Hörhilfen

Filmmusik

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Filmmusik
Ein weiterer Helfer im Musikunterricht ist die Filmmusik. Löst man sich vom „traditionellem Schulhörgut“, so kann Filmmusik ein „Trainer“ beim Musikhören ein.

Sie unterstützt funktionell die Aussagekraft von Bildern (oder arbeitet kontrapunktisch) und lässt in der Regel meist nur eindeutige Assoziationen zu, so dass die „Programmerarbeitung“ sehr schnell auf Erfolg zielt.

Filmmusik ist keine B-Ware! John Williams (u.a. „Star Wars“, „Harry Potter“), Ennio Morricone (u.a. “Spiel mir das Lied vom Tod”, “Es war einmal in Amerika) oder Jerry Goldsmith (u.a. „Star Trek“ und sehr viele weitere Fernsehserien) sind ernstzunehmende Komponisten, deren Werke den Unterricht bereichern (spätestens, wenn man das zwanzigste Mal „Karneval der Tiere“ durchgenommen hat …)

Diese „Hörbeispiele“ lassen sich nur „von der CD her“ erarbeiten oder in Verbindung mit Filmsequenzen hören.

Filmsequenzen können nachgespielt bzw. neue geschrieben werden. In Verbindung mit Videoarbeit entstehen hier manchmal erstaunliche Ergebnisse und manchmal achten Schüler auf Feinheiten, die man selbst nicht bemerkt hat.

Bereits in den 50er Jahren gelang es Walt Disney mit „Fantasia“, klassische Musik in einen Comicfilm umzusetzen. Die Heim-Videotechnik ist heutzutage in Verbindung mit digitaler Bildbearbeitung am PC derart ausgereift, dass sich mit einfachsten Mitteln (oder mit geliehenem Equipement über die Landesbildstellen) sehr gute Ergebnisse erstellen lassen.

Die Arbeit mit Videos bildet einen großen Anreiz zur aktiven Auseinandersetzung mit Musik, dem Finden von passenden Sequenzen, dem Aneinanderreihen zu kleinen Geschichten und abschließendes Zusammensetzen zum Gesamtwerk.

Dort, wo kein Equipement vorhanden ist, gibt es bisweilen Elternteile, die gerne im Rahmen eines Projektes in der Schule hospitieren.

Eine Möglichkeit, Musikunterricht zu öffnen.

Integrationsfiguren

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Integrationsfiguren
Auch wenn es in den 80er Jahren Furore machte: ein Punk mit Geige macht im Sekundarbereich mehr daher als Gidon Kremer. Ob es Ann-Sophie Mutters nackte Schulter war (um die Geige zu spüren), den dann von Vanessa Maes T-Shirt übertroffen wurde, ob Friedrich Gulda, der mit den undenkbarsten Hemden und Hüten Klaviersonaten von Beethoven spielte, ob Peter Hofmann, Harley-Davidson fahrend und mit Lederjacke, Jose Carrerars, der mit Peter Maffay Tabaluga sang, stets gibt es Musiker, welche einen gewissen Reiz – oft, weil sie einfach anders sind – ausüben.

Leider scheint es gerade in Musiklehrerkreisen üblich zu sein, solche Zeitgeisterscheinungen abzutun, als unwürdig zu bezeichnen oder sie gänzlich zu ignorieren.

Dabei öffnen gerade solche schillernden Persönlichkeiten (Marius Müller-Westernhagen liest „Peter und der Wolf“, Phil Collins und Gary Moore schreiben und spielen darüber, Stoppok singt die Carmina Burana) Augen und Ohren der Schüler. (Wer hätte je geglaubt, dass ausgerechnet Dieter Bohlen dafür Sorge tragen wird, dass Schülerinnen eines achten Schuljahres gerne „Stimmbildung (!) machen“ wollten …)

Thomas Quasthoff ist ein wunderbarer Sänger. Allerdings wirkt er aufgrund seines Handycaps auf viele Schüler noch anziehender und sie sind bereit, sich auf Kunstlieder einzulassen.

