Prinzipien der Erarbeitungsphase
Selbstkompetenz
1Selbstkompetenz
Dieser Aspekt läuft in einigen Lehrplänen „mit”; Lehrplankommissionen anderer Länder messen ihm einen besonderen Stellenwert zu.
Hierzu zählt
- das Selbstvertrauen, etwas vorzuspielen bzw. mitzusingen
- der Mut, eine Meinung zu äußern
- die Offenheit, den eigenen Geschmack zu verteidigen bzw. die Lieblingsmusik (oder auch eine gefundene Musik) mit in die Schule mitzubringen
- usw.
Überall wo es gilt, gewisse Kompetenzen zu fördern (in diesem Fall weder zwingend „bildend“ noch unbedingt „erziehend“ im herkömmlichen Sinne) bzw. beim Aufbau oder der Ergänzung von Kompetenzen zu helfen oder zu unterstützen, ist auch davon auszugehen, dass bei manchen Schülern gewisse Kompetenzen stärker ausgebildet sind.
Insofern kann dem Aspekt der Selbstkompetenz durchaus auch ein sozial-fördernder Stellenwert beigemessen werden. Sowohl beim Aufbau als auch beim „Grenzen aufzeigen“ (was keineswegs mit destruktiv-belehrendem „Spiel dich nicht so auf!“ verwechselt werden darf sondern vielmehr auf konstruktiv-unterstützende Hinweise, den anderen auch Gelegenheit zur Mitarbeit zu geben, zielt), etwa bei Schülern mit ausgeprägter Freude, aktiv am Unterricht teilzunehmen.
Modelle zur Selbstkompetenzförderung finden sich zurzeit noch vor allem in Projekten wie „starke Mädchen“ oder „Trau Dich!“, welche von ungeheurer Notwendigkeit sind und gar nicht genug unterstützt werden können.
Studien in Schulen, in welchen Klassenmusizieren in Form von Bläser-, Streicher-, Keyboard- oder sonstigen Aktiv-Musizieren-Klassen durchgeführt wird, zeigen, dass vor allem durch diese Modelle gerade der Aspekt der Selbstkompetenz („Ich kann was und bin im Orchester wichtig!“) gefördert wird.
Sprachkompetenz
1Sprachkompetenz
Generell sollte auch im Musikunterricht die Devise „Deutsch als Unterrichtsprinzip“ gelten. Dies heißt nicht, dass mit Argusaugen die Orthographie zum Mittelpunkt werden soll, sondern vielmehr, dass „Sprache trainiert“ werden muss.
Ein sprachlich trainierter Schüler ist in der Lage zu argumentieren, zu diskutieren, zu formulieren, zu verbalisieren, einen Standpunkt aufzubauen, zu widerlegen, zu beschreiben, zu erklären und:
zu fragen!
Dies setzt allerdings voraus, dass die Möglichkeit, dies zu üben, gegeben wird, was bedeutet, dass der Lehrer ihm überhaupt die Gelegenheit dazu gibt …
Sprachliche Förderung (sowie jede Förderung überhaupt) erreicht man zunächst durch
- Vormachen!
Anschließend muss dem Schüler allerdings Gelegenheit gegeben werden, das Gelernte anzuwenden, zu experimentieren, anzupassen, umzustellen und auch Fehler zu machen. Dies kann allerdings nur dadurch geschehen, dass der Lehrer
- Schweigen bzw. das Setzen stummer Impulse
beherzigt, lernt und anwendet. Siehe hierzu „Brain-Storming” und „Impulstechnik”.
Die Frage hinsichtlich der Bildung bzw. Förderung bestimmter Kompetenzen ist ein kleiner Zankapfel der Pädagogik: „Ein Mensch hat Kompetenzen!“ ist das Argument.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Allerdings gibt es gewisse Kompetenzen, welche verstärkt bzw. noch nicht stark ausgebildet sind.
Bevor ein Schüler sprachlich richtig argumentieren bzw. beschreiben kann (Sprachkompetenz), bevor er in der Lage ist, mit anderen adäquat zusammenzuarbeiten (Sozialkompetenz), bevor er Musik vorspielt oder stimmlich-richtig mitsingt (Sachkompetenz), muss er sich dies erst einmal „trauen“!
Hier gilt es – in allen Schulformen – zunächst einmal, die Selbstkompetenz.

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