Musik mit und am Computer
Songwriting mit Kindern
1Songwriting mit Kindern
Wenngleich in an dieser Stelle bereits über das Thema geschrieben habe, möchte ich aus aktuellem Anlass erneut darauf eingehen, zumal jetzt eine Dokumentation einsehbar ist.
In einem vierten Schuljahr kam die Idee auf, einen eigen Song zu schreiben. Nachdem viele Ideen gesammelt und an der Tafel aufgeschrieben wurden, trafen die Schüler per Abstimmung (jeder hatte fünf Punkte zur Verfügung, die jeder, indem man bis zu fünf Punkte pro Idee vergeben durfte, nach eigenem Geschmack verteilen konnte.
Das Thema “Sommer” war eindeutiger Favorit.
In einer nächsten Phase wurden Assoziationen zum Begriff Sommer gesucht, der sich dann eine Ausweitung im Wortfeld bzw. der Wortfamilie “Sommer” anschloss. Worte wurden gesammelt, auf Karten geschrieben und anschließend geclustert. Für diese Arbeit wurden ca. 2 Schulstunden benötigt – die Mindmap kann hier eingesehen und geladen werden.
Mithilfe dieser Mindmap wurden nun Strophen erstellt. Hierzu nutzen wir auf einem Computer 2rhyme, auf dem iPhone PocketRhymer sowie Willy Steputats Reimlexikon.
Da es zu vielen Bereichen ähnliche Strophen gab, wurden diese gesammelt, bewertet und somit demokratisch ausgewählt. Sehr interessant ist hierbei das Aussehen der Arbeitsblätter: Genau so sehen die Blätter in Bands mit Erwachsenen (um nicht zu sagen Profis) aus. Hier liegt ein Beispiel.
Der Refrain wurde ein wenig vom Lehrer forciert, die Akkordfolge durch Ausprobieren und Spielen am Keyboard festgelegt. Mit Steinberg CI1 als Audiointerface und dem t-bone sc450 wurden die Aufnahmen am MacBook gemacht; die Band im Hintergrund war ein Reggae-Preset aus dem Casio WK-3300.
Mit einer alten Videokamera haben wir dann alle möglichen und unmöglichen Ideen aufgezeichnet, die dann später in iMovie geschnitten wurden.
In der Summe benötigten wir für dieses Projekt:
- ca. 3 – 4 Stunden für das Songwriting (fächerübergreifend Musik-Deutsch)
- 1 Stunde für das Recording (Musikunterricht)
- ca. 1 – 2 Stunden für das Mixing (leider noch in Lehrerhand, weil der Arbeitsplatz (noch) fehlt)
- ca. 4 Stunden Videodreh (fächerübergreifend Musik-Deutsch-Kunst)
- ca. 2 – 3 Stunden Videoschnitt (leider noch in Lehrerhand, s.o.)
Und weil’s so schön war, kam dann auch dann auch Marcel Roßmann von Antenne Landau vorbei, die dann auch einen Bericht morgens im Radio sendeten. Den kann man sich hier anhören.
[edit: 11.12.2011] Die Songwriting-AG der Pestalozzischule hat ihren ersten Song fertig gestellt. Gleiche Vorgehensweise wie oben beschrieben:
Neue Musik mit Audacity
0Neue Musik mit Audacity
Da muss man erst mal drauf kommen … Audacity (mit Betonung auf der 2. Silbe wie “Publicity”; as englische Wort audacity (engl. für Verwegenheit; Aussprache mit Betonung auf der 2. Silbe, vgl. publicity) bietet eine Importfunktion, deren Sinn sich zunächst nur in Bezug auf einige kleine Aktionen erschließt:
Das Audioprogramm kann nahezu (wahrscheinlich sogar definitiv) alle Daten importieren und diese dann in Musik umwandeln. Im Menu findet sich unter Datei der Eintrag “Import”, wonach man auf “Rohdaten” klicken muss, so dass dass Audacity nahezu alle Daten als Audiodatei interpretiert. Beim Mac geschieht dies über den Befehl “Projekt/Rohdaten importieren”.
Beim Import bietet es sich an, die Standardeinstellung zu verwenden – diese reicht in jedem Fall aus.
Mit der nun importierten Datei lässt sich spielen bzw. arbeiten. Man kann sie (be-)schneiden, neu arrangieren, mit Effekten versehen bzw. ergänzen – und im Sinne von “wirklich Neuer Musik” gestalten – eine Adaption zu Stockhausen ließe sich ergänzend hinzufügen.
Diesem Beispiel liegt der Import von “MS Paint” zugrunde; weitere Beispiele, wie dieses, dieses oder dieses lassen sich in der Soundcloud finden.