Oft bietet es sich an sich dem Musikhören über das Musikschauen eines Videos zu nähern.

Emotionales Hören

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Emotionales Hören
Emotionales Hören stellt insofern eine Besonderheit dar, als die Ergebnisse nicht explizit-zielgerichtet und somit – im weitesten Sinne – nicht immer vorhersehbar sind.

Das Verbalisieren von Gefühlen ist eine Fähigkeit, die viel Übung erfordert. Weiterhin besteht ein Problem des emotionalen Ausdrucks in der Tatsache begründet, dass die Aussage „mich macht die Musik traurig“ vom Sender durchaus anders verstanden werden kann, als sie der Empfänger wahrnimmt …

Die „Wahrheit“ bzw. den Kern einer Aussage erfährt man in solch einem Fall durch das vom Lehrer geliebte „Nachharken“ was allerdings – weil lehreradäquat – seinerseits wiederum Blockaden auslösen kann.

Gesprächsführung
Das Spiegeln nach Rogers stellt eine Methode dar, in welcher der Zuhörende den Inhalt des Erzählenden in anderen Worten wiedergibt, um zunächst zu hinterfragen, ob das Gesagte richtig verstanden wurde und um gleichzeitig zu demonstrieren, dass man die Emotionen des anderen wahr- und annimmt.

Über diesen Weg kann es gelingen, emotionale Blockaden des Erzählenden zu lösen bzw. ein Aufkommen zu verhindern.

Somit wäre der Gesprächsanlass „ … mich macht die Musik traurig“ nicht durch die Frage nach dem „warum“ fortzusetzen sondern vielmehr über das Aufgreifen des Gedankens „Du wirst jetzt also betrübt?“, um dem Erzählenden Freiraum zu lassen, seine Emotionen weitergehend auszudrücken.

Oft kommt hier der Faktor „analytisches Hören“ erneut ins Spiel – eine Trennung ist oft nur sehr schwer zu leisten.

Verbalisieren
Den Gefühlen Ausdruck zu verleihen, setzt das Vorhandensein eines gewissen Vokabulars voraus. Oft erkennen Schüler zwar die wesentliche Aspekte in der Musik, können diese allerdings nur schwer verbalisieren, meist weil ihnen „die Worte dafür ausgehen“ …

Die Technik der „hintergründigen Wiederholung“ dient der aktiven Wortschatzerweiterung. Anfangs beschreiben – vor allem in jungen Klassen – Schüler eine Musik meist als „schön“ oder „traurig“. Im Laufe der Zeit, also nach einer gewissen Übungsphase, sind sie in der Lage, diese Begriffe zu differenzieren, so dass schön durchaus in Nuancen wie „märchenhaft“ oder „romantisch“ unterteilt werden kann.

Solche Begriffe müssen manchmal vorgegeben werden. Schüler brauchen Zeit, um diesen Wortschatz wachsen zu lassen. Hier muss gegebenenfalls geholfen werden, wobei die Kunst in der Dosierung (nicht weniger als möglich und nicht mehr als nötig) liegt. Bisweilen müssen auch Empfindungen, welche scheinbar losgelöst von der Intention des Komponisten sind, einfach „stehengelassen“ werden.

Fabulieren
In Hörbeispielen mit Programmmusik bietet sich ein Impuls in der Art „Diese Musik erzählt eine Geschichte …“ an.

Hier fällt dem Lehrer die Rolle des Moderators (also der Idealfall eines Unterrichtsgespräches) zu. Ihm wird die Aufgabe der Koordination zuteil, er verstärkt und lenkt.

Beim Fabulieren sollte wie beim „brainstorming“ vorgegangen werden: jede Antwort ist richtig; es gibt kein „falsch“ und unter synergetischem Aspekt ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile.

Schreiben zu Musik
Wenngleich diese Technik von den Deutschkollegen ausging, hat sich durchaus ihren Stellenwert im Musikunterricht:

Zu einer (nach Möglichkeit eindeutigen) Programmmusik sollen die Schüler versuchen, eine passende Geschichte zu schreiben. Das Hörbeispiel sollte hierfür nicht zu lange sein; gegebenenfalls kann es mehrmals wiederholt werden.

