Michael Fromm
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Beiträge von Michael Fromm
Charles Ives – “The Fourth Of July”
0Charles Ives – “The Fourth Of July”
Der Independence Day ist in Amerika einer der wichtigsten Feiertage, erinnert er doch an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776.
Der amerikanische Komponist Charles Ives hat diesem Tag ein besonders bekennswertes Denkmal mit seinen Holidays Symphoniesdurch „The Fourth of July“ (neben „Washington‘s Birthday“, „Decoration Day“ und „Thanksgiving and Forefather‘s Day“), gesetzt, indem er eine Klangcollage der besonderen Art erstellt hat:
Er erzeugte ein Bild, in dem zwei musizierende Kapellen an einem Beobachter vorbei marschierten, versteckte kleine Sequenzen wie „Columbia, the Gem of the Ocean“, „Battle Hymn of the Republic“ (Glory Halleluja) oder „Yankee Doodle“, die er in einen zwar atonalen und arhythmischen aber dennoch äußerst interessanten und nachvollziehbaren Klangteppich einwob.
Das Stück lässt sich auf YouTube hören. Um die Musik aus einem solchen Link zu extrahieren, bietet die Seite kickyoutube.com die schnellste und effektivste Hilfe. Hierzu setzt man im Browser vor das Wort youtube (also direkt hinter www.) einfach den Begriff „kick“ (ohne Anführungszeichen), womit der Link zur entsprechenden Seite geöffnet wird, wo entsprechende Konvertierungsmöglichkeiten (von *.mp4 über +:flv bis *.mp3) geboten werden.
Die Seite keepingscore, ein äußerst interessantes Projekt des San Francisco Symphony Orchestra und eine unglaublich bereichernde Quelle für Musiklehrer, bietet neben einem erklärenden Video einen sehr gut animierten Einblick mit Hörbeispielen in die Partitur, was vor allem in höheren Klassen von Interesse sein kann.
Im Bereich „Fathers Experiments“ wird Ives Kompositionstechnik anhand einer animierten Grafik mit Musik erklärt, an der die Schüler das Klangexperiment nachvollziehen können.
Letztlich lässt sich ein ähnliches Sounddesign im Musikunterricht erstellen, indem zwei (oder mehrere) musizierende Gruppen an einer Beobachtergruppe vorbeimarschieren. Da diese Form des Spielens und Singens sehr viel Konzentration und Musikalität abverlangt (man darf sich nicht irritieren lassen, muss auf seine Gruppe achten, ohne Rhythmus oder Tonart der anderen Gruppe zu übernehmen), lässt sich die Grundidee einfacher weiterspinnen, indem man beispielsweise ein quodlibet (in diesem Fall eine aus I-vi-ii-V – Turnarounds bestehendes Quodlibet mit “Les anges dans nos compagnes”, “I like the flowers”, “Sur le pont d’Avignon” und “Zwei kleine Wölfe”, welches sich beliebig weiter- bzw. so ähnlich arrangieren lässt) aus verschiedenen Richtungen startet, die aneinander vorbeimarschieren.
Dies lässt sich choreographieren und sogar im Rahmen einer Feierstunde äußerst wirksam aufführen, etwa derart, dass die unterschiedichen Gruppen aus verschiedenen Ecken des Raumes durch das Publikum marschieren und somit jeder Hörer seine eigene Bühne bietet.
Selbstverständlich lässt sich das Projekt auch in einem Audio-Editor nachstellen, bearbeiten bzw. kann man in ähnlicher Art experimentell vorgehen.
Protestsongs im Unterricht
0Protestsongs im Unterricht
Zwar sind die Zeiten rar geworden, in denen sich Aktivisten an Gegenstände ketteten, um lauthals “Brüder zur Freiheit” oder die das “Bürgerlied” anzustimmen, der Protestsong aber ist – wenn auch immer sich im Wandel der Zeit verändernd – geblieben.
