Instrumental – Basics
Die roten Rosen: Little Drummer Boy – Mitspielsatz
0Die roten Rosen: Little Drummer Boy – Mitspielsatz
Ein kleiner Mitspielsatz für die Weihnachtszeit mit einer feinen und wirksamen rhythmischen Rückung. Die CD der “Roten Rosen” (ein Deckname der Toten Hosen) Wir warten auf’s Christkind darf eh in keinem Musiksaal fehlen. Der Song The Little Drummer Boy
lässt sich mittlerweile auch einzeln kaufen und ist prädestiniert für einen auf den ersten Blick einfachen aber dennoch anspruchsvollen Satz für Boomwhackers, der durchaus auch auf Stabspielen gespielt werden kann.
Beim Hören und Mitzählen merkt man, dass hier im Viervierteltakt vor dem “rum pum pum pum” ein Zweivierteltakt eingeschoben ist (auch Punk kann anspruchsvoll sein). Da ungerade Rhythmen für Kinder leichter zu spielen und zu merken sind, wurden bei diesem Satz zwei Takte (der 4/4 und der 2/4) addiert und wieder durch zwei geteilt, so dass zwei gleiche Takte mit 3/4 entstehen. Dies ist anfangs ein wenig ungewöhnlich, spielt sich allerdings sehr schnell ein.
Der Song ist formal in drei Durchläufen A-Dur und 2 Durchläufen C-Dur aufgebaut, so dass in der Begleitung mit Powerchords die diatonischen Sätze von Boomwhackers ausreichen und keine chromatischen Ergänzungen benötigt werden. Lediglich das D muss getauscht werden.
Um in der Erarbeitungsphase Abwechslung ins Geschehen bringen, bietet es sich beim harmonieweisen Üben der Gruppe, welche gerade wartet (also die C- oder die A-Gruppe) den Arbeitsauftrag zu geben, die Pausen mit dem Rascheln einer Plastiktüte zu füllen. Um den kompletten Satz von allen Schülern spielen zu lassen, benötigt man pro Spieler einen Satz.
Der Mitspielsatz, der mit der Melodie der Sologitarre startet, ist hier sowohl in Rhythmussprache als auch in vereinfachter Notation nach Kodály angehängt.
Die Vuvuzela und Musikunterricht
0Die Vuvuzela und Musikunterricht
Zur Zeit in aller Munde, kommt die Vuvuzela auch am Musikunterricht nicht vorbei. Als trompetenförmiges, bis zu einem Meter langem, meist aus Kunststoff gefertigtes Instrument, zählt sie zu den Aerophonen, genauer gesagt zu den Lippenton-Aerophonen, da die Luftsäule durch die menschlichen Lippen zum Schwingen angeregt wird, wodurch es am Ende des Rohres zur Schallerzeugung kommt.
Es handelt sich um eine sog. Naturtrompete ohne Klappen und Ventile, aus die geübte Spieler die Töne der Naturtonreihe hervorbringen können und somit müsste die Vuvuzela (wie das Didgeridoo auch) zu der irreführenden Gruppe der Blechblasinstrumente zählen.
Das Instrument kann einen Schalldruckpegel von bis zu 130 db(A) erreichen. Die Herkunft des Namens ist umstritten; in der Bantusprache isiZulu bedeutet der Begriff „Krach machen“. In Südafrika ist das Instrument seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt; im Jahr 2001 begann die systematische Herstellung und Vermarktung, wodurch sie im Laufe der Zeit zu einem Symbo südafrikanischen Fußballs wurde.
Nelson Mandela soll hunderte dieser Instrumente in Zürich bei der Vergabe der WM 2010 verteilt haben. Interessanter Weise scheint der Preis sich weltweit auf ca. 3 Euro eingependelt zu haben.
In der Kontroverse befinden sie sich seit dem Konföderations-Pokal 2009 in Südafrika. Ob sie wirklich als psychologisch-wirksames Druckmittel eingesetzt werden, ist nicht bewiesen; dass das Geräusch im Laufe eines Spieles auf die Nerven geht unumstritten. Am 18. Juni 2009 hat sich die FIFA gegen ein beantragtes Verbot der Vuvuzela bei der WM ausgesprochen.
Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Lnades Nordrhein-Westfalen sprach allerdings im Mai 2010 eine Empfehlung aus, das Instrument beim Public Viewing zu untersagen, um Gehörgefährdungen und mögliches Übertönen von Notfalldurchsagen zu verhindern.
Die staatliche Fluglinie South African Airways wies darauf hin, dass das Lärmen mit einer Vuvuzela während eines Inlandsfluges durch Südafrika gegen das Gesetz verstoße und dies durchaus mit einer bis zu sechsmonatigen Gefängnishaft bestraft werden könne.
Zu den Kritikern zählen weiterhin Fußballer und Trainer – die Kommunikation auf dem Spielfeld wird enorm eingeschränkt. In den Medien überschlagen sich anlässlich der WM 2010 die Meldungen von angeblichen Verboten über nervtötende Dröhnung bis hin zum vermeintlichen Bienenschwarm.
Mittlerweile finden sich im Internet sogar Anleitungen, wie das Geräusch maskiert bzw. gefiltert werden kann; mittlerweile wird sogar an Filtern bei der Übertragung gearbeitet.
Eine Anleitung zum selber Bauen findet sich hier; als Material werden lediglich ein runder Karton. Durchmesser ca. 10 cm ; 20cm hoch, ein zweiter runder Karton. Durchmesser ca. 5 cm ; 25 cm hoch, Panzertape / Klebeband, zwei Haushaltsgummis und Fruschhaltefolie benötigt.
… und wir hätten ja nicht 2010, wenn’s nicht mittlerweile schon die Vuvuzela für’s iPhone gäbe:
Hier kann man sie laden und natürlich kann man sie auch online spielen (bzw. blasen) lassen.
Letzten Endes darf auch folgende Empfehlung nicht außer Acht gelassen werden:
Lass die Finger von der Vuvuzela!
Und wie es sich anhört, wenn Profis damit spielen, kann man sich in diesem Video mit der WDR Big Band anhören. Wunderbar! Brahms geht übrigens genau so auf der Vuvuzela. Einen kleinen Bericht über die Herstellung kann man hier lesen.
Natürlich lässt sich mittlerweile auch ein Konzert für Vuvuzela aufführen. Mittlerweile gibt es einen sehr schönen Mitspielsatz für Vuvuzelas, die den Soccer-Rhytmus zu einer Adaption der Nationalhymne spielen. Unter o.a. Link lassen sich die dazugehörigen Files (Partitur, Halbplayback und Video) laden.
Rene Falk hat ein Vuvuzela Conerto in B Flat für 1000 Vuvuzelas geschrieben – ein äußerst überschaubares aber lautes Ouevre. Und inwiefern die Vuvuzela doch das ein oder andere Lehrerherz höher schlagen lässt, kann man hier nachschauen.
Ausgerechnet Werder Bremen wird die Vuvuzela in der Bundesliga verbieten.
Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF wollen den Vuvuzela-Lärm in den Stadien bei den Live-Übertragungen von der Fußball-WM in Südafrika reduzieren. Das Erste bietet seit Mittwoch einen zusätzlichen Tonkanal an, in dem durch spezielle Techniken die Lautstärke der Vuvuzelas noch einmal deutlich gemindert ist … (mehr unter 11freunde)
Abschließend noch ein paar nette Ideen zur Vuvuzela von Trendhunter und der Ausblick auf die eventuell anstehende Ausdehnung auf andere Sportarten. Letzten Endes sinkt mit Ende der WM – wie nicht anders erwartet – die Attraktivität und somit auch der Preis der Vuvuzela.
Schließlich wurde am 1. September 2010 bekannt, dass die Vuvuzela bei den Europacup- und WM-Qualifikationsspielen fortan verboten ist, was mit Fußballkultur und Tradition in Europa begründet wurde.