Wichtig ist, dass nicht die Phantasie sondern lediglich die Musik leitet. Dies muss anfangs geübt werden. Hier bietet es sich an, zunächst ein Hörprotokoll anzufertigen, auf welchem drei bis fünf Stichworte aufgeschrieben werden. Dies kann anfangs durchaus geleitet werden, so dass alle Schüler mit den gleichen „Überschriften“ arbeiten.

In der Regel sind die Arbeiten am Ende zwar sehr unterschiedlich, dafür aber oft sehr poetisch und einfühlsam.

Malen zu Musik
Anders als beim gegenstandslosen Malen, welches beim analytischen Hören angewandt werden kann und auf das Erkennen von Formverläufen zielt, soll dieses Malen dem Darstellen von Emotionen dienen.

Die Materialien sollten nach Möglichkeit ansprechenden Charakter haben (etwa Plakafarbe auf Wellpappe oder Wachsfarbe auf Zeitungspapiercollagen usw.) Der Hörauftrag begrenzt sich auf das Darstellen der Musik, dem sich hinterher die Präsentation (mit Künstlerinterview) anschließt.

Eine weitere Alternative besteht darin, ein Bild in Partner- oder Gruppenarbeit anfertigen zu lassen, wobei dieses auf ein Gesamtbild (und nicht auf vier bunte Ecken) zielen soll, was allerdings Teamfähigkeit und nonverbale Kommunikationstechniken in der Gruppe voraussetzt.

Formen – Basteln – Schaffen
Hierfür sind alle denkbaren (und undenkbaren) Materialien geeignet, mit welchen sich etwas „darstellen“ lässt, um somit Klänge zu versachlichen.

Besonders bewährt haben sich Knete, Ton, Müll (!) und Schrott aus welchen die Schüler etwas schaffen sollten. In einem zweiten Schuljahr haben beispielsweise alle (!) Schüler beim Hören von „Gnomus“ ein monsterähnliches Wesen geknetet.

Eine weitere sehr interessante Arbeit stellt das Spiel mit farbigem Sand dar, wie es bei den tibetischen Mönchen üblich ist. Dies lässt sich sowohl in Einzel- als auch in Gruppenarbeit durchführen. Wobei man auch hier darauf achten soll, dass nach Möglichkeit die Musik so genau wie möglich umgesetzt wird.

Darstellen
Auch hierbei handelt es sich um einen „Klassiker“ der Hörerziehung. Ein oder mehrere Schüler versuchen, sich musikadäquat zu bewegen.

Das Bewegen an sich bildet einen sehr schönen und vor allem oft eindeutigen Zugang zu Musik. Auch hier lässt sich solistisch oder auch in Gruppen (auch unter Anleitung eines Regisseurs) arbeiten. Die Aufführung muss analysiert und besprochen werden.

Besonders reizvoll kann es sein, wenn zwei Gruppen scheinbar unterschiedliche Musik darstellen und einander vorführen, wobei das Hörbeispiel so gewählt ist, dass beide Gruppen das gleiche darstellen.

Standbild
Diese Übung stammt aus dem Bereich der Schauspielübungen. Zu einem Hörbeispiel schafft ein „Künstler“ ein Standbild bzw. ein „Foto“, mit welchem er versucht, die Musik darzustellen.

Standbilder haben bei Anfängern oft den Charakter von „Überschriften“; im Laufe der Zeit und mit zunehmender Routine wächst allerdings das Verhaltensrepertoire der Schüler, so dass auch hierdurch sehr gut emotionale Abläufe dargestellt werden können.

Analytisches Hören

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Analytisches Hören
Analytisches Hören bezieht sich in erster Linie auf Kompositionstechniken bzw. Kompositionsprinzipien (und natürlich in der Musik nach 1900 auf entsprechende Interpretations- und Improvisationsaspekte) wie Instrumentierung, Tonhöhe, -dauer, Takt, Form, Dynamik oder Tempo.

