Bordun, Ostinato, Riff, Pattern, Vamp & Turnaround

Bordun, Ostinato, Riff, Pattern, Vamp & Turnaround

Bordun, Ostinato, Riff, Pattern, Vamp & Turnaround
Die „klassischen“ Begriffe der Klassenmusizierer, auf welchen Carl Orff grundlegende Elemente seines Schulwerks schuf, trifft man heutzutage primär im Bereich der Analyse an; in der Didaktik der Primarstufe haben sie nach wie vor ihren Stellenwert, obgleich sie auch hier selten geworden sind:

Unter Bordun verstehen Schulmusiker (vor allem im Primarbereich) in der Regel das Prinzip der Bordunpfeifen des Dudelsacks, welche den unveränderlich feststehenden Bass- und Quintton mitspielen.

Ein Ostinato in der Musik ist eine sich beständig wiederholende musikalische Figur. Diese wird meist vom Bass ausgeführt, sodass das übrige musikalische Geschehen
darüber abläuft.

Vor allem im Sekundarbereich bedient man sich in erster Linie der Sprache aus der „Jazz- und Rockmusik“, deren Terminologie in Bezug auf ein- bis zweitaktige Figuren, aus welchen ein Stück arrangiert werden kann, auf den ersten Blick äußerst diffus erscheint:

Ein Riff ist (besonders im Jazz oder in der Rockmusik) eine sich ständig wiederholende, rhythmisch prägnante dabei melodisch nur wenig abgewandelte Phrase. (Besonders Gitarristen haben in der Regel einige „Lieblingsriffs“ …) Meist wird ein Riff von der ganzen Band ostinat gespielt.

Unter Pattern versteht man eine in der Regel ein- bis zweitaktige rhythmische oder melodische Figur bzw. Phrase, welche meist häufig wiederholt wird. Einen grundlegenden Unterschied zwischen Pattern und Ostinato gibt es nicht. Ursprünglich wurde der Begriff „Pattern“ in erster Linie für programmierte Drumcomputer-Sequenzen benutzt. Patterntechnik wird vor allem im Harddiscrecording (bzw. DJing) verwendet, indem man etwa „Drumpattern“ (ein ein- bis zweitaktiger Drumgroove), „Basspattern“ (ein- bis zweitaktig), „Keyboardpattern“ usw. miteinander mischt (mixt) und somit eigene Songs „patternorientiert“ kreiert, arrangiert bzw. komponiert.

Diese beiden Begriffe beziehen sich in erster Linie auf einen Instrumentalisten, der sein (eigenes) Pattern bzw. Riff spielt. Ein Riff, welches häufig wiederholt wird, kann man somit als Pattern bezeichnen.

Ein Vamp ist ein Ostinato im Jazz. Ganze Jazz-Stücke können auf derartigen, kurzen, oft schnellen und viertaktigen Ostinati basieren. Vamps besitzen meist stehende Harmonien und sind daher nicht immer in Standardnotation aufgeschrieben. Man findet sie oft in Musicals, wenn etwa Sprechpassagen in einem Lied durch einen Vamp bis zum „Stichwort“ begleitet werden, dem sich dann der weitere Song anschließt.

Turnaround ist ein Begriff aus dem Jazz und meint damit eine meist zwei- oder viertaktige harmonische „Kreisbewegung“ (etwa II – V – I oder I – VI – II – V).

Diese beiden Begriffe beziehen sich somit auf die ganze Band, wobei hierbei wieder nuanciert wird: Spielt eine Band ein Turnaround bzw. einen Vamp, so spielt jeder Instrumentalist sein Pattern bzw. Riff.