Drum Circles in der Schule
2Drum Circles in der Schule
Drum Circles (oft auch als Wiki-Word: DrumCircles) sind in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus von schulischen Aktivitäten getreten; völlig zurecht, liegt doch die Hauptintention im spontanen Musizieren, im Trommeln ohne wesentliche Lerninhalt, um gemeinsame Aktion und vor allem um wertschätzende und fehlerfreundliche Atmosphäre, welche letzten Endes Teamgeist und Gruppendynamik fördert; musikalische Schwerpunkte wie Metrum, Rhythmus, Groove, Phrasierung, Dynamik und Zusammenspiel werden „en passent“ gelehrt und gelernt.
Drum Circles stehen oft in Verbindung mit zwei Menschen, welche die ersten Publikationen in dieser Richtung veröffentlichten und erfolgreich große Events initiierten und somit eine wahre Bewegung in Gang setzten: Arthur Hull und Kalani. Von Kalani wurde mit Together in Rhythm: Ein Leitfaden für Drum Circle-Moderatoren ein gutes Buch zu diesem Thema ins Deutsche übersetzt. Hieraus stammen auch die unten aufgeführten Videosquenzen.
Drum Circles sind Stuhlkreise, in denen – vom Anfänger bis zum Profi – getrommelt wird. In der Mitte agiert der Leiter, der Facilitator.
Dieses Wort ist insofern besonders interessant, als dieser Begriff mit “Vermittler” übersetzt wird, während das Verb “to facilitate” erleichtern bedeutet. Somit haben im englischen “vermitteln” und “erleichtern” den gleichen Wortstamm, was einem Lehrer gleich ins Auge springt, denn wenngleich hierzulande das Vermitteln mit dem Lehrerberuf gleichgesetzt wird, wird der Begriff “erleichtern” nach wie vor der mit “Brücken bauen”, “Nachhilfe” oder gar “Schwächen” assoziiert.
Vielleicht liegt gerade hierin eines der Geheimnisse des Lehrens: Vermitteln und Erleichtern.
Ein Drumcircle funktioniert weitestgehend nach der Prämisse “Teaching without Teaching” bzw. “Teaching music by music”. Wenngleich es auf der Hand liegt, dass das “Musizieren” nur über “Musizieren” gelernt werden kann (eben genau so wie der Maurer nur über das Mauern zu mauern lernt), scheint dies doch oft missachtet zu werden: Zu oft wird erklärt, beschrieben, umschrieben, mit Metaphern und Aphorismen um sich geworfen, Fachtermini benannt, auswendig gelernt, abgefragt usw.
Der Facilitator agiert, steuert, instrumentiert, orchestriert und arrangiert über stumme Impulse bzw. Körpersprache. Allerdings zieht er sich bisweilen komplett aus dem Prozess heraus und gibt nur ab und zu Impulse, um den Prozess des Spielens zu stabilisieren, zu inspirieren, abwechslungsreich, produktiv und lebendig mitzugestalten. (…)
“Demonstrieren” bedeutet in diesem Fall alle Lehrtechniken wie das Vorklatschen oder Vorsingen von Patterns, das Zeigen einer Spielhaltung, eines Griffs, einer Körperhaltung, das Vorspielen einer Sequenz.
“Kontrollieren” schließt zum einen die Kontrolle (und ggf. Verbesserung) des richtigen Musizierens, zum anderen die Disziplin-Kontrolle mit ein. Der Lehrer sollte omnipräsent sein, um stets ideal agieren und Disziplinierung mit “Augenbraue und Fingerzeig” vornehmen zu können.
“Arrangieren” beinhaltet das “Spiel mit der Gruppe”. Hierzu zählen alle Aktionstechniken des Lehrers, welche dazu beitragen, ein Patternspiel nicht zum “Ableihern” zu degradieren. Hierfür gibt es eine Reihe von Spielen und Übungen, welche im folgenden Kapitel genauer beschrieben werden.
“Motivieren” meint das “Wecken der Lust nach mehr”, die Hilfe, etwas selbst tun zu lassen, das Leiten zum Entedeckenlassen sowie das Anstiften zu einer gewissen Musikerhaltung, was durchaus über Vorbildverhalten geschehen kann.
