Michael Fromm

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Beiträge von Michael Fromm

Drum Circles in der Schule

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Drum Circles in der Schule
Drum Circles (oft auch als Wiki-Word: DrumCircles) sind in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus von schulischen Aktivitäten getreten; völlig zurecht, liegt doch die Hauptintention im spontanen Musizieren, im Trommeln ohne wesentliche Lerninhalt, um gemeinsame Aktion und vor allem um wertschätzende und fehlerfreundliche Atmosphäre, welche letzten Endes Teamgeist und Gruppendynamik fördert; musikalische Schwerpunkte wie Metrum, Rhythmus, Groove, Phrasierung, Dynamik und Zusammenspiel werden „en passent“ gelehrt und gelernt.

Drum Circles stehen oft in Verbindung mit zwei Menschen, welche die ersten Publikationen in dieser Richtung veröffentlichten und erfolgreich große Events initiierten und somit eine wahre Bewegung in Gang setzten: Arthur Hull und Kalani. Von Kalani wurde mit Together in Rhythm: Ein Leitfaden für Drum Circle-Moderatoren ein gutes Buch zu diesem Thema ins Deutsche übersetzt. Hieraus stammen auch die unten aufgeführten Videosquenzen.

Drum Circles sind Stuhlkreise, in denen – vom Anfänger bis zum Profi – getrommelt wird. In der Mitte agiert der Leiter, der Facilitator.

Dieses Wort ist insofern besonders interessant, als dieser Begriff mit “Vermittler” übersetzt wird, während das Verb “to facilitate” erleichtern bedeutet. Somit haben im englischen “vermitteln” und “erleichtern” den gleichen Wortstamm, was einem Lehrer gleich ins Auge springt, denn wenngleich hierzulande das Vermitteln mit dem Lehrerberuf gleichgesetzt wird, wird der Begriff “erleichtern” nach wie vor der mit “Brücken bauen”, “Nachhilfe” oder gar “Schwächen” assoziiert.

Vielleicht liegt gerade hierin eines der Geheimnisse des Lehrens: Vermitteln und Erleichtern.

Ein Drumcircle funktioniert weitestgehend nach der Prämisse “Teaching without Teaching” bzw. “Teaching music by music”. Wenngleich es auf der Hand liegt, dass das “Musizieren” nur über “Musizieren” gelernt werden kann (eben genau so wie der Maurer nur über das Mauern zu mauern lernt), scheint dies doch oft missachtet zu werden: Zu oft wird erklärt, beschrieben, umschrieben, mit Metaphern und Aphorismen um sich geworfen, Fachtermini benannt, auswendig gelernt, abgefragt usw.

Der Facilitator agiert, steuert, instrumentiert, orchestriert und arrangiert über stumme Impulse bzw. Körpersprache. Allerdings zieht er sich bisweilen komplett aus dem Prozess heraus und gibt nur ab und zu Impulse, um den Prozess des Spielens zu stabilisieren, zu inspirieren, abwechslungsreich, produktiv und lebendig mitzugestalten. (…)

“Demonstrieren” bedeutet in diesem Fall alle Lehrtechniken wie das Vorklatschen oder Vorsingen von Patterns, das Zeigen einer Spielhaltung, eines Griffs, einer Körperhaltung, das Vorspielen einer Sequenz.

“Kontrollieren” schließt zum einen die Kontrolle (und ggf. Verbesserung) des richtigen Musizierens, zum anderen die Disziplin-Kontrolle mit ein. Der Lehrer sollte omnipräsent sein, um stets ideal agieren und Disziplinierung mit “Augenbraue und Fingerzeig” vornehmen zu können.

“Arrangieren” beinhaltet das “Spiel mit der Gruppe”. Hierzu zählen alle Aktionstechniken des Lehrers, welche dazu beitragen, ein Patternspiel nicht zum “Ableihern” zu degradieren. Hierfür gibt es eine Reihe von Spielen und Übungen, welche im folgenden Kapitel genauer beschrieben werden.

“Motivieren” meint das “Wecken der Lust nach mehr”, die Hilfe, etwas selbst tun zu lassen, das Leiten zum Entedeckenlassen sowie das Anstiften zu einer gewissen Musikerhaltung, was durchaus über Vorbildverhalten geschehen kann.