Bereiche, in welchen in erster Linie Fachtermini angewandt werden. Wenngleich das Wissen von diesen Fachbegriffen in jüngster Zeit zu einer Art Zankapfel in der Musikdidaktik wurde, kann doch behauptet werden, dass zu einer allumfassenden Musikausbildung zumindest das „Kennen“ dieses Fachwissens zählen sollte.

Die Argumentation der Verfechter des Kanons an Fachwissen beruft sich auf die Tatsache, dass der Begriff „accelerando“ eine Vokabel aus einer internationalen Musikfachsprache ist, welche von jedem Aktivmusizierenden weltweit gelesen und dementsprechend umgesetzt werden kann.

Die „Gegner“ dieser These berufen sich auf die Tatsache, dass in der Jazz- und Rocksprache bestenfalls „faster“ geschrieben wird und somit dieses Wissen nicht für „den“ Musiker „generell“ nötig sei.

Diese Diskussion ließe sich unendlich fortführen, denn nahezu alle italienisch geschriebenen Aufführungsvorschriften der „Klassiker“ werden im Jazz- und Rockbereich durch das englische Pendant ersetzt.

Hiermit wird jedoch lediglich die Frage nach der Notwendigkeit vom „Wissen, Übersetzen und Verstehen von Fachtermini“ in Frage gestellt, denn die Jazz- und Rockmusiker arbeiten – im Gegensatz zu vielen „Klassikern“ – in erster Linie „hörend“. Dort, wo ein Pianist eine Klavieretüde über das Notenbild erarbeitet, ist es in der „Musik nach 1900“ eher üblich, sich dem Werk „hörend“ zu nähern.

Nahezu alle Jazz- und Rockgrößen erwähnen immer wieder, dass sie „ihren Sound“ allein durch das Hören verschiedenster Musiker entwickelt hätten. Letzten Endes mag das Ergebnis das gleiche sein; vielmehr liegt der Unterschied im Weg: dort, wo der Klassiker die Vorschrift kognitiv anwendet, übt der Jazz- und Rockmusiker rein imitierend und nähert sich somit handlungsorientiert …

Dies bedeutet, dass bei den Aktivmusizierenden analytisches Hören durchaus in Verbindung mit Handlungsformen stehen kann. Das Wissen als solches muss demnach nicht im Vorfeld betrachtet, erklärt und reflektiert sondern kann vielmehr unmittelbar über eine imitierende Handlung „begriffen“ werden.

Diese imitierende Handlung, die ein Musiker am Instrument praktiziert, muss also für Schülerohren und –hände adäquat transformiert werden („tun statt reden“).

Plastische Hilfsmittel
Eine gute Möglichkeit, Schülern formelle Abläufe in der Musik zu verdeutlichen, besteht im Verwenden von Hörhilfsmitteln.

Dies können anfangs ganz einfache Dinge sein wie Stifte oder Papierstücke. Um beispielsweise einen Begriff wie „Terassendynamik“ zu erarbeiten, können die Schüler jeder einzelnen Sequenz ein in der Größe passendes Stück zuordnen.

Bei der formellen Rondoerarbeitung kann zum Beispiel die Form A – B – A – C – A durch die Darstellung Kugel – Stift – Kugel – Buch – Kugel – Heft visualisiert werden.

Ein Formverlauf lässt sich auch dreidimensional darstellen. Hierbei ist nahezu alles als Hilfsmittel – wie Knete, Ton, Steine, Holz, Metall usw. – geeignet. Die „Künstler“ versuchen ein musikadäquates Werk zu schaffen und analysieren hierdurch die formellen Aspekte.

Malen zur Musik
Gegenstandsloses Malen kann eine Erkennungs- bzw. Formfindungshilfe sein. Beim gegenstandslosen Malen ist es wichtig darauf zu achten, dass lediglich Verläufe dargestellt werden, was anfangs jüngeren Schülern Schwierigkeiten bereitet, weil dies nicht ihrer Vorstellung von „Malen“ entspricht; hier hilft manchmal die Aufforderung, ein entsprechendes „Muster“ zu malen.