Um all diesen Aufgaben im Gruppenunterricht gerecht zu werden, hat sich die Arbeit im Kreis etabliert. Hier hat der Lehrende die Möglichkeit, auf alle Schüler gleichzeitig zuzugreifen. Hier kann man demonstrieren, beobachten, erkennen, unterstützen und auch ggf. disziplinieren. Im Kreis findet Interaktion statt – sowohl zwischen Lehrenden und Lernenden als auch zwischen den Lernenden untereinander. Die Arbeit im Kreis trägt maßgeblich dazu bei, aus dem gemeinsamen Lernen ein gemeinsames Erleben erwachsen zu lassen.
Impulsrepertoire
Drum Circles werden mit Körpersprache und einer ganzen Reihe von Impulsen gesteuert, auf die ich bereits in den Grundlagen von Musikunterricht eingegangen sind, da sie m.E. in nahezu alle unterrichtlichen Elemente integriert werden können. Hier sind sie nun Grundhandwerkszeug.
Starten
Besonders effektiv ist es, mit einem “Rumble” zu starten. Hierzu trommeln alle Schüler, auf welche der Lehrer zeigt, einen kleinen Wirbel. Der Wirbel kann durchgespielt werden oder nur so lange getrommelt werden, wie der Lehrer dem Spielenden das Gesicht zuwendet.
Aus dieser Wirbelbewegung heraus lässt sich ein Anfangspuls initiieren, wie es hier äußerst gut zu erkennen ist:
Hierauf lässt man die Gruppe eine zeitlang musizieren. Um nun etwas Bewegung ins Spiel zu bringen, segmentiert man den Kreis und gibt eindeutige Signale, mit denen man eine Teilgruppe auffordert, weiter zu spielen. Die übrigen werden über Körpersprache aufgefordert, eine Pause zu machen.
Nun können sie zuhören oder im Call-and-Response-Spiel mit dem Facilitator musizieren:
Anschließend lassen sich Rhythmen tauschen, fortsetzen, ergänzen usw. – der Phantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:
Rhythmen können be- und entschleunigt werden, sie können in der Dynamik verändert werden.
Einzelne Spieler (-gruppen) können zum Solo oder Call-and-Response-Spiel aufgefordert werden, man kann verändern, variieren, anpassen. Durch segmentweises Musizieren oder durch Orchestrieren einzelner Instrumentalgruppen erweitert sich – völlig nebenbei – das akustische Wiedererkennen bestimmter Sounds. (Besonders gut klingt es, wenn man Phasen einbaut, in welchen nur Metall bzw. nur die Shaker, nur Triangeln etc. spielen)
Sollten Sie Interesse haben – wir (Markus Bender, zertifizierter Facilitator nach Arthur Hull und/oder ich) bieten (wenn’s die Logistik zulässt) spezielle Kurse für Drum Circles in der Schule an. Wir sind keine Musiker, die auch mal in der Schule trommeln – wir sind Lehrer, die seit Jahren mit Kindern musizieren und die Ecken und Kanten bzw. das Vermögen von Schulklassen kennen und realistisch einschätzen.
BeatBoxing im Musikunterricht
0BeatBoxing im Musikunterricht
BeatBoxing (auch Human Beat Box) wird oft als das fünfte Element im HipHop (neben MCing, DJing, Breakdance und Graffiti) bezeichnet. Hierbei werden schlagzeug- bzw. drumcomputerartige Sounds mit dem Mund und unter Zuhilfenahme von einem Mikrofon erzeugt und oft durch nahezu akrobatische Stimmleistungen wie Scratching, Percussion, Gesang, Bass- bzw. Synth-Lines und sonstige Geräusche ergänzt.
Was ursprünglich in Ermanglung eines Drumcomputers imitiert wurde, etablierte sich sehr rasch als eine Kunstform: Beatboxer wie Killa Kela, Rahzel oder Kenny Muhammad, den man auch einmal vor klassischem Sinfonieorchester hört, gelten als Meister ihres Faches und die Video von ihnen haben sehr hohen künstlerischen wie auch unterhaltenden Charakter.
Eine der Grunddisziplinen für Beatboxer scheint u.a. “If your mother only knew” zu sein,ein Song bei dem die Beatboxer die Melodie singen und sie “gleichzeitig” mit Drumsounds unterlegen bzw. bei der Drumgeräusche an Textsilben geheftet werden. Hierzu findet man auf YouTube Tutorials.
