der Vorstellung des „Aaahs!“ beim Hereintragen der Hochzeitstorte singen (auf freudig-erwartungsvolle Gesichter – man muss die Begeisterung spüren – achten!)
Besserwisser
Glissandi, Melodien oder Melodieverläufe mit der Vorstellung eines lächelnden Besserwissers („Neeneeneenee!“) singen; alternativ ihn auch mal „chinesisch“ („Nininininii!“) singen lassen
Dorfglocken
Melodien oder Melodieverläufe bewusst auf „Dong!“ singen
Lemminge
Melodien oder Melodieverläufe bewusst „jammernd“ (Populationsprobleme bei den Männchen der Lemminge
) „Jejejeje“ singen
Philharmonie
Melodien oder Melodieverläufe „stimmlich orchestrieren“ (z.B. Flöten auf „dü“, Klarinetten auf „dudl“, Kontrabässe auf „bumm“ usw.)

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