Das Malrepertoire sollte sich lediglich auf Striche, Linien und Punkte, welche in der Länge, Dicke und Farbe variieren, beschränken.

Mithilfe solcher erstellten „Hörpartituren“ lassen sich später Formverläufe – auch wenn nur „nebenbei“ gemalt wird – erkennen bzw. interpretieren. Allerdings sollte auch diese Methode angeleitet und geübt werden.

Bewegen zur Musik
Auch hier beeinflusst die Qualität des ausgewählten Hörbeispiels maßgeblich das Ergebnis. Um beispielsweise die Begriffe „legato“ und „staccato“ zu erarbeiten, bietet es sich an, dass die Schüler versuchen, sich der Musik entsprechend zu bewegen.

Tücher und Bänder sind hier Hilfsmittel und unschätzbarem Wert!
Meist fällt es den Schülern aus der Zuschauerperspektive leichter, die Unterschiede herauszuarbeiten als beim Agieren. Deshalb bietet es sich hier an, in zwei Gruppen zu arbeiten, wobei je eine Gruppe der anderen vorführt.

Spielen des Musikverlaufs
In geübten Klassen ist es durchaus möglich, dass ein Schüler (bzw. eine Kleingruppe) die anderen „choreographiert“.

Die Darsteller werden hinterher befragt, inwiefern sie die Performance erklären können; wobei auch hier in zwei Gruppen – Agierende und Zuschauer – gearbeitet werden kann.

Media-Player
Wenngleich diese Methode von sehr vielen Musiklehrern heiß diskutiert wird (und umstritten ist), kann man sie durchaus in einigen Klassen zu bestimmten Anlässen anwenden und soll der Vollständigkeit halber Erwähnung finden.

Hierfür projiziert man die Visualisierungen des Media-Players im Vollbildmodus mit Hilfe eines Video-Beamers.

Musik kann man hier in verschiedenen Darstellungsweisen visualisieren. Solche Klangmuster stellen für visuell geprägte Menschen eine Möglichkeit dar, Hörbares zu sehen.

Hierbei sind allerdings im Vorfeld die einzelnen Optionen zu prüfen, denn nicht alles was „schön bunt“ aussieht, eignet sich auch, um es als „Hörhilfe“ zu benutzen.

Die Hörwand
Generell sollte man stets in Frage stellen, inwiefern das Schema „Hören – Erklären – Aufschreiben – Abschreiben – Auswendiglernen (– Vergessen)“ im handlungsorientierten Musikunterricht Verwendung finden soll bzw. darf.

Es gibt Termini, welche beim Hören immer wieder auftauchen, Begriffe, die man durchaus kennen sollte.

Eine Möglichkeit, diese „festzuhalten“, besteht in der „Hörwand“. Dies kann ein besonderes Plakat, eine Ecke im Musiksaal, ein großes Pappohr usw. sein. Hier werden alle Termini, die im Laufe der Musikstunden auftreten, aufgeschrieben, derart, dass sie für alle Schüler jeder Zeit sichtbar sind.

Mit entsprechenden Ikonen bzw. Tabellen versehen kann diese Wand eine Orientierungshilfe beim Hören bieten:

Die Schüler sollten den „Entstehungsprozess“ mitverfolgen können; hier können handschriftliche Aufzeichnungen oft wirkungsvoller sein als liebevoll erstellte Computergrafiken …

Eine Hörwand soll kein Tafelbild sein, das abgeschrieben und auswendig gelernt wird. Sie stellt vielmehr eine Hilfe im Sinne des „Super-Learnings“ dar und dient dem „sich scheinbar nebenbei einprägenden“ Lernen! (Die Information wird durch das Unterbewusstsein aufgenommen und prägt sich „wie von alleine“ ein)

Die Hörwand sollte „wachsen“, d.h. zu Beginn eines neuen Schuljahres noch leer sein, so dass jede neue „Hörerkenntnis“ vermerkt und somit festgehalten wird.