Das Notenbild kann helfen, die Komplexität zu erfassen; nach mehrmaligem Üben stellt man fest, dass das Pattern nicht so schwer ist, wie es anfangs den Anschein nimmt.
Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Videos und mp3 zum legalen Download, um die Technik zu üben bzw. abzuschauen, die auf den Seiten humanbeatbox.com, einem Wiki und weiteren Seiten mit Tutorials und Hilfen nachgelesen bzw. -gehört werden können.
Beatboxing wurde in erster Linie über Imitation gelernt; Publikationen gab es anfangs so gut wie gar nicht – mittlerweile wurde aber aucher dieser Markt bedient und so findet man mit
Groove Karaoke, Vocal Percussion
und Rap Rhythm & Rhyme
Bücher, die vor allem für Schüler und Jugendliche gedacht und somit für die Schule geeignet sind.
Mittlerweile trennt sich das BeatBoxing immer mehr vom HipHop und etabliert sich auch im klassischen Chorwesen, wo sie – im Stil von Take 6 – zum Begleiten von rhythmischen Acapella-Songs eingesetzt wird.
Da Beatboxing eine stimmliche Musizierform ist, die sehr viel Übung voraussetzt, kann sie in einer Unterrichtseinheit nur tangiert werden – dennoch ist man oft überrascht, wie viel die Schüler hiervon schon wissen bzw. können.
Die Stimme imitiert beim Beatboxing in erster Linie die Hauptteile des Schlagzeugs, die Bassdrum, die Snare und die Hi-Hat. Professionelle BeatBoxer bauen noch andere Instrumente ein.
Da jedes Schlagzeug ein wenig anders klingt, wird auch beim BeatBoxing mit unterschiedlichen Sounds gearbeitet.
Bassdrum
Da jedes Schlagzeug ein wenig anders klingt, wird auch beim BeatBoxing mit unterschiedlichen Sounds gearbeitet.
1. Möglichkeit “Bb”
Ein möglichst hartes “B” aussprechen, das in Richtung “Bww” geht; die Snare wird durch das “Ps” gesprochen.
2. Möglichkeit “Bu”
Das “Bu” wird ausgesprochen wie Bus ohne “s”. Das “B” dabei hart und kraftvoll mit geschlossenen Lippen sprechen und das “u” mit tiefster Stimme ganz kurz sprechen
3. Möglichkeit “Ng”
Diesen erzeugt man, indem man ein “Würge-Schluck-Geräusch” macht, ohne zu schlucken
Die Bassdrum wird also hinten im Hals gesprochen
Snare
Auch hierbei gibt es verschiedene Sounds:
1. Möglichkeit “Pf”
Ein “Pfff” sprechen und ganz viel Luft durch den Lippenspalt pressen (wie beim Imitieren es Reifens, dem Luft entweicht)
2. Möglichkeit “Ps”
Wie oben klingt es mit “s” ein wenig “nasser”
3. Möglichkeit “Kl”
Die Zunge gegen den Gaumen pressen und hierbei “kl”sprechen, so dass die Luft seitlich entweicht.
4. Möglichkeit “ts”
Hierbei einfach ein “t” knapp und kurz aussprechen und die Zunge nach unten ziehen; die Snare-Drum klingt hiermit “funky”
5. Möglichkeit “ksch”
Sprich ein “sch” ganz kurz aus und setze ein wenig Luft davor, so dass der Sound wie ein “k-sch” klingt.
Bassdrum und Snare
Nun kann man beide Sounds kombinieren, so dass sich erste Pattern ergeben, die schon ziemlich gut nach HumanBeatBox klingen.
Durch die Zuhilfenahme eines Mikrofons klingen die Sequenzen wesentlich authentischer. Dennoch muss die Technik nicht zwingend eingesetzt werden – echte Beatboxer können auch ohne.
HiHat geschlossen
Bassdrum, Snare und HiHat dienen als Basis der meisten Beats. Die geschlossene Hi-Hat imitiert man, indem man ein “t” bei geschlossenen Zähnen spricht.