Sequel 2 im Unterricht
0Sequel 2 im Unterricht
Wer loopbasierte Programme im Musikunterricht eingesetzt hat, weiß, dass damit so ziemlich alles geht, wovon des Lehrers Herz träumt. Vom Erstellen einfacher Arrangements bis zur großen Produktion, vom Podcast über Bearbeiten von MIDI-Files bis hin zum Erstellen eigener Produktionen.
Arbeitet man plattformübergreifend hatte man bislang immer wieder das Problem, dass manche Programme hier, andere da dafür aber nicht laufen. GarageBand ist zwar eines der griffigsten Programme dieser Art überhaupt, gibt‘s aber leider nur für den Mac. Den MusicMaker gab es mal in einer Schulversion in 10 Versionen, dann waren es weniger, jetzt gibt es ihn anscheinend gar nicht mehr und wenn – dann lief er bislang eh nicht auf dem Mac.
Von daher war es bislang nie leicht, die Arbeiten der Schüler zuhause fortsetzen zu lassen. Steinberg hat mit SequelLECampus nun eine Lösung auf den Markt gebracht, die diese Lücke schließt.
SequelLECampus ist eine leicht reduzierte Version von Steinbergs beliebtem Software-Musikstudio Sequel2 und somit die ideale Lösung, um sofort – egal ob mit oder ohne Vorkenntnisse – mit dem Produzieren zu beginnen.
Natürlich sind 199,- Euro im Vergleich zum damals kostenlosen MusicMaker oder dem in iLife mitgeliefertem GarageBand, dennoch – weiterlesen, denn das Lizenzmodell von Steinberg ist in dieser Art einzigartig:
Man erhält eine Multi-User-Lizenz, die allen Mitgliedern der Einrichtung eine uneingeschränkte Nutzung in der Schule und zu Hause (!) gestattet. Die Software darf also zum einen auf allen Rechner der Schule installiert und genutzt werden, zum andern darf sie auch an die Kolleginnen und Schülerinnen weitergegeben werden – plattformunabhängig, da die CD mit der Mac- und der Win-Version geliefert wird.
Darüber hinaus ist dann von dieser Version ausgehend ein Upgrade in die Vollversion pro Arbeitsplatz für ca. 49,- Euro (statt 99,- Euro; ab 10 gibt es zusätzlich Mengenrabatt) möglich – für jeden Schüler und jeden Kollegen.
Zwar sind wir, wie Sebastian so schön schrieb
(…) eigentlich alle auf der Suche nach der “fast geschenkten eierlegenden Wollmilchsau für den Unterricht” (…)
dennoch halte ich diesen Preis für ein absolut gutes Angebot, alleine wenn man bedenkt, dass Produktionen nun zuhause fortgesetzt, erweitert, überarbeitet bzw. Ideen aus dem Schülerrechner unmittelbar in den Unterricht integriert werden können.
1. Aufbau
Sequel kommt mit genügend Audio-Loops daher, um sofort mit dem Arbeiten zu beginnen. Zwar ist die Software auf den ersten Blick ungewöhnlich, kommt sie doch nahezu ohne Worte und lediglich mit Icons aus, allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran, die Maus über das entsprechende Bild zu halten und die dazugehörigen Informationen zu lesen.
Sequel ist so aufgebaut, wie man es von ähnlichen Produkten kennt:
Man findet einen Loopbrowser, einen Editierbereich und ein Mischpult, wobei die Möglichkeit, den einzelnen Spuren Bilder zuzuordnen (welche darüber hinaus aus der eigenen Library ergänzt werden können) und sie farblich zu markieren gerade bei Anfängern sehr sinnvoll ist und vielleicht sogar bewusstes Hinhören erleichtert.
Eigene Audio-Files lassen sich per drag & drop in die Software ziehen und dort entsprechend bearbeiten, was besonders beim Remixing (eine sehr beliebte Technik bei Schülern) sinnvoll ist.
Ein besonderes Gimmick ist das Virtual Keyboard, welches es ermöglicht, die mitgelieferten Software-Instrumente über die Computertastatur zu spielen, wodurch man sich USB-Keyboards erspart,
Besonders interessant für Schulrechner (die ja in der Regel nicht die für den Musikunterricht gewünschte Leistung bringen) ist die Möglichkeit, Spuren einfrieren zu lassen, weil dadurch die Rechnerleistung weniger beansprucht wird.
Was Sequel2 sonst noch so alles bietet, lässt sich hier in den Video-Tutorials anschauen und -hören oder im Handbuch nachschlagen – oder gleich durch Laden der Demo-Version ausprobieren. Wer dann so richtig am Produzieren ist und dann auf gewisse Grenzen stößt, dem seien noch die zusätzlichen Content-Sets oder die einschlägigen Loop-Seiten wie freeloops oder looperman (mit Registrierung) empfohlen.
