Liederarbeitung – entdecken lassend

Über Piktogramme

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Über Piktogramme
Eine weitere Möglichkeit, Liedtexte zu erarbeiten, bieten Piktogramme. Hierbei werden wesentliche Inhalte von Strophe und Refrain bildnerisch festgehalten und dienen als „Gedächtnisstütze“.

Diese Piktogramme müssen nicht in Form von laminiertem Vierfarblaserdruck angepinnt werden; das „entwickelnde Malen“ an der Tafel, welches die Schüler am Entstehungsprozess teilhaben lässt kann hier wesentlich wirkungsvoller und effektiver sein.

Darüber hinaus können solche Zeichnungen durchaus von Schülern angefertigt werden, denn oft kann ein Strich wirkungsvoller als ein Bild sein. Somit können auch Lieder mit mehreren Strophen festgehalten werden, ohne dass man mit der Schwierigkeit des mühsamen Lesens oder den Problemen des Auswendiglernens (und vor allem –könnens) konfrontiert wird.

Eine Form, die mehrere Kanäle und somit mehrere Schüler anspricht, findet sich– wie so immer – in der Mischform, indem sowohl Piktogramme als auch graphische Hervorhebungen im Textfluss miteinander fusioniert werden.
piktogramme

Über Sprachfluss

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Über Sprachfluss
Oft stellt gerade die Texterarbeitung (und somit auch die Textkenntnis) das Hauptproblem beim Singen dar. Zwar ist der Melodieverlauf weitestgehend bekannt, dennoch fehlen die entsprechenden Wörter – ungeübte Schüler sind in der Regel noch nicht in der Lage, hier dann entsprechend mit Tonsilben zu improvisieren

Dem kann entgegengewirkt werden, indem Lieder regelmäßig (jedoch keinesfalls immer) über Tonsilbengesang neu eingeführt oder – unter stimmbildnerischem Aspekt – gelegentlich auf Tonsilben gesungen werden, so dass sich diese Form des Singens mit gewisser Geläufigkeit „einschleift“.

In jungen Klassen sollte von daher der Textumfang wohlüberlegt gewählt werden; hier steckt oft die Crux der Liederarbeitung. Oft bietet es sich an, zunächst lediglich den Sprechrhythmus zu erarbeiten, vor allem dann, wenn er nicht dem normalen Sprechfluss entspricht bzw. mit Melismen bestückt ist. Darüber hinaus ist es in der Regel sinnvoller eine Strophe „richtig“ singen zu können, als alle Strophen mehr oder weniger anzureißen.

Die Vorgehensweise hängt maßgeblich vom ausgewählten Lied ab; so können beispielsweise Schüler den Rhythmus von „wir reiten geschwinde …“ in der Regel selbst erarbeiten; bei der „Moorhexe“ benötigen sie auf der anderen Seite etwas Hilfe.

Die „klassische Hilfe“ besteht im Vor- und Nachsprechen. Diese Methode ist weder falsch noch schlecht und hat mit Sicherheit einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert. So bemühen sich beispielsweise viele Schüler, die Stimme des Lehrers so gut es geht zu imitieren, sie bemühen sich um gutes Hochdeutsch, um gute Artikulation und ahmen diese – sofern sie auch entsprechend vorgemacht wird – nach. Diesen Aspekt darf man nicht unterschätzen! Dennoch stellt diese Vorgehensweise nur einen (!) Aspekt dar.

Um hier die „Papageienmethode“ zu verhindern (und um in eine Form des „Vom-Blatt-Singen“ einzusteigen), bietet es sich an, den Text graphisch zu bearbeiten.

Der „Code“, den man verwendet ist hierbei egal; wichtig ist, dass die unterschiedlichen Notenwerte bzw. Betonungen erkennbar sind:

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Dies könnte eine Möglichkeit sein, eine Pause darzustellen. Wichtig ist in diesem Fall nicht das Symbol oder die Farbe sondern vielmehr die Konvention, welche nach Möglichkeit immer wiederholt und erweitert wird.

Melismen sollte man gesondert kennzeichnen und muss diese auch gesondert üben; anfangs tun sich manche Schüler schwer damit:

sprachfluss_2Die „reine“ Ausschreibung „Schneeheeflöckchen, jehetzt …“ würde nur zu Irritationen führen.

Ist die Bedeutung erst einmal geklärt und haben die Schüler hierfür ein Gefühl bzw. das Repertoire entwickelt (z.B. rot = lange Note, grün = kurze etc.) sind sie recht früh in der Lage, auf diese Art „vom Blatt“ zu singen, da ein Hauptvorteil dieser Methode darin liegt, dass sich der Lehrer so früh wie möglich aus dem Erarbeiten „herausziehen“ und somit entdeckenlassendes Lernen ermöglicht.