Schwieriger wird es, wenn die HiHat sehr schnell gespielt werden soll. Hier hilft manchmal der Trick, dass man “T” und “K” im Wechsel spricht; man wird damit schneller.
HiHat offen
Die offen HiHat imitiert man am besten, indem man ein “tsss” bzw. nur ein “sss” spricht. Ein HiHat-Groove wird dann lebendig, wenn sich geschlossenen und offene HiHat abwechseln:
Wenn alle Sounds durchprobiert sind, kann man versuchen, eigene Grooves zu beatboxen:
Beatboxing hört sich nicht nur interessant an, es hat auch auf der Bühne stets einen gewissen Reiz, der das Publikum fasziniert – von daher ist diese Technik auch prädestiniert, um sie in Szene zu setzen und somit Feiern, Revuen und kleine Auftritte zu bereichern.
Und für diejenigen, die gerne ein wenig mehr üben möchten, hier ein Beispiel, quasi aus der Championsleague (ein Mensch, keine Sampler, keine zweite Stimme)
Boomwhackers
0Boomwhackers
Sie sind bunt – sie sind aus Plastik.
Sie haben die Form von Schlagstöcken und einen weitgehend unaussprechlichen Namen.
Wer sich von diesen augenfälligen Merkmalen der Boomwhackers nicht abschrecken lässt, wird bald feststellen, dass es sich hier um ‘musikpädagogische’ Instrumente im besten Sinne handelt.
Die Spielweise dieser gestimmten Kunststoffröhren vermittelt sich sprichwörtlich im Handumdrehen, der körperbetonte Einsatz wirkt motivierend und legt die Integration von Bewegungselementen nahe.
Der Klang der Boomwhackers schließlich entfaltet sich erst im Zusammenspiel, mischt sich hervorragend mit dem anderer Instrumente und führt auch im Klassentutti nicht zu Nerven- oder Gehörschäden …
Boomwhackers kann man bei uns zurzeit in fünf verschiedenen Ausführungen kaufen. Der kleinste Satz ist der pentatonische, welcher aus den Tönen c, d, e, g, a und c’ besteht. Hiermit lässt sich in der Schule schon allerlei bewerkstelligen.
Der diatonische Satz ist um die Töne f und b (hier bedient man sich der internationale Schreibweise, so dass h=b gilt) ergänzt. Mit einigen dieser Sätze (ca. fünf) lässt sich im C-Dur-Bereich nahezu alles spielen.
Mithilfe des chromatischen Ergänzungssatzes, welcher die Töne c#/db, d#/eb, f#/gb, g#/ab und a#/bb enthält lässt sich die Tür zur tonalen Welt öffnen. Mit fünf diatonischen Sätzen und ein bis zwei chromatischen Ergänzungen lässt sich nahezu jedes Musikstück für eine Schulklasse mit Boomwhackers arrangieren.
Tiefe Töne lassen sich mit den besonders langen Bassröhren spielen. Sie klingen eine Oktave tiefer und sind – wie die bisher genannten – sowohl als diatonischer als auch als chromatischer Satz zu kaufen.
Allerdings sind die Bassröhren anfälliger für Kratzer, Dellen und Beulen.
Eine weitere Möglichkeit, dennoch auf zumindest zwei Oktaven zurückgreifen zu können, bieten die „Octavator-Caps“, mit deren Hilfe die Röhren – dem Prinzip der gedackten Orgelpfeife entsprechend – eine Oktave tiefer klingen (Basssätze klingen analog mit Caps zwei Oktaven tiefer als der Normalsatz).
Darüber hinaus ist das Treble Extension Set, der „Sopran-Satz“, erhältlich, kurze Röhren, welche chromatischvon c#/db’ bis g’ reichen.
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten zu spielen: mit einer oder mit zwei Röhren.
