Michael Fromm

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Beiträge von Michael Fromm

Was läuft schief?

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Was läuft schief?Bildschirmfoto 2015-03-02 um 16.46.14

Fragte sich Sebastian Dorok – bestimmt provokant, aber meines Erachtens völlig auf dem Punkt – in diesem Artikel.

Und die Fragen, die er stellt, stellt er an uns alle in irgendeiner Weise und losgelöst von der Schulform:

Was läuft schief in unserem Musikunterricht, wenn landesweit Kolleginnen und Kollegen ihren Schülerinnen und Schülern davon abraten, Musik als schriftliches Fach ins Abitur zu wählen, weil die Vorgaben für die schriftliche Abiturprüfung „zu anspruchsvoll“ und „von normalen Schülern sowieso nicht zu leisten“ sind?

 

geht zwar eindeutig in die Richtung Gymnasium, während dieser Punkt uns alle betrifft:

Ein Blick in den Musikunterricht an etlichen Schulen zeigt, wo der Hase im Pfeffer liegt: Da wird wochenlang der „Cup Song“ (…) eingeübt, damit am Tag der offenen Tür etwas auf die Bühne gebracht werden kann. Da werden Geräusche mit dem Smartphone aufgenommen und in wochenlanger Tüftelarbeit daraus Geräuschcollagen erstellt. Da werden Besen gekauft und Monate darauf verwendet, eine „Stomp-Performance“ auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zu bringen. Da wird von August an ein Weihnachtssingspiel (…) eingeübt und die Kostüme werden auch gleich noch im Musikunterricht (!) geschneidert – denn Mitte Dezember steht das jährliche Weihnachtskonzert an und natürlich muss das Programm gefüllt werden

Fragen, die mir so ähnlich schon seit langer Zeit im Geiste schwirren und die ich mir auch nicht befriedigend beantworten kann.

Sebastian meckert aber nicht nur, er hat auch Visionen und Tipps. Denn – und da sind wir uns einig – egal wer was tut: Das große Ziel kann doch durchaus im Auge behalten werden:

Wie wäre es, wenn zusätzlich zum Einüben des Cup-Songs auch über Melodie- und Rhythmuspatterns gesprochen würde und die Schülerinnen und Schüler am Ende vielleicht sogar eigene Rhythmen in klassischer Notation aufschrieben und – natürlich mit ihren Bechern – einübten?

 

Und da, mein Lieber, bin ich mir sehr sicher, dass dies zumindest in einigen mir bekannte Grundschulen geschieht.

Wir bleiben dran – an allen Ecken, alter Freund!

anytune für den Musiklehrer

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anytune für den Musiklehrer oder: die eierlegende Wollmilchsau

10 Versionen zu gewinnen!

anytune ist – so schrieb es Sebastian ja schon an dieser Stelle – etwas wie eine Art „Schweizer Taschenmesser“ zum Üben oder wenn es darum ginge, zu vorliegenden Musikstücken mit dem eigenen Instrument mitzuspielen. Für mich ist es noch ein bisschen mehr, da ich die Fähigkeiten dieser App vor allem zum Nach- bzw. reduzierten Arrangieren von Stücken brauche. Wie spielt noch mal der Bass? Was macht der Schlagzeuger im Break? Ist das jetzt ein Synthesizer oder eine Gitarre? Um solche Dinge herauszufinden, muss die Musikdatei langsamer abgespielt werden. Im Idealfall kann ich bestimmte Frequenzen herausfiltern. Und all das – und noch ein bisschen mehr – kann anytune.

 

Über die Funktionen von anytune kann man anhand zahlreicher youtube-Tutorials oder auch mithilfe des hauseigenen Schnell-Start-Videos informieren. Ich möchte dies hier unter dem Aspekt des Einsatzes im bzw. für den Musikunterricht tun.

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Musik verlangsamen

Hierzu werden Musikdateien via drag and drop in die Applikation gezogen (sie können natürlich auch traditionell importiert werden). Mithilfe der Plus- und Minustasten (rot eingekreist) lässt sich dann in Echtzeit die Musik verlangsamen und auch beschleunigen. Die Tonhöhe ändert sich dabei nicht! Dies lässt sich bereichernd einsetzen, um

– Musikstücke für das Üben bzw. für den Mitspielsatz in verschiedenen Tempi vorzubereiten

– Musikstücke genauer zu analysieren bzw. analysieren zu lassen

 

Musik transponieren

Die Vorgehensweise entspricht der gleichen wie oben; allerdings werden hier die Schalter „b“ zum Senken bzw. „#“ zum Anheben der Tonhöhe (orange eingekreist) verwendet. Auch dies kann die App in Echtzeit ohne nennenswerte Einbußen in der Qualität. Somit lässt sich das, was andere Programme i.d. Regel nur gemeinsam können (wenn höher, dann auch schneller bzw. wenn langsamer, dann auch tiefer) in zwei voneinander getrennten Arbeitsschritten durchführen. Auch solch einen Arbeitsschritt kann man im Musikunterricht gut gebrauchen, um

