Arbeit am Lied

Weihnachtliederbuch

0

Weihnachtsliederbuch
Die Seite musik.klarmachen-zum-aendern.de möchte ich jedem Musiklehrer ans Herz legen, da hier Wert darauf gelegt wird, dass Musik in erster Linie gespielt werden will …

Die Macher und Mitarbeiter dieser Seite haben nun ein Weihnachtsliederbuch mit GEMA-freien Liedern zusammengestellt, das sich derzeit unglaublicher Beliebtheit erfreut.

Im Vorwort macht der 1. Vorsitzende der Musikpiraten e.V. darauf aufmerksam, dass Bildungseinrichtungen ihren vorrangigen Zweck, nämlich die Vermittlung von Bildungsinhalten, verfolgen sollen und sich nicht um Lizenprobleme kümmern müssten. Das Ziel sei es gewesen, ein kleines Liederbuch zusammenzustellen, dass jeder legal und kostenfrei erwerben, kopieren und verteilen dürfe.

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit kommt die Lizenzierungsproblematik von Notenblättern auf. Seit Ende 2009 bietet die GEMA Tarife für Kindergärten und Vorschulen an, damit auch diese Bildungseinrichtungen rechtssicher Kopien davon anfertigen können. Natürlich wird dafür ein entsprechender Obulus fällig, vom Verwaltungsaufwand ganz zu schweigen. Aus diesem Grund hat der als gemeinnützig anerkannte Musikpiraten e.V. Notenblätter gemeinfreier Advents- und Weihnachtslieder gesucht, die entweder unter Creative Commons lizenziert sind oder von den Urhebern sogar als gemeinfrei ausgezeichnet wurden.

Dieses Buch ist hier einseh- und ladbar. Die Besonderheit liegt darin, dass das Dokument sowohl als pdf, als auch als OO-Textdokument zu laden ist, so dass per copy and paste sehr leicht eigene Weihnachtsliederhefte bzw. Blätter für die Weihnachtsfeier erstellt werden können, zumal die Dateien auch als png zu laden sind. Für Nutzer von LilyPond sind die Dateien im entsprechenden Format abgelegt, so dass sie bearbeitet, transponiert oder ergänzt werden können.

Gerade hierin findet sich wiederum der Gedanke des SocialWebs: Alle sind aufgerufen mitzumachen. Das Heft konnte nur durch die Arbeit vieler fertig gestellt werden.

Noch mehr Weihnachtslieder in MIDI- und Notenfiles finden sich auf musica.atdieser und auf dieser Seite sowie im Lieder-Archiv. Eine weitere umfangreiche Sammlung habe ich auf dieser Seite gefunden, auf welcher sich ein weiteres Liederbuch anschauen und laden lässt.

Weiterhin gibt es einen Weihnachtsliederadventskalender mit Originalaufnahmen, Halbplaybacks und Noten.

Und wer es international liebt, der schaue doch einmal bei Mama Lisa vorbei.

Die roten Rosen: Little Drummer Boy – Mitspielsatz

0

Die roten Rosen: Little Drummer Boy – Mitspielsatz
Ein kleiner Mitspielsatz für die Weihnachtszeit mit einer feinen und wirksamen rhythmischen Rückung. Die CD der “Roten Rosen” (ein Deckname der Toten Hosen) Wir warten auf’s Christkind darf eh in keinem Musiksaal fehlen. Der Song The Little Drummer Boy lässt sich mittlerweile auch einzeln kaufen und ist prädestiniert für einen auf den ersten Blick einfachen aber dennoch anspruchsvollen Satz für Boomwhackers, der durchaus auch auf Stabspielen gespielt werden kann.

Beim Hören und Mitzählen merkt man, dass hier im Viervierteltakt vor dem “rum pum pum pum” ein Zweivierteltakt eingeschoben ist (auch Punk kann anspruchsvoll sein). Da ungerade Rhythmen für Kinder leichter zu spielen und zu merken sind, wurden bei diesem Satz zwei Takte (der 4/4 und der 2/4) addiert und wieder durch zwei geteilt, so dass zwei gleiche Takte mit 3/4 entstehen. Dies ist anfangs ein wenig ungewöhnlich, spielt sich allerdings sehr schnell ein.

