Prinzipien der Erarbeitungsphase
Sozialkompetenz
0Sozialkompetenz
„Sozialkompetenz heißt, eigene sowie fremde Gefühle und Einstellungen wahrzunehmen, sich personen- und situationsbezogen zu verständigen und zur Verständigung bereit zu sein.“ (Lehrplan Musik Hauptschule, Rheinland-Pfalz, S. 7)
„Die Grundschule ist eine Schule sozialen Lernens.“ (Rahmenplan Grundschule, Rheinland-Pfalz, S. 18)
Sozialkompetenz wird vor allem durch selbständiges Organisieren, also in Gruppen- oder Partnerarbeit geübt und steht im wechselseitigen Verhältnis zur Persönlichkeitskompetenz (Selbstwahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit, Selbstdisziplin, bewusstes Erleben von Stille). Die Sozialkompetenzen des Lehrplans Musik sind:
- einander zuhören
- sachlich argumentieren
- Flexibilität aufweisen
- Gemeinschaftsgefühl entwickeln (Teamwork)
- zur Integration fähig sein
- zur Kooperation fähig sein
- kritikfähig sein
- nonverbale Kommunikation bewusst wahrnehmen und einsetzen können
- Offenheit zeigen
- Positionen beziehen
- Rücksichtsnahme üben
- sich selbst verpflichten können
- Selbst- und Fremdwahrnehmung in Bezug setzen können
- im Team arbeiten können
- Toleranz üben können
- Verantwortung übernehmen können
- Standpunkte als prinzipiell gleichberechtigt akzeptieren
- zweckrational handeln können
Sachkompetenz
0Sachkompetenz
Sachkompetenz darf nicht als isolierte Schulfachkompetenz missverstanden werden. Der Begriff Sachkompetenz beinhaltet zwei miteinander korrespondierende Aspekte:
Zum einen den des inhaltlich-fachlichen Lernens in allen seinen Dimensionen, bezogen auf eine Themenstellung, zum anderen die der Vernetzung dieses Wissens innerhalb und außerhalb des Faches.“ (Lehrplan Musik Hauptschule, S. 6 und Rahmenplan Grundschule, Rheinland-Pfalz)
Sachkompetenz im Musikunterricht beinhaltet außerdem die Anwendung von Fachbegriffen und die musikpraktischen Fähigkeiten.
Sachbegriffe (siehe hierzu die Übersicht „Allgemeine Musiklehre und Instrumentenkunde) im Lehrplan Musik Hauptschule, S. 148 ff.) sind u. a.:
- Tondauer/Rhythmus/Tempo (mit Noten- u. Pausenwerten, Triolen, Tempo-bezeichnungen usw.)
- Takt (Taktarten, Taktwechsel usw.)
- Dynamik (Lautstärkebezeichnungen)
- Melodie/Formbildung (Thema, Motiv, Leitmotiv, Variation, Rondo usw.)
- Zusammenklang/Setzweise (Polyphonie, Bordun, Ostinato, Pattern,Groove, Riff usw.)
- Notation (Notennamen, Notenwerte, traditionelle und graphische Notation usw.)
Generell
0Erarbeitungsphase
Unter diesem Titel tummelt sich ein Sammelsurium von Stufen- und Phasenschemata, welches – je nach Autor bzw. Vertretergruppe – sich in den verschiedensten Begriffen manifestiert.
„Der Sinn dieser Phase besteht darin, die Schüler unter mehr oder weniger direkter Anleitung und Kontrolle des Lehrers in die gestellte Lernaufgabe einzuarbeiten.“ (Hilbert Meyer, Unterrichtsmethoden II, S. 151)
Der Lehrplan Musik sieht – wie Hilbert Meyer – folgende didaktische Kriterien als grundlegend:
- Durch das selbsttätige Arbeiten sollen die Sach-, Sozial- und Sprachkompetenzen der Schüler gefördert werden
- Durch die Thematisierung des methodischen Vorgehens sollen die Schüler angeregt werden, ihre Methodenkompetenzen bewusst weiterzuentwickeln.
- Durch die Verständigung über die im Unterricht anzustrebenden Handlungsprodukte sollen die Schüler zur Selbständigkeit des Denkens, Handelns und Fühlens ermuntert werden.