– Musikstücke für das Üben bzw. für den Mitspielsatz zu transponieren

– Musikstücke für die Analyse zu transponieren

 

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Frequenzen filtern

Wenngleich diese Funktion auch von anderen Applikationen her bekannt ist, bereichert sie anytune sinnvoll. Mithilfe spezieller Equilizer-Voreinstellungen (grün eingekreist, dann lila, somit öffnet sich das Dialogfeld in der Mitte) werden gewisse Frequenzen angehoben bzw. gesenkt, so dass Instrumente in ihren spezifischem Klangspektrum ein wenig in Vorschein treten. Das klappt bei manchen (wie Bass oder Schlagzeug) richtig gut; bei anderen wiederum tritt – wie zu erwarten – hilft dieser Effekt zumindest, um bestimmte Bereiche wesentlich deutlicher zu vernehmen. Dieser Effekt bereichert die Planung und Durchführung von Musikunterricht beim

– Heraushören bestimmter Parts (etwa beim Arrangieren)

– Herausstellen bestimmter Parts (etwa in Analyseaufgaben)

 

Loops erstellen

Auch hierfür hat man ja bereits das ein oder andere Programm kennen gelernt – die Integration in eine App macht anytune aber dadurch besonders attraktiv. Beim Loopen wird ein vorher eingestellter Bereich automatisch unendlich oft wiederholt. Hierdurch ergeben sich viele Situationen, in denen die App eingesetzt werden kann:

– Abspielen eines Beats (zum Rap oder zum Üben)

– Abspielen bestimmter Bereiche (Refrain, Strophe oder Bridge) zum Üben oder Analysieren

– Abspielen einer Audiodatei in der Live-Performance (etwa Geräusche, einzelne Sequenzen etc.)

 

Taggen

Mit dieser Funktion lassen sich sogenannte „Marker“ setzen, um bestimmte Bereiche der Musikdatei sichtbar zu machen. Diese Funktion ist nützlich, um

– Bereiche hör- und sichtbar zu machen

– Einsätze zu verdeutlichen

– bestimmte Stellen im Musikstück schnell zu finden bzw. abzuspielen

 

One more thing

Ich habe diese Funktion erst nicht gefunden und bin dann erst über Sebastians Eintrag darüber gestoßen. Er schrieb:

Eher durch Zufall bin ich auf die Funktion gestoßen, die es ermöglicht, unterschiedlichen Tag-Positionen z.B. Verzögerungen oder Tempo- und Tonhöheveränderungen zuzuweisen. Konkret bedeutet dies, dass Stellen im Lied markiert werden können, ab denen die Tonhöhe z.B. um einen Halbton geändert wird, bis an einer weiteren Stelle dann die Tonhöhe wieder normal verläuft. Zum Beispiel um den letzten Refrain eines Stückes zu erhöhen. Es ist aber auch möglich, vor solchen Markern Pausen einzufügen. So kann ein längeres Hörbeispiel automatisch mit Pausen versehen werden, so dass z.B. vor dem Einsetzen der Bridge automatisch 30 Sekunden Pause eingehalten werden, um zum Beispiel einen Arbeitsauftrag erledigen zu lassen, etc.

 

Ein in meinen Augen äußerst interessanter Mehrwert für den Musikunterricht.

 

Insofern kann ich wirklich und guten Gewissens jedem Musiklehrer, der gerne den Rechner oder das iPad – anytune gibt es auch in einer OS-Version – einsetzt dieses Programm empfehlen. Es kann viele Dinge, die andere Apps wie beispielsweise audacity auch können – nur wesentlich bedienungsfreundlicher und leistungsstärker. Gerade im Bereich „Tonhöhe“ und „Tempo“ ist anytune m.E. deutlich (!) audacity überlegen – zumal das hier auch in Echtzeit richtig gut gelingt.

 

Und weil’s so schön ist, wird’s verschenkt! 10 mal die iOS-Version.

 

Einfach hier einen netten Kommentar hinterlassen und schreiben, was euch an der App gut gefällt bzw. wo ihr sie im Unterricht gut einsetzen könntet. Die Kommentarfunktion wird dann am Freitag, den 13.02. (ein gutes Datum!) geschlossen – dann wird verlost! Viel Glück!

Fokus: Guter Musikunterricht ist hörbar. Nicht nur am Klang der Instrumente.