Um all diesen Aufgaben im Gruppenunterricht gerecht zu werden, hat sich die Arbeit im Kreis etabliert. Hier hat der Lehrende die Möglichkeit, auf alle Schüler gleichzeitig zuzugreifen. Hier kann man demonstrieren, beobachten, erkennen, unterstützen und auch ggf. disziplinieren. Im Kreis findet Interaktion statt – sowohl zwischen Lehrenden und Lernenden als auch zwischen den Lernenden untereinander. Die Arbeit im Kreis trägt maßgeblich dazu bei, aus dem gemeinsamen Lernen ein gemeinsames Erleben erwachsen zu lassen.

Impulsrepertoire

Drum Circles werden mit Körpersprache und einer ganzen Reihe von Impulsen gesteuert, auf die ich bereits in den Grundlagen von Musikunterricht eingegangen sind, da sie m.E. in nahezu alle unterrichtlichen Elemente integriert werden können. Hier sind sie nun Grundhandwerkszeug.

Starten

Besonders effektiv ist es, mit einem “Rumble” zu starten. Hierzu trommeln alle Schüler, auf welche der Lehrer zeigt, einen kleinen Wirbel. Der Wirbel kann durchgespielt werden oder nur so lange getrommelt werden, wie der Lehrer dem Spielenden das Gesicht zuwendet.

Aus dieser Wirbelbewegung heraus lässt sich ein Anfangspuls initiieren, wie es hier äußerst gut zu erkennen ist:

Hierauf lässt man die Gruppe eine zeitlang musizieren. Um nun etwas Bewegung ins Spiel zu bringen, segmentiert man den Kreis und gibt eindeutige Signale, mit denen man eine Teilgruppe auffordert, weiter zu spielen. Die übrigen werden über Körpersprache aufgefordert, eine Pause zu machen.

Nun können sie zuhören oder im Call-and-Response-Spiel mit dem Facilitator musizieren:

Anschließend lassen sich Rhythmen tauschen, fortsetzen, ergänzen usw. – der Phantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:

Rhythmen können be- und entschleunigt werden, sie können in der Dynamik verändert werden.

Einzelne Spieler (-gruppen) können zum Solo oder Call-and-Response-Spiel aufgefordert werden, man kann verändern, variieren, anpassen. Durch segmentweises Musizieren oder durch Orchestrieren einzelner Instrumentalgruppen erweitert sich – völlig nebenbei – das akustische Wiedererkennen bestimmter Sounds. (Besonders gut klingt es, wenn man Phasen einbaut, in welchen nur Metall bzw. nur die Shaker, nur Triangeln etc. spielen)

Sollten Sie Interesse haben – wir (Markus Bender, zertifizierter Facilitator nach Arthur Hull und/oder ich) bieten (wenn’s die Logistik zulässt) spezielle Kurse für Drum Circles in der Schule an. Wir sind keine Musiker, die auch mal in der Schule trommeln – wir sind Lehrer, die seit Jahren mit Kindern musizieren und die Ecken und Kanten bzw. das Vermögen von Schulklassen kennen und realistisch einschätzen.

Die nie Vollendete

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Die nie Vollendete
Oder: Die längste Komposition der Welt.

Bei der “nie Vollendeten” kann jeder an einem Musikstück mit komponieren, das mit den Kompositionen anderer Komponisten verbunden wird und somit zur längsten Komposition der Welt wird.

Aus verschiedenen Samples lässt sich hier – ähnlich wie in den gewohnten loopbasierten Programmen wie GarageBand, MusicMaker oder fruity loops – eine begonnene Komposition weiter arrangieren.

Eingespielt von acht jungen Musikern, die sich “Die Jungen Wilden” nennen, lässt sich hier spielerisch auf Schülern vertrautem Terrain nun einmal mit Orchestermusik arbeiten, arrangieren, orchestrieren und an einem Onlineprojekt mitwirken.

Die Heilkraft der Musik

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Die Heilkraft der Musik
Klänge, Rhythmen und Melodien Film von Sarah Spitzner

Musik ist eine universelle Sprache, die jeder Mensch intuitiv erfasst. Schon kleine Kinder können harmonische von schiefen Tönen unterscheiden. Selbst wenn unsere geistigen Fähigkeiten schwinden, bleiben wir bis ins hohe Alter über Musik ansprechbar. Denn rhythmische Klänge berühren uns im Innersten und wirken sich unmittelbar auf unseren Körper aus. Musik lässt das Herz höher schlagen, beeinflusst Atmung und Blutdruck und löst Glücksgefühle aus.

Ein Instrument zu spielen, verändert sogar unser Gehirn. Das zeigen Studien. Warum Musik so stark auf uns wirkt, ist zwar noch nicht eindeutig erforscht. Wissenschaftler sind sich aber in einem schon einig: Selbst zu musizieren, ist viel wirkungsvoller als Musik nur zu hören. Denn das fördert unsere Entwicklung und wirkt heilsam für Körper, Geist und Seele!