In dieser Publikation wird erörtert, warum der Protestsong entstand, wie er sich im Laufe der Geschichte gegen den Krieg und seine Folgen richten konnte, wie die Benachteiligung der Frau angeprangert, gegen Umweltverschmutzung, Kalten Krieg und gegen Fremdenfeindlichkeit protestiert wurde.
Man erfährt aber auch viel über die Musik hinaus von der Entstehung und der Geschichte, von Gegenbewegungen wie der Studentenbewegung in den 1960er oder Punk in den 1970er Jahren. Die CD eignet sich hervorragend für die Schule, bietet aber Interessenten auch einfach einen sehr gut hörbaren Eindruck in die politisch engagierte deutschsprachige Popmusikszene.
Ob gegen Konsum und Leistungsdenken, Fremdenfeindlichkeit und Ungerechtigkeit: Die BuchCD “Protestsongs.de” ist laut Bundeszentrale für politische Bildung
(…) eine Kreuzfahrt durch mehr als 60 Jahre deutschsprachigen Protestsong. Sie versammelt Lieder von Hannes Wader, Slime, Sido und anderen. Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland vom Zweiten Weltkrieg bis heute wird mit dieser Buch-Doppel-CD anhand von Protestsongs, also Teilen einer popkulturellen Gegenkultur, nachgezeichnet. So lassen sich geschichtliche Wendepunkte und gesellschaftliche Probleme in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auch für junge Menschen ansprechend aufbereiten.
Ab Februar 2010 sollen auch zusätzliche Materialien für den Unterricht (für Lehrkräfte und Schüler) zur CD erhältlich sein, die sich mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten und Epochen beschäftigen. Die Publiaktion protestsongs.de (hat nichts mit der gleichnamigen Website zu tun), ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung für 6,- Euro erhältlich.
Unsere Stimme – Ein Phänomen und seine Erforschung
0Unsere Stimme – Ein Phänomen und seine Erforschung
Sie ist so individuell und unverwechselbar wie ein Gesicht. Sie bietet uns ein faszinierendes Spektrum von Möglichkeiten sprechend oder singend zu kommunizieren. Doch wie funktioniert eigentlich unsere Stimme?
Wir benutzen sie jeden Tag mit großer Selbstverständlichkeit. Dennoch wissen wir nicht viel über unsere Stimme. Die Möglichkeit, immer vielfältiger mit Lauten zu kommunizieren, hat unsere geistige und soziale Entwicklung im Laufe der Evolution wesentlich vorangebracht. Mittlerweile sind in Deutschland ein Drittel aller Berufstätigen sogenannte Sprecharbeiter. Menschen wie Erzieher, Anwälte, Verkäufer, Lehrer oder Schauspieler sind jeden Tag auf ihre Stimme angewiesen.
Schon bei Kindern klingen die Stimmen sehr unterschiedlich. Wodurch entstehen die Unterschiede? Und wie kommt es, dass wir eine Stimme sympathisch oder unsympathisch finden? Und warum berühren uns manche Stimmen mehr als jedes andere Musikinstrument?
Ein sehr spannender und interessanter Artikel, der auf 3sat hitec gelesen werden kann. Der passende Film dazu kann u.a. hier angeschaut werden.
Aleatorik – ein Bild als Partitur
0Aleatorik – ein Bild als Partitur
Jarbas Agnelli ein Filmemacher und Musiker aus Sao Paulo sah beim Zeitungslesen ein Foto von Vögeln, die auf einer Stromleitung saßen. Aus der Anordnung des Bildes kam ihm die Idee, Stromleitungen als Partiturlinien und die Vögel als Noten zu verwenden.
I knew it wasn’t the most original idea in the universe. I was just curious to hear what melody the birds were creating.
Eine Idee, die sich sehen und hören lassen und die im Musikunterricht adaptiert werden kann.
Birds on the Wires from Jarbas Agnelli on Vimeo.