Dies ist übrigens kein „neuer Trick“; Chorleiter werden die Erfahrung gemacht haben, dass sehr viele Laiensänger sich dieser bzw. einer ähnlichen Technik bedienen. Führt man eine solche Methode bereits im ersten Schuljahr ein, so kann im dritten Schuljahr „Schritt für Schritt“ dazu übergegangen werden, die Schüler ihre Texte selbst „präparieren“ zu lassen, in dem sie dem Notenwert entsprechend ihren Liedtext kennzeichnen.

Anfangs sollte man sich auf Lieder mit wenigen verschiedenen Notenwerten begrenzen, um das Bild überschaubar zu halten. Führt man dies konsequent durch, so kann man sehr schnell das Repertoire erweitern.

Diese Methode ist nicht zwingend nur als „Elementar-Primär-Arbeit“ aufzufassen. Gerade in der Hauptschule sieht man sich oft Fünftklässern gegenüber, denen Notenwerte gänzlich fremd sind. Auch hier kann man – in gestraffter Form – mit diesem Ansatz arbeiten, wobei man allerdings beachten sollte, dass die Liedauswahl hierfür (ohne Synkopen und nur etwa drei verschiedene Notenwerte) relativ begrenzt ist.

Über relative Solmisation

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Über relative Solmisation
Relative Solmisation basiert auf der Methode John Curwens, einem Hilfsprediger in Birmingham, der von der Konferenz der Sonntagsschullehrer in Hull damit beauftragt wurde, die eingängigste Lehrmethode für Gesangunterricht in Schulen zu finden und die sog. “Tonic-Sol-Fa” Methode entwickelte, welche dann stets weitergedacht, umgestellt, ergänzt und bearbeitet wurde, so von Agnes Hundoegger (1858-1927) und Richard Münnich (1877-1970).

Als “Tonika-Do-Methode” erlebte die Konzeption von A. Hundoegger weite Verbreitung. Über vier Jahrzehnte hinweg beeinflusste “Tonika-Do”, die von nun an Tonika-Do-Lehre genannt wurde, das musikpädagogische Denken und Handeln in Deutschland.

Die Zielsetzungen sind im Wesentlichen im Bereich des Liederwerbs und der elementaren Musiklehre angesiedelt wie: Notenlernen, Vom-Blatt-Singen, Intervallehre. Die Kinder sollten in erster Linie die “Töne treffen”.

Über Tonsilben und Handzeichen hinaus bietet die Tonika-Do-Methode dem Lehrer auch den Plan eines elementaren Musikunterrichts an. Aus der Methode ist eine Konzeption für den elementaren Musikunterricht geworden.

Die Konzeption des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882 – 1967) basiert auf der Tonika-Do-Methode (häufig Kodály-Methode genannt). Sie ist eine Weiter-entwicklung, aber vor allem eine nationale Aktualisierung, die in erster Linie Rhythmen und Melodien der ungarischen Volksmusik einbezieht.

Die Methode basiert auf dem Prinzip, dass die Tonstufen der diatonischen Leiter als allgemeine Folge von Ganz- und Halbtonschritten, losgelöst von fixierten Tonhöhen, also relativ, mit Hilfe von Handzeichen gelernt werden.

Tonsilben
Die Schülerinnen und Schüler sollen ein Bewusstsein und eine klare Vorstellung von der Lage der Tonstufen im diatonischen System erwerben. Sie können die Stufen erkennen, benennen und reproduzieren.

Somit werden Lieder auch über die Tonsilben gesungen (so-mi-mi-fa-re-re-do-re-mi-fa-so-so-so wäre demnach der Anfang von „Hänschenklein“; „relativ notiert“, d.h. do ist der Grundton dieser Durtonleiter)

Handgesten
Die Bewegung der Melodie wird mit Gesten (vom Lehrer und den Schülern) begleitet, in denen Handzeichen die Tonstufen repräsentieren.

Mittlerweile ist diese Methode leider in der Lehrerausbildung in Vergessenheit geraten. In der Grundschule behilft man sich oft einer „Ersatzsolmisation“, indem man – der Tonika-Do-Methode ähnlich – mit der flachen Hand nach oben bzw. unten zeigt, um somit hohe oder tiefe Töne anzudeuten.

relative_solmisationObgleich diese Methode eine gewisse „Einarbeitung“ voraussetzt, hat sie sich bewährt. Anfangs tut man sich etwas schwer, die richtigen Handzeichen anzuwenden.

Allerdings rentiert sich dieser kleine Aufwand. Tonika-Do-Lehrer, die einmal damit angefangen haben, wollen sie nie wieder missen …

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