Das Hörtagebuch
Dieser Ansatz findet in jüngster Zeit vor allem im Primarbereich Verwendung. Meist im fächerübergreifenden Ansatz behandelt, wird hier das Musikhören mit künstlerischen oder schreibenden Anlässen gekoppelt, so dass jedem neuen Hörwerk ein weiterer Anker zugeordnet wird.

Achtung: Ein Hörtagebuch darf nicht zum aktionistischen Aufschreiben um des Aufschreibens Willen („Höre Baba Yaga und male ein eine Hexe …“) verkommen! Vielmehr muss hier der Aspekt des sinnvollen (und meist sich aufdrängenden) Vernetzens durchleuchtet werden!

Aufzeichnungen im Hörtagebuch sollten nach Möglichkeit nur einen (!) Schwerpunkt des Hörbeispiels fokussieren. Die Aufzeichnung muss im sinnvollen Zusammenhang zum Gehörten stehen.

Die Anschaffung eines Hörtagebuchs setzt voraus, dass es gepflegt wird! Von daher ist im Vorfeld genau zu prüfen, inwiefern dem Hören ein besonderer Stellenwert im Musikunterricht beigemessen wird (es gibt durchaus Klassen, in welchen reges Interesse am Musikhören besteht), um „didaktische Leichen“ zu verhindern …

Die Einzelbetrachtung
Spielt man Schülern ein Hörbeispiel vor, ist man oft erstaunt, dass im Streichquartett angeblich ein Keyboard, in der Sinfonie eine E-Gitarre oder im sinfonischen Blasorchester ein Didgeridoo gehört wurde …

Dieser „Misstand“ ist nicht auf „Unfähigkeit“ zurückzuführen sondern beruht vielmehr auf der Tatsache, dass (vor allem jüngeren Schülern) ein Grundvokabular fehlt. (Man kennt die Spiele, in welchen schnell Begriffe genannt werden sollen und fast alle Menschen auf die Frage nach einem Instrument mit Geige und auf die Frage nach einem Werkzeug mit Hammer antworten)

Die veränderte Kindheit führt dazu, dass Kleinkinder heutzutage mit allen möglichen Instrumenten konfrontiert werden; ein Cluster, welches im Musikunterricht seziert werden muss. Vergleicht man die Hörerfahrungen heutiger Kinder mit denen der Vorkriegsgeneration, so stellt man fest, dass sich Hören „damals“ auf Hausmusizierinstrumente (wie Blockflöte, Geige, Klavier), Kirchen-, Kirmes- und Drehorgel und bestenfalls noch Blasorchester beschränkten. Salon- oder Sinfonieorchester waren Seltenheit.

Heutzutage – dies muss nicht bewertet werden; es „ist“ so – ist das Hausmusizieren zur Seltenheit geworden. Dennoch werden die Kinder über Fernsehen und Radio mit jedweder Musik – von Sinfonieorchestern über synthetische Sounds bis hin zu allen denkbaren Naturinstrumenten wie Tabla, Sitar oder Djembe – konfrontiert.

Ein Schüler, der in die Schule kommt, hat in der Regel nahezu jedes Instrument schon einmal gehört. Manche kann er benennen, viele nicht. Aus den Instrumenten, welche er benennen kann, bildet er sein Vokabular, welches er im Musikunterricht anwenden möchte. Somit erklärt sich das Phänomen des „Didgeridoohörers“ von oben – der Schüler besuchte den Kindergarten in Sydney …

Analytisches Arbeiten bedeutet in diesem Fall, Instrumente gezielt hören und somit erkennen zu lassen.
Man erkennt in der Orientierungsstufe, ob ein Schüler in der Grundschule „Peter und der Wolf“ kennen gelernt hat, da hier – wenn es gut gemacht wurde – Begriffe wie „Streicher, Fagott, Oboe, Klarinette, Querflöte und Hörner“ angewandt werden.

Einzelbetrachtung in ihrer vollkommensten Form bedeutet, dass ein Instrument in der Schule gehört, betrachtet und gespielt (!) (bzw. ausprobiert) wird!.