Über eine Bildersuche bei google oder flickr finden sich zahlreiche ähnliche Bilder, die als Partitur dienen können. Welche Konventionen dann hinsichtlich der Linien (es müssen nicht unbedingt fünf sein), der Anordnung, der Höhe etc. getroffen werden, kann dem Künstler (bzw. Schüler) überlassen oder gemeinsam entwickelt werden.
Diese Partituren lassen sich sowohl mit herkömmlichem Instrumentarium live spielen, als auch singen. Darüber hinaus lassen sich diese oder ähnlicher Bilder im Matrixeditor eines MIDI-Programmes nachzeichnen.
Begleitpattern mit Bodypercussion
2Begleitpatterns mit Bodypercussion
Peter Stavrum war Mitglied der ersten Besetzung im Stomp-Team, mit denen er lange Zeit auf Tournee war. Seine Kentnisse im Spiel und Tanz mit Körperinstrumenten gibt er mittlerweile in Workshops weiter.
Dankenswerter Weise hat er vier Folgen auf YouTube gestellt, in denen er einfache Begleitfiguren vorstellt, die sowohl zum einfachen Musizieren als auch zur Begleitung von Liedern bzw. Raps hervorragend geeignet sind, da sich didaktisch progressiv aufgebaut und somit für eine Lerngruppe ausreichend differenziert werden können.
Begleitpattern 1 + 2
Diese einfache Figur, aus dem Funk-Rock-Bereich stammend, dient als Ausgangsmaterial für die weiter folgenden Figuren.
Dient das Pattern lediglich als Begleitung im Unterricht, kann es so gestampft werden, wie es jeder am sinnvollsten empfindet. Wird es von einer Gruppe aufgeführt, bietet es sich an, die Schrittfolge (etwa rechts, klatsch, links-rechts, klatsch) zu choreographieren.
Der Groove kann leicht durch einen kleinen Schnipser auf die “eins und” ergänzt werden, die in diesem Fall die Funktion einer Hi-Hat übernimmt.
Die kompletten Abfolge sieht dann so aus:
Begleitpattern 3 + 4
Durch einen weiteren Schnipser wird die Figur abermals ein wenig lebendiger (und somit zwangsläufig auch ein wenig schwerer), da nun “snap” und “clap” (also der Klatscher und der Schnipser) quasi die Funktion einer offenen und der geschlossenen Hi-Hat übernehmen.
In der nächsten Stufe kommt eine Betonung auf die “drei und” hinzu.
Dies verleitet allerdings dazu, dass die Schüler mit der Betonung auch das Tempo anziehen bzw. der Groove verlieren, so dass gerade diese Figur besonders beobachtet und geübt werden muss.
Die Gesamtchoreographie sieht so aus:
Begleitpattern 5 + 6
Durch einen Vorschlag auf die “vier-und-e” wirkt der Bass nun noch rockiger, lebendiger und hat somit ein Mehr an Groove, wenngleich diese Figur von den Musikern auch ein wesentliches Mehr an Konzentration abverlangt; die Schrittfolge ähnelt in gewisser Weise einer Tanzschrittfolge.
Ergänzt wird dies durch einen weiteren Schnipser, der abermals Hi-Hat-Funktion übernimmt, so dass die Figur letztlich zu einem äußerst komplexen Groove führt.
Die gesamte Choreographie lässt sich hier noch einmal nachvollziehen:
Um aus den einzelnen Pattern eine komplexe Choreographie zu gestalten, bietet es sich an,
- nacheinander in den Groove einzusteigen,
- ein Crescendo aufzubauen,
- den Tritt beispielsweise gegen Wände oder Tonnen auszuführen,
- statt dem “Clap” auf Wände, Tische oder Stühle bzw. einander in die Hände (abklatschen) zu schlagen,
- die verschiedenen Figuren miteinander zu mischen und
- durch einen einfachen Break zu ergänzen.


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