Eine Röhre lässt sich
- in die Hand
- auf den Oberarm
- auf den Oberschenkel
- auf das Knie
- auf die Schuhsohlen
- auf den Boden (vorsichtig, damit es keine Dellen gibt) mit der Spitze
- auf den Boden mit der flachen Seite
- auf Tische oder Stühle
- auf zahlreiche andere Weisen spielen
Zwei Röhren lassen sich darüber hinaus noch gegeneinander schlagen und erzeugen dadurch zwei Klänge. Die Tatsache, dass durch einen Schlag zwei verschiedene Klänge erzeugt werden, ist bei Musikinstrumenten äußerst selten. Es ist durchaus möglich, mit drei oder vier Röhren zu spielen, setzt allerdings einige Übung voraus.
Auf der Seite des Herstellers lassen sich u.a. einige Kärtchen anschauen und laden sowie einige inspirierende Filme anschauen.
Boomwhackers sind nahezu ein Idealinstrument für die Schule. Hier ein paar Unterrichtsideen:
Einen verliert man immer …
Die Klasse steht in Kreisform. Der Lehrer spielt einen Ton, dann der rechte Nachbar, dann dessen Nachbar usw. Nach dem ersten Durchgang wird ein Ton gespielt und etwa drei Sekunden darauf der nächste, dann noch einer usw. Somit hat der Lehrer drei bis vier Töne „aufgeben“. In der Regel „kommt“ nur einer „zurück“ … ein Phänomen, welches selbst bei Erwachsenen auftritt …
Diese Spiel kann variiert gespielt werden, indem Viertelnoten, Achtel usw. miteinander vermischt werden.
Echospiel
Wenngleich dieses Spiel zunächst schwierig erscheint, lässt es sich doch wesentlich leichter spielen, als es sich liest.
Das Spiel wird nach dem „reinen“ Call-and-Response-Prinzip gespielt
Der Spielleiter spielt ein Pattern, das von der Gruppe als Echo wiederholt wird. Während das Echo erklingt, spielt der Spielleiter ein anderes Pattern. Die Spieler müssen somit während des Spielens der Wiederholung bereits dem neuen Pattern zuhören.
Den kleinen Koffer packen
Das Koffer-Pack-Spiel lässt sich auch musikalisch spielen, wenngleich diese Form eher für kleinere Gruppen zu empfehlen ist:
- Spieler 1 spielt ein Pattern
- Spieler 2 wiederholt das Pattern und spielt ein zusätzliches
- Spieler 3 wiederholt die Pattern von 1 und 2 und spielt ein zusätzliches
- Spieler 4 wiederholt die Pattern von 1, 2 und 3 und spielt ein zusätzliches
(Form: A-AB-ABC-ABCD-ABCDE usw.)
Um auch hier die Wartezeiten kürzer zu halten kann variiert gespielt werden:
- Spieler 1 spielt ein Pattern
- alle wiederholen das Pattern, Spieler 2 spielt ein zusätzliches
- alle wiederholen die Pattern von 1 und 2, Spieler 3 spielt ein zusätzliches
- alle wiederholen die Pattern von 1, 2 und 3, Spieler 4 spielt ein zusätzliches
(Form: A-AB-ABC-ABCD-ABCDE usw.)
In einer Großgruppe überfordert dieses Spiel sehr schnell, so dass sich hier die „kleinere Version“ anbietet:
- Spieler 1 spielt ein Pattern
- Spieler 2 wiederholt das Pattern und spielt ein neues
- Spieler 3 wiederholt das neue Pattern und spielt ein anderes
- Spieler 4 wiederholt das andere Pattern und spielt ein weiteres
(Form A-AB-BC-CD-DE usw.)
Auch in diesem Fall lässt sich das Spiel „großgruppenadäquat“ spielen, indem die Weiderholungen stets von der Gruppe durchgeführt werden.
Achterbahn
Jeder Schüler überlegt sich eine Zahl zwischen 1 und 8.
Der Spielleiter zählt 8 Schläge vor – alle zählen innerlich mit – und spielen an der entsprechenden, vorher überlegten Stelle. (Drumcomputer, Metronom oder Rhythmusplayback können hier eine Hilfe sein)
Hier kann der Geburtstag hilfreich sein, wobei dann alle Musiker mit zweistelligem Datum zweimal spielen müssen (Bsp: 25 spielt auf 2 und 5; die Ausnahmen 9 und 29 spielen auf 8 und 1 bzw. auf 1, 2 und 8.