Das Ziel der Einzelbetrachtung (welche im Notfall auch einmal mithilfe des Mediums Video durchgeführt werden kann) beläuft sich somit zum einen auf das „hörende Wiedererkennen“, zum anderen auf das Anwenden des entsprechenden Begriffs, denn: „gehört“ haben das Instrument nahezu alle Schüler.

Der Instrumentalistenbesuch
Außerschulische Lernorte haben durchaus ihren Stellenwert auch im Musikunterricht. In einer Schule, die in der Nähe einer Kirche liegt, darf kein Orgelwerk von der CD gehört werden.

Ein Besuch in der Kirche, das Kennen lernen des Organisten, der Raum an sich, all dies sind multisensorielle Faktoren, welche prägende Hörerlebnisse mit sich bringen.

Je außergewöhnlicher der Lernort ist, desto größer wird die Lernbereitschaft der Schüler sein. Instrumentalisten kann man vor Ort besuchen oder sie in die Schule einladen. Dies ist in der Primarstufe zugegebener Weise einfacher als im Sekundarbereich, da Grundschüler gerne „wen oder was mitbringen“; oft gibt es Eltern oder Großeltern, welche Musizieren und gerne einmal in der Schule hospitieren. Im Sekundarbereich ist so etwas peinlich …

Dennoch können auch hier „Spezialisten“ (etwa die Lehrer der ortsansässigen Musikschule) eingeladen werden, die ihrerseits somit auf potentielle Neuschüler stoßen können.

Der Konzertbesuch
Der Besuch eines Konzertes bietet ein Erlebnis, welches manchen Schülern von zuhause aus nie ermöglicht wird. Um diesen Besuch zu einem „Event“ zu machen, ist es dringend erforderlich, die Schüler hierfür vorzubereiten.

Eine hohe Form des Konzertbesuchs besteht darin, vor bzw. nach der Aufführung ein Gespräch mit dem oder den Künstler(n) in Form eines vorbereiteten Interviews zu führen. Hier sollte im Vorfeld ein „Schwerpunkt“ gebildet werden, so dass das Gespräch in einer gewissen (nützlichen) Linie verläuft.

Ein Konzertbesuch bedeutet nicht zwingend „klassisch“; ein Jazz- oder Rockkonzert, eine Musicalaufführung, ein Chor- oder Blasorchesterkonzert kann genau so reizend sein wie das Aufsuchen und das Gespräch mit einem Straßenmusiker.

Die Frage nach dem Komponistenporträt
Der Markt hierfür ist zur Zeit gut gefüllt; es gibt ganze Buchreihen mit obligatorischen CDs, in welchen Komponisten vorgestellt werden.

Hier sind Passagen ihres Werkes und ihres Schaffens zu hören und oft erfährt man, als wievieltes Kind sie wann und wo geboren wurden, wohin ihre Reisen liefen usw.

Abschließend gibt es vorbereitete Tests, in welchen die Schüler beantworten müssen, wann Mozart wo welches Werk gespielt hat, wie seine Cousine mit Vornamen hieß, wie viele Brüder Beethoven hatte, wie viele Sinfonien Schubert schrieb, mit wem Bach verheiratet war, wie viele Kinder er hatte und woher Wagner seine Inspiration beim Komponieren nahm. Inwiefern so etwas noch mit Musikunterricht zu tun hat, mag jeder für sich beantworten.

Oft wird argumentiert, dass das Ausschneiden und Aufkleben von kleinen Mozartbildchen, das bunte Anmalen eines Reisewegs und das Kreuzworträtselausfüllen an Stationen handlungsorientiertes Arbeiten sei. Musikalisch-handlungsorientiert ist es definitiv nicht!

Mit Sicherheit können sich Situationen ergeben, in welchen – vor allem im Primarbereich – Schüler unbedingt mehr von einem Komponisten erfahren möchten; vor allem Mozart ist hier eine Identifikationsfigur, war er doch im Grundschulalter bereits aktiver Musiker und Komponist. Und mit Sicherheit liegt der Auftrag des Lehrers darin, diesem Wissensdurst nachzukommen.