Der Song ist formal in drei Durchläufen A-Dur und 2 Durchläufen C-Dur aufgebaut, so dass in der Begleitung mit Powerchords die diatonischen Sätze von Boomwhackers ausreichen und keine chromatischen Ergänzungen benötigt werden. Lediglich das D muss getauscht werden.

Um in der Erarbeitungsphase Abwechslung ins Geschehen bringen, bietet es sich beim harmonieweisen Üben der Gruppe, welche gerade wartet (also die C- oder die A-Gruppe) den Arbeitsauftrag zu geben, die Pausen mit dem Rascheln einer Plastiktüte zu füllen. Um den kompletten Satz von allen Schülern spielen zu lassen, benötigt man pro Spieler einen Satz.

Der Mitspielsatz, der mit der Melodie der Sologitarre startet, ist hier sowohl in Rhythmussprache als auch in vereinfachter Notation nach Kodály angehängt.

Die Stimmgabel als Hilfsmittel beim Solmisieren

0

Die Stimmgabel als Hilfsmittel beim Solmisieren
Beim Umzug bin ich auf meine alte Stimmgabel aus Studienzeiten gestoßen und mir fiel ein, wie eine Anwärterin vor einiger Zeit damit ihren Musikunterricht bereicherte – ich berichtete hier davon.

In meinen Klassen, in denen ich seit mehr als neun Monaten solmisiere – wir sind mittlerweile im Fünftonraum angelangt – habe ich damit in diesen Tagen gespielt und äußerst interessante Erfahrungen gemacht.

Die Stimmgabel zum Einstimmen
Die Stimmgabel wurde herumgereicht und es wurde experimentiert (hier empfiehlt es sich, mit fünf bis zehn Gabeln zu arbeiten; eine Investition von ca. 25 Euro, die sich – strebt man stehende Übungen an – rentieren kann) und herausgefunden, was da wie schwingt und in welchem Zusammenhang steht. Beim genauen Hinschauen wurde “440 Hz” entdeckt, worauf die Erklärung (440 Schwingungen in der Sekunde) erwartungsgemäß Erstaunen auslöste. Weiterhin wurde experimentiert, auf welchen Flächen (bzw. in der Erklärung: über welchen Hohlräumen) der Klang besonders gut klingt.

Es wurde sich auf eine Anschlagsweise (Handrücken) geeinigt, um Nebengeräusche zu vermeiden. Nun sollte jeder Schüler die Gabel ans Ohr halten und den Ton hören und sich merken, ohne ihn zu summen.

Alle haben dann gemeinsam den Ton gesungen. Ein äußerst (und in verschiedenen Klassen entsprechend unterschiedliches) interessantes Ergebnis, mit dem sich dann auch facettenreich (nur Jungen, nur Mädchen, die linke Gruppe, die rechte Gruppe, laut, leise, gesummt, auf Tonsilben, auf Worte, um den Ton herumsingen und schließlich auf ihm landen usw.) spielen lässt.

Die Stimmgabel zum Liedbeginn
Hier lassen sich verschieden Varianten gestalten:
- Die Schüler halten die Stimmgabel ans Ohr und summen nach und nach den Ton mit
- Die Schüler halten die Stimmgabel ans Ohr und hören den Ton, ohne ihn zu summen und benutzen ihn als Anfangston
- Die Schüler halten die Stimmgabel ans Ohr und benutzen den Ton als Grundton, den sie mitsummen
- Die Schüler suchen vom Grundton ausgehend den Anfangston der Melodie
- usw.