Der Film kann hier angeschaut werden. In der gleichen Reihe gibt es Beiträge über die Heilkraft des Singens und zur Heilkraft des Tanzens mit entsprechendem Film.

The Day The Music Died

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The Day The Music Died
Morgen, am 03.02.10 jährt sich der Tag, an dem die Musik starb zum 51. Mal. Am 3. Februar 1959 verunglückten bei einem Flugzeugabsturz die Musiker Buddy Holly, Ritchie Valens und “The Big Bopper” Jiles Perry Richardson tödlich.

Das Lied American Pie von Don McLean aus dem Jahr 1971, das sich kurz auf diesen Tag bezieht, wurde von Madonna gecovert und ist den meisten Schülern (noch) bekannt.

Die Biographie von Buddy Holly wurde als Musical auf die Bühne gebracht und mit  The Buddy Holly Story verfilmt. Ritchie Valens wurde mit dem Film La Bamba ein Denkmal gesetzt.

Eine Playlist zu diesem Thema kann man hier hören.

Pappbecher – Spiel und Performance

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Pappbecher – Spiel und Performance
Diese oder ähnliche Spielereien haben ihren Ursprung meist in Mensen, in Jugendherbergen oder Freizeiten. Ein Becher wird nach einem bestimmten Muster hin- und herbewegt und nach Klatschen, Drehen, Aufstetzen und Trommeln weitergegeben.

In einem Tutorial lässt sich eine bestimmte Bewegungsfolge recht gut lernen, welche im Musikunterricht gut eingebaut, vertieft, adaptiert oder erweitert werden kann:

Die Choreographie liest sich zunächst schwerer als sie ist, in Kombination mit dem Film lässt sie sich allerdings gut nachvollziehen. Sie kann hier als pdf-Datei angesehen und geladen werden.

(Anm.: Auf die Zählzahl „zwei“ spielt die Dame im Film zwei Sechzehntel und eine Achtel; in der folgenden Sequenz werden an dieser Stelle zwei Achtel gespielt.)

Erweitert man obiges Pattern um ein paar weitere und fügt man weiterhin einige wenige szenische Elemente hinzu, so erhält man eine stomporientierte Performance, welche zwar für den ausgefeilteren Musikunterricht geeignet ist, die es allerdings verdient hat, aufgeführt zu werden – solche Beiträge bereichern jedes Schulfest.

Das Intro (es kann hier als pdf-Datei angeschaut und geladen werden) wird zunächst ohne Becher gepielt, dem sich ein hilfesuchender Blick nach rechts anschließt. Wird die letzte Spielerin angeschaut, nimmt sie für jeden Spieler einen Becher hervor und gibt ihm nach dem Muster CupGroove I weiter.

Hat die letzte Spielerin ihren Becher erhalten, legt sie ihn auf den Schoß und beginnt mit dem nächsten Pattern (die entsprechende pdf-Datei kann hier angeschaut und geladen werden), welches auf die Zählzahl „2“ vom CupGroove I einsetzt.

Nacheinander legt jede Spielerin ihren Becher auf den Schoß und übernimmt das zweite Pattern, bis es unisono von der ganzen Gruppe gespielt wird, dem sich ein Break (die dazugehörige pdf-Datei liegt hier) anschießt, der von allen Spielern ausgeführt wird:

Nun wird das Ensemble in zwei Gruppen geteilt, die zunächst im Call-and-Response-Spiel gegeneinander, anschließend miteinander spielen. Da die Datei zu groß ist, um hier abgebildet zu werden, habe ich diese ausschließlich als pdf (sie kann hier eingesehen und geladen werden) abgelegt.

Den Schluss der Performance bildet ein erneutes Aufheben eines Bechers der ersten Spielerin, der sich ein zweimaliges Spiel des ersten Patterns anschließt, das mit einem Zusammenfall auf dem Tisch endet.

Die Patterns sind durchaus erlern- und spielbar, ein besonderer Reiz liegt allerdings auch hier im Anpassen auf bzw. im Adaptieren, Weiterkomponieren und -entwickeln durch die jeweilige Lerngruppe.

Letzten Endes lässt sich das oben notierte Pattern nutzen, um es zur Liedbegleitung einzusetzen:

Der Liedtext lässt sich hier nachlesen; der Song scheint von Lulu and the Lamshades zu stammen, deren Live-Auftritte man hier bewundern kann.

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