Das Spiel kann sowohl in Vierteln als auch in Achteln (Doppelschläge) gespielt werden. In geübten Klassen kann das Spiel durchaus mit Triolen bzw. Sechzehnteln durchgeführt werden.
Malreihen
Jeder Schüler erhält einen Röhre, am besten aus der pentatonischen Reihe.
Als Übereihe wird die Dreierreihe vereinbart. Das Spiel wird derart ausgeführt, dass jede Zahl, die nicht in der Dreierreihe enthalten ist, gesprochen wird, während Dreierzahlen gespielt werden.
Es wird gezählt, der Lehrer beginnt mit „eins“, der Nachbarschüler spricht „zwei“, der nächste Nachbar spielt auf der Röhre, weil es eine Zahl der Dreierreihe ist. (also: „Eins“, „Zwei“, „plong“, „Vier“, „Fünf“, „plong“ usw.)
Das Spiel lässt sich mit jeder Malreihe spielen und kann im Schwierigkeitsgrad noch gesteigert werden, indem bei jeder Zahl aus der Dreierreihe und bei jeder Zahl, die eine 3 enthält (also: 1, 2, plong, 4, 5, plong, (…) 10, 11, plong, plong, 14, (…) 26, plong, 28, 29, plong, plong, plong, (…) 40) gespielt wird. Auch diese Variante kann mit allen anderen Reihen gepielt werden.
Rhythmusbaukasten
Wenngleich diese Grundidee Jürgen Zimmermanns aus dem Buch Juba: Die Welt der Körperpercussion. Techniken, Rhythmen, Spiele, auf dem Konzept „Body-Music“ von Keith Terry basierend, für das Musizieren mit Körperinstrumenten gedacht ist, eignet es sich genauso für das Spiel mit Boomwhackers (womit wieder einmal bewiesen ist, dass „wirklich gute Sachen mit allem funktionieren“ …)
Der Rhythmusbaukasten setzt sich aus einer Dreier-, einer Fünfer-, einer Siebener- und einer Neunerfigur zusammen, welche anfangs nacheinander gespielt bzw. geübt werden.
Bei der Dreierfigur kreuzt man zunächst zwei Röhren vor der Brust, dem sich das Spiel mit der rechten Röhre auf die linke Schulter, dann ein Schlag der linken Röhre auf die rechte Schulter anschließt.
Die Fünferfigur ist eine Dreierfigur, die um die Elemente “rechte Röhre spielt auf linken Oberschenkel” und “linke Röhre spielt auf rechten Oberschenkel ergänzt wird.
Die Siebenerfiur verlangt ein wenig Bewegung vom Musiker: sie besteht aus einer Fünferfiur, zu welcher die Elemente “rechte Röhre spielt vor dem linken Fuß” und “linke Röhre spielt vor dem rechten Fuß” hinzukommen.
Die Neunerfigur letzten Endes besteht aus einer Siebenerfigur, zu der sich ein Stampfen mit dem rechten, dann ein Stampfen mit dem linken Fuß dazu gesellt.
Diese Figuren können nun beliebig miteinander kombiniert (etwa 3+3+5 oder 3+7+9 oder 7+9+3+9, eine Telefonnummer oder eine Postleitzahl spielen, verschiedene Möglichkeiten finden, ein Lied zu begleiten, Figuren gegeneinander spielen lassen (wann treffen sich die 1er? oder „Schreibt eine Musik, deren Summe 21 ist“ usw.) oder in einer Art Kanon gespielt werden. Grundsätzlich lassen sich aus dem Rhythmusbaukasten nahezu unzählig viele Spiele, Sequenzen, Stücke, Arrangements und Unterrichtseinheiten herstellen.
Anfangs können Aufbau und Ablauf vom Lehrer, im Laufe der Zeit von den Schülern festgelegt werden.
Der Baukasten bietet auch die Möglichkeit in Form von Stationen- oder Gruppenarbeit differenziert zu arbeiten, etwa dadurch, dass einzelne Kleingruppen eigene Sequenzen erarbeiten, indem Vorspielstücke arrangiert oder der Rhytmusbaukasten erweitert wird.


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