Von daher sollte ein Komponistenporträt (wenn überhaupt) erst dann in Angriff genommen werden, wenn es sich „aufdrängt“ bzw. wenn von den Schülern (!) der Impuls (!) ausgeht. Somit hat diese Herangehensweise projektorientierten Charakter, welcher die Kriterien eines solchen auch erfüllen muss. Weiterhin muss hier derart didaktisch reduziert werden, dass der „Input“ dieses Projektes der Lebenswelt der Kinder entspricht.

Musikhören

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Musikhören
Beim Hören von Musik kann man zwei Arten unterscheiden: Das emotionale und das analytische Hören. Keines von beiden kann alleine betrachtet werden; vielmehr bedingen sich beide gegenseitig.

Emotionales Hören bezieht sich auf spezifische Empfindungen und Assoziationen des Musikhörenden und ist in der Regel ein Resultat des „Zuhörens“. Aus dem analytischen Hören, welches im Regelfall mit dem „Hinhören“ korrespondiert, resultiert das (Wieder-)Erkennen von musikalischen Gesetzmäßigkeiten und Kompositions- bzw. Aufführungstechniken.

Während analytisches Hören in der Regel in erster Linie bei absoluter Musik (eine „nichts ausdrückende, jeden Ideen- und Gefühlsgehalt leugnende, „reine“ Musik“; Hirsch, Wörterbuch der Musik) angewandt wird (wobei auch hier durchaus emotional gehört werden kann), zielt Programmmusik (eine Musik, „in welcher Eindrücke spezifisch musikalisch verarbeitet sind. Der Komponist verdeutlicht dies oft durch Titel, literarische Zitate oder Erläuterungen“ ebenda) in der Regel auf emotionales Hören (wobei auch hier analytisch gehört werden kann).

Nicht jede absolute Musik ist „absolut“ und nicht jedes Programm lässt ein solches erkennen. Analytisches Hören muss nicht „unemotional“ und emotionales Hören nicht „von Analyse losgelöst“ geschehen.

Vielmehr sollten diese beiden Begriffe im Hinterkopf des Musiklehrers verankert werden; oft lassen sich hierüber Schülerassoziationen erklären, denn der O-Ton eines Schülers „Die Violette, wo wie die Katze (aus „Peter und der Wolf“, M.F.) klingt, macht schon ein bisschen Angst“ beim Hören der Bassklarinette in Dvoraks „Mittagshexe“ war sowohl analytisch als auch emotional.

Wichtig ist hierbei die Zielsetzung. Um Schülern bewusst beim Hören zu „helfen“ sollte jeder geplante Weg wohl überlegt werden; „es hilft“.

Musikhören scheint

- für Ungeübte anstrengend und
- in erster Linie für „Wissende“ interessant zu sein,
- sich auf reines „Hören“ zu beschränken und würde somit dem Gedanken eines handlungsorientierten Musikunterrichts gänzlich widersprechen
- nach wie vor den Beigeschmack des übelsten Frontalunterrichts, dargeboten mit Fragen wie: „Wo spielt die Geige?“ oder „Das ist die Bar-Form, schreibt auf und hört hin, das kommt in der Arbeit dran …“ zu haben.
- sich, glaubt man den Erzählungen „ehemaliger Schüler“ stets dem Ablauf Hören – Erklären – Aufschreiben – Abschreiben – Auswendiglernen (– Vergessen) gefolgt zu sein.

Dennoch kann Musikhören einen gänzlich anderen Stellenwert im Musikunterricht bekommen, wenn man als Lehrer seiner Aufgabe nachkommt und versucht, „das Hören zu lehren“ …

Wenngleich die anfänglich erwähnte Trennung zwischen emotionalem und analytischem Hören im Grunde nicht erfolgen soll, kann sie doch hilfreich sein, ein Hörerlebnis zu optimieren, um – zumindest anfangs – in gewisse Bahnen zu lenken, um somit zu fokussieren.

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