2. Unterrichtsideen
Mit looporientierten Programmen lassen sich nahezu alle Bereiche des Musikunterrichts abdecken. Einige Ideen hierfür sind bereits im Blog unter dem Aspekt “Musik mit und am Computer” erwähnt wie:
- Soundcollagen aus Fehlermeldungen
- Erstellen eines Podcasts
- Produktion eines Hörspiels
- Produzieren eines Songs im Stil von Stefan Raab (hier eine Arbeit einer Musik-AG mit gesampeltem Johannes Rau)
- Arbeiten mit MIDI-Files (Arbeit aus Musik-AG: “In der Halle des Bergkönigs“)
- Erstellen eigener Songs (Schülerarbeit1, Schülerarbeit2 9. Schuljahr, Schülerarbeit 10. Schuljahr – im Musikunterricht bzw. der AG fertiggestellt)
- oder einfach mal, um albern zu sein (Musik-AG: Darth Vader hört den kleinen Luke singen …)
Wikifonia – Noten und Leadsheets zum Download
2Wikifonia – Noten und Leadsheets zum Download
Wieder einmal muss ich vom Sebastian spiegeln, denn dieser Verweis ist es wert, auf beiden Seiten zu erscheinen.
Wikifonia – ein Projekt das bereits seit 2006 besteht und ich wundere mich genauso wie Herr Dorok, wieso der Link erst heute auftaucht, denn diese Seite ist im Grunde ein Muss für Musiklehrer (egal ob im Schuldienst oder als selbständiger Musik(schul)lehrer).
Wie aus dem Namen erkenntlich, handelt es sich hierbei um ein Wiki, welches nicht nur ge- (um nicht zu sagen be-)nutzt werden soll sondern welches zur aktiven Teilnahme auffordert. Dieses Wiki ist eine Platform für Leadsheets von Songs aus dem Genre Rock, Pop und Jazz.
Auf Wikifonia finden sich einige hundert qualitativ hochwertige Leadsheets , also die Melodiestimme mit Akkordbezeichnungen zu vielen Songs – der Jazzbereich ist ebenso gut vertreten wie so genannte Popstandards.
Der Vorteil liegt im MusicXML-Format, welches es ermöglicht, dass die Noten direkt auf der Website transponiert werden können (gerade wer mit Bläser arbeitet, wird sich über die Bb- und Eb-Transponiermöglichkeit per Knopfdruck freuen) und als PDF geladen und gedruckt werden können.
Darüber hinaus lassen sich die Noten etwa in MuseScore öffnen und weiter bearbeiten, was sowohl bei der Unterrichtsvorbereitung zuhause als auch als Einsatz im Unterricht sehr reizvoll sein kann.
Letzten Endes – wie so oft – mein 2.0-Appell: Wer saugt, möge sich doch auch bitte am Comunity-Gedanken beteiligen und in einer ruhigen Stunde den ein oder anderen Song beisteuern – nur so wächst ein Archiv und dient weiterhin dem, wofür wir es brauchen: Dem Musizieren mit Kindern und Jugendlichen.
Logic Lessons – Unterrichtsideen für Sequenzer
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Logic Lessons – Unterrichtsideen für Sequenzer
Nachdem sich die Anfragen in Bezug auf Logic und der Verwendbarkeit im Unterricht gehäuft haben, habe ich Kontakt mit meinem Kollegen Matthias Rheinländer, Musiklehrer und Wegbegleiter aus der Riege der Apple Distinguished Educator aufgenommen. Matthias ist Herausgeber der Reihe “Oberstufe Musik”, von denen besonders die Hefte Musiktheorie sowie die Arbeitshefte Jazz
und Lied
für die Oberstufe von Relevanz sind.
Für die Arbeit mit dem MusicMaker ist sein Heft Ton-Film-Schere erschienen, das noch eine der letzten Möglichkeiten bietet, die Schulversion vom MusicMaker zu erwerben.
Darüber hinaus hat er – damals in Kooperation mit emagic, heute in Zusammenarbeit mit Apple – 14 Logic Lessons geschrieben, auf die Sebastian Dorok schon einmal hinwies.
Diese Lessons können hier geladen und im Unterricht eingesetzt werden, da Matthias sie dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. LogicFun, das hierfür erforderlich ist, gibt es an dieser Stelle zum Download.
Die lso-Dateien funktionieren allerdings nicht bei allen Lektionen mit LogicFun (in jedem Fall aber mit Logic Express); allerdings sind die Projekte (eine pdf mit entsprechender Lektionsbeschreibung liegt stets bei) so geschrieben, dass sie auch ohne die dazugehörigen Dateien genutzt bzw. adaptiert im Unterricht eingesetzt werden können:
||| Animals ||| Crossover ||| Film_ab ||| Jazz ||| Moldau ||| Mozart ||| Portrait ||| Rap ||| Rock ||| Schlager ||| Synthesizer ||| Tango ||| Wozzeck ||| Wuerfelspiel ||| Zusammengesetzt |||

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