Die Stimmgabel in solmisierenden Klassen
Je nach Stand der Schüler kann man hier stellenweise verblüffende Ergebnisse erzielen:
- Stimmgabelton ist “so” – das “mi” (“re”, “la”) muss gesungen werden
- Stimmgabelton ist “so” – das “mi” (“re”, “la”)muss gesungen werden, ohne “so” zu singen
- Stimmgabelton ist “mi” – das “so” muss gesungen werden
- Stimmgabelton ist “mi” – das “so” (“re”, “la”)muss gesungen werden, ohne “mi” zu singen
- Stimmgabelton ist “la” – das “so” (“mi”, “re”)muss gesungen werden, ohne “so” zu singen
- usw.

Diese Spiele sind anstrengend und man sollte sie nur anfangs nur behutsam spielen und dabei sehr viel führen und mitsingen. Im Laufe der Zeit, wenn man sie als stehende Übung in jeder Musikstunde zu Beginn der Solfèges spielt, wird es für viele Schüler immer leichter, den entsprechenden Ton zu finden.

Songs zur WM

1

Songs zur WM
Mittlerweile ist er ja richtig schwer herauszufinden, der Song zur WM. Zwar gibt es nach wie vor „offizielle“, also von der FIFA in Auftrag gegebene Songs, aber im Laufe der letzten Jahre etablierten sich immer mehr die „Underdogs“, Produktionen, welche oft nur schnell aus Spaß zusammgeschaufelt wurden – meist ohne künstlerisch-musikalischen, dafür aber vermehrt mit hohen Unterhaltungsansprüchen.

Der Song zur WM wurde in Deutschland erst 1974 modern. Wahrscheinlich waren es die Engländer, die in der WM davor mit „Back Home“ den ersten Hit einer singenden Fußballnationalmannschaft in die Charts schickten (und der sich dort auch einige Tage auf Platz 1 hielt):

Hier hört man zum ersten Mal eine geklatschte rhythmische Figur, die fortan als „Soccer-Rhythmus“ sogar in die Musikgeschichte einging. In der darauf folgenden WM meldeten sich dann unsere Jungs – initiiert und tatkräftig unterstützt von Jacky White mit „Fußball ist unser Leben zu Wort.

1978 folgte Udo Jürgens mit „Buenos Dias, Argentina“.

1982 war es Michael Schanze, der mit „Olé España“ den Hit zur Nationalmannschaft lieferte:

1986 war es ausgerechnet Peter Alexander, der mit „Mexiko, mi amor“ keinen großen Glückstreffer landete:

(leider ist das Video in unglaublich schlechter Qualität – aber es ist derzeit das einzige mit allen Fußballern …) Peter Alexander setzte allerdings mit dem „Kaiser-Franz-Marsch“ noch eins drauf:

1990 verkündete wiederum Udo Jürgens mit „Wir sind schon auf dem Brenner“, wohin denn die Reise ginge:

Interessanter Weise äußerste er sich dann allerdings 2009 dahingehend, dass er kein Lied mehr für die WM schreiben werde, da seiner Meinung nach verlorene Spiele immer den Songs in die Schuhe geschrieben werden würden, was insofern merkwürdig ist, als er doch den Titel zum Titel schrieb …

1994 war es dann Berti Vogts, der ausgerechnet zusammen in „Far away in America“ mit Village People auftrat, was ihm in der latent-homophoben Fußballerextremfanwelt erhebliche Kritik einbrachte:

Die WM verlief nicht wie erhofft, Bertie Vogts wurde von den Medien mehr oder weniger aufgefordert, sofort den Posten zu räumen, Stefan Effenberg zeigte den Finger neben dem Ehering und nach dem Viertelfinale war Schluss mit der Titelverteidigung.

Die Stimmung, die sich gegen den Bundestrainer richtete griff Stefan Raab auf und stellte sie in einer Klangcollage zusammen, die er unter „Stefan Raab und die Bekloppten“ mit „Böörti Böört Vogts“ veröffentlichte. Hier findet sich eine sehr frühe Produktion eines Underdogs, die mit in die Fußballgeschichte einging. Und – allen Unkenrufen zum Trotz – besagter Trainer blieb auf seinem Posten und wurde zwei Jahre später Europameister (mit dem ersten Golden Goal) …

Ob es auf diese Erfahrungen zurückzuführen ist, lässt sich nur schwer nachvollziehen, in jedem Fall war es allerdings wiederum Berti Vogts, der für die WM 1998 anregte, eine Auftragskomposition zu bestellen, womit die Ausflüge in das Land der Chorsänger für die Nationalmannschaft beendet waren.