Im Fokus des diesjährigen FORUMs junge Musikszene soll das 1stClassRock-Konzept vorgestellt werden. Als offenes Konzept für Musikklassen mit Bandinstrumenten kombiniert es Musikunterricht, Instrumentalunterricht und Ensemblepraxis. Durch intensive Verzahnung und neuartige Gewichtung gewinnt dieses Unterrichts-Trio eine besondere Qualität: 1stClassRock platziert den Musikunterricht im Zentrum des Konzeptes und liefert ein breit gefächertes, lehrplanabdeckendes Angebot an Unterrichtsmaterialien für diesen grundlegenden Baustein.

Ich freue mich ganz arg, in diesem Jahr dort im Rahmen der Berliner Festspiele am 07.11. mitwirken zu können. Vielleicht sehen wir uns da ja?

One Minute Boomwhacker Piece

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One Minute Boomwhacker Piece

Zum Schulstart, für den kleinen Break mal zwischendurch, als Einstieg, als WarmUp oder für’s „einfach-so-Musizieren“ finden sich im Internet immer wieder kleine Übungen und Sequenzen, die sich hervorragend in der Schule einsetzen lassen.

Das One-Minute-Boomwhacker-Piece ist eines davon. Man benötigt 6 Töne aus der pentatonischen Skala, so dass das Stück mit ca. 4 – 5 Sätzen in Schulklassen spielbar ist.

Besonders interessant (und ein wenig aufwändiger) gestaltet es sich, wenn jeder Spieler mit zwei verschiedenen Röhren (wozu man dann logischerweise 8 – 10 Sätze braucht bzw. mit Orff-Instrumentarium ergänzen kann) spielt.

Eine einfach Transkription habe ich hier hinterlegt.

Stimmbildung: Material für den Musikunterricht

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Stimmbildung im Musikunterricht

Im Bereich Vokal auf dieser Seite lässt sich ja das ein oder andere für den Musikunterricht finden, zusammenstellen oder anpassen.

Stimmbildung wurde noch vor einigen Jahren eher als Randerscheinung wahrgenommen, findet aber in letzter Zeit zunehmend mehr Bedeutung. Prädestiniert, um in die Liederarbeitungsphase einzusteigen, gibt es derzeit vermehrt Publikationen, die den Lehrern (und den Schülern) helfen, diese Sequenz bereichernd zu gestalten.

Einer der bedeutendsten Vertreter auf diesem Gebiet ist zweifelsohne Andreas Mohr, welcher in diesem Bereich seit vielen Jahren forscht, agiert, fortbildet und schreibt. Das Handbuch der Kinderstimmbildung ist so etwas wie ein Standard geworden. Weiterhin erschien vom gleichen Autor das Buch Praxis Kinderstimmbildung, welches weitere praktische Übungen für Chorproben (oder Liederarbeitungen) liefert.

Friedhilde Trüün hat mit Sing Sang Song und Sing Sang Song 2 zwei Publikationen aus dem Bereich kindgerechter „Stimmbildungsgeschichten“ erstellt, bei welcher letztere sogar mit zwei CDs aufwartet. Wenngleich beide Bände auf Vorübungen und die Erarbeitung konkreter Titel zielen, inspirieren beide Bände jedoch hervorragend zum Erstellen eigener Stimmbildungsgeschichten. Eine Leseprobe ist hier einsehbar.

Äußerst motivierend wirkt auf Schüler die Ampelkartei aus dem Konzept Chor:Klasse. In drei Farben werden die wichtigen Bereiche des Einsingens dargestellt: „Haltung“ (rot), „Atmung“ (gelb) und „Stimme“ (grün), wodurch auch die Reihenfolge des Aufwärmens (Ampel: rot – gelb – grün) verdeutlicht wird. Zu jedem Bereich gibt es ansprechende und motivierende Zeichnungen, hinter welchen sich kindgemäße Übungen verbergen. Die Karteikarten sind nicht aufeinander aufgebaut und können nach Zufallsprinzip zusammengestellt werden, was auch in der Grundschule äußerst reizvoll ist, wenn zu Beginn jeden Liedsingens die Karten neu gezogen werden und somit Spannung aufgebaut wird.

In ähnlicher Art und Weise sind die Stimmbilder von Tjark Baumann gestaltet. Nicht ausschließlich für Kinder sondern auch für die Arbeit im Laienchor mit Erwachsenen konzipiert und somit auch ab Klassenstufe 7 einsetzbar, bieten sie eine einfache und effektive Möglichkeit, Stimmbildung durchzuführen. Die Zeichnungen sind hier – wie die Übungen – humorvoll gestaltet und ohne viel Aufwand einsetzbar. Sie sind frisch im fidula-Verlag erschienen; Probeseiten sind hier einsehbar. Die Sammlung enthält 30 großformatige Farbkarten und ausführliche stimmpädagogische Anregungen.

In jeder Klassenstufe einsetzbar haben sie den Vorteil, dass hiermit Stimmbildung zum stets wiederkehrendem Ritual im Musikunterricht und somit zur Selbstverständlichkeit werden kann.

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