Handlungsprodukte
0Selbständiges Arbeiten – Handlungsprodukte
Womit die Brücke zum hauptdidaktischen Prinzip, dem handlungsorientierten Unterricht, geschlagen ist. Handlungsorientierung soll – um das Fundament nicht auf blankem Aktionismus („action for fun“) zu bauen – stets auf ein Produkt, das Handlungsprodukt, zielen.
„Handlungsprodukte sind die veröffentlichungsfähigen materiellen und geistigen Ergebnisse der Unterrichtsarbeit.“ (Hilbert Meyer, Unterrichtsmethoden II, S. 158)
Diese Handlungsprodukte werden hergestellt (Dokumentation, Wandzeitung, am Modell, im Heft) oder inszeniert (Diskussion, Rollenspiel, Aufführung). Sie können weiterhin zu größeren Vorhaben und Projekten (Klassen-, Stufen-, Schulaufführung, Feste, Feiern, Konzerte etc.) ausgeweitet werden.
Handlungsprodukte sind u.a.
- Singen
- Spielen
- Inszenieren
- Arbeit mit Kostüm und Maske
- Bühnenbilder erstellen
- Musizieren
- Tanzen
- Malen zu Musik
- Schreiben zu Musik
- Musik am Computer erstellen
- (Wand-)Zeitungen, Reportagen, Präsentationen
- Festhalten auf Bild- oder Tonträgern
- Ausstellungen
- Aufführungen planen und durchführen
- Aufführungsbesuch planen und durchführen
- usw.
Handlungsbezüge sollten sorgfältig vorbereitet und in den Unterricht integriert werden.
Hierfür ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von „lehrgangsmäßig geordneten und handlungsorientiert organisierten Unterrichtsphasen“ (Hilbert Meyer, S. 160), also von elementenhaft-synthetische und ganzheitlich-analytisches Verfahren zu achten.
Im „normalen Frontalunterricht“ sollten immer wieder Handlungsphasen und im großen Vorhaben und Projekt immer wieder lehrerzentrierte Phasen der Wissensvermittlung wechseln.
Das routinierte, wiederholte, rhythmisierte (Kinder brauchen Wiederholung!) Üben von Fähigkeiten und Fertigkeiten muss gesichert sein.
Methodenkompetenz
0Methodenkompetenz
„Schüler müssen lernen, im Unterricht methodisch bewusst, zielstrebig und ökonomisch zu handeln“ (Hilbert Meyer, Unterrichtsmethoden II, S. 153)
„Methodenkompetenz bedeutet die Entwicklung und Anwendung von übertragbaren Arbeitsweisen, Regeln und Techniken. Die Unterschiedlichkeit und der Modellcharakter von Methoden werden im Unterricht nur durch konsequente Übung, Anwendung und Reflexion der Methode deutlich. Erfolgreiche Strategien lassen sich systematisieren und weiterentwickeln.“ (Lehrplan Musik Hauptschule, Rheinland-Pfalz, S. 6)
„Die Grundschule entwickelt verlässliche Kommunikations- und Arbeitsstrukturen.“ (Rahmenplan Grundschule, S. 19)
Diese Methodenkompetenzen dürfen nicht isoliert von inhaltlichen Fragestellungen und Aufgaben geübt werden; sie sollen aus der gestellten Lernaufgabe heraus plausibel gemacht werden, was durch ganzheitliches Lernen und Arbeiten mit Kopf und Hand ermöglicht wird.
Im Musikunterricht können folgende Methodenkompetenzen erreicht werden:
- Zusammenhänge strukturieren und visualisieren
- Zusammenhänge protokollieren
- normgerecht arbeiten (Notation)
- ausdauernd arbeiten
- genau und zielgerichtet arbeiten
- konzentriert arbeiten
- geregelt kommunizieren und diskutieren
- Ergebnisse datieren
- systematisch auswendig lernen
- recherchieren
- Medien einsetzen
- unterschiedliche Perspektiven wahrnehmen
- systematische Lern- und Arbeitsschritte planen
- Zusammenhänge analysieren
- Zusammenhänge interpretieren
- Referate selbständig gestalten

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