Der Vollständigkeit halber sei „Running with a dream“ hier erwähnt – der Titel gehört mit Sicherheit zu den unbekanntesten in der Sportwelt …

Was nicht allzu verwunderlich, wurde doch der offizielle Song der WM 1998 „La Copa De La Vida“ von Ricky Martin gesungen.

2002 wusste die FIFA dann, was gut ankommt und schickte Anastacia mit „Boom“ ins Rennen:

Spätestens seit 2006 (wahrscheinlich eher schon ein oder zwei WMs früher) wird es dann ein wenig unübersichtlich, denn:

Der offizielle FIFA-Song war tatsächlich „Time Of Our Lives“ von Il Divo.

Es gab aber auch noch Grönemeyers „Celebrate the Day“ (die englische Version von „Zeit, dass sich was dreht“):

und irgendwoher kam dann auch Bob Sinclairs „Love Generation“

Unsere Jungs hörten vor dem Spiel immer wieder „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo, so dass sich dieser Titel quasi durch die Hintertür eingeschlichen hat. Und letzten Endes kommt mit den Sportfreunden Stiller ein weiterer Underdog ins Spiel, denn „54, 74, 90, 2010“ hatte ja ursprünglich die 6 hinten …

Der offizielle Song für 2010 kommt von Shakira und Freshlyground 8und heißt „Waka Waka“:

Der von Coca-Cola heißt „Wavin‘ Flag“ und stammt aus der Feder von K‘naan:

Eine Liste der besten WM-Songs 2010 findet man hier und auch hier, viele Produktionen, die just-for-fun entstanden und nebenbei zum Erfolg wurden.

Und die Sportfreunde Stiller orakeln noch immer …

Fußball im Musikunterricht

2

Fußball im Musikunterricht
Alle zwei Jahre (EM bzw. WM) bietet sich das Thema Fußball mit seiner Ergiebigkeit und Facettenreichtum im Musikunterricht an. Eine kleine Einheit zum Schreiben eines eigenen Fußballsongs habe ich unter “Fußball von A-Z” bei lehrer-online veröffentlicht.

Über die Entstehung und Verbreitung des Stadionklassikers schlechthin „You‘ll never walk alone“ lässt sich auf 11freunde.de ein sehr interessanter Artikel nachlesen. Wenn man auf dieser Seit ist, lohnt sich noch ein Blick auf einen kleinen Abriss der Geschichte des Fangesangs.

Wer sich hierfür noch mehr interessiert, dem sei die FANomenologie von Reinhard Kopiez und Guido Brink Fußball-Fangesänge Fußball-Fangesänge. Eine Fanomenologie ans Herz gelegt. Auch Georg Brunner hat hierzu einen interessanten Artikel veröffentlicht, der auf der Duden-Seite les- und ladbar ist. Eine äußerst interessante und lesenswerte Arbeit. Mehr über Fußballfängesänge findet man außerdem auf der Seite fangesaenge.de mit einer Sammlung, die nach Ligen und Vereinen kategorisiert ist.

Eine der größten Sammlungen zum Thema deutsche und deutschsprachige Musik über Fußball und von Fußballern, die für sich den Anspruch erhebt, die umfassendste Datenbank für deutsche Fußballmusik, Fußballsongs und Fußballlieder zu sein und deren Archiv derzeit über 2700 Tonträger enthält ist fc45.de.

Letzten Endes kommt man an einigen Nationalhymnen nicht vorbei. Hier helfen wikipedia bzw. lengua.com weiter. Notenbilder kann man hier ansehen und laden. Weiterhin sind auf chip.de die Hymnen fast aller Nationen als mp3 erhältlich.

